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Jeff Mills hängt jetzt neben Rembrandt

Jeff Mills hat den klassischen Clubkontext schon vor Jahrzehnten hinter sich gelassen. Nun beschäftigt sich der Detroiter Techno-Pionier ausgerechnet mit Rembrandts "Nachtwache". Für das Amsterdam Dance Event hat er einen 50-minütigen Film mit eigener Musik geschaffen, gedreht im Rijksmuseum. Tänzerin Sophie Boursier übernimmt die Choreographie, Regie führte Hans Pannecoucke. Vom 22. bis 25. Oktober wird das Werk öffentlich gezeigt.

Bei anderen DJs könnte man "Marketingevent" murmeln, bei Mills wäre das unfair. Schon 2005 kombinierte er mit "Blue Potential" Techno und Orchester, später folgten Projekte im Louvre und im Londoner Barbican. Dazwischen beschäftigte er sich mit Science-Fiction, Fritz Lang, Raumfahrt und ungefähr allem, was ihm groß genug erschien. Andere Produzenten schreiben Songs über gescheiterte Beziehungen. Jeff Mills braucht mindestens Saturn.

Dass er irgendwann bei Rembrandt landen würde, erscheint beinahe unvermeidlich. Schließlich behandelt Mills Techno seit Jahrzehnten als eigenständige Kunstform, deren Möglichkeiten weit über die Tanzfläche hinausreichen. Während elektronische Musik inzwischen museal archiviert und zum Kulturerbe erklärt wird, verhält er sich noch immer so, als habe ihn niemand darüber informiert, dass zwischen Club, Kino, Orchester und Weltraum überhaupt Grenzen existieren. Das Rijksmuseum hat nun lediglich aufgeholt.

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