laut.de-Kritik
Pathetischer Folk-Pop zwischen Aufbruch und Langeweile.
Review von Kerstin Kratochwill"Rushmere" ist das erste Album von Mumford & Sons nach dem Ausstieg bzw. Rauswurf von Gründungsmitglied Winston Marshall, dem Mann mit dem Banjo. Dieses stilprägende Instrument ist aber zur Freude vieler Fans auch auf diesem fünften Album der Briten zu hören.
Auf "Rushmere" darauf besinnt sich das jetzige Trio, bestehend aus Marcus Mumford, Ben Lovett und Ted Dwane, ganz im Naturslang bleibend, auf seine Wurzeln. Benannt nach dem Ort, in dem alles für die Band begann, nämlich dem Teich Rushmere in Süd-West-London, kehren sie zurück zu ihren folkigen euphorischen Anfängen.
Mit Produzent Dave Cobb verpflichteten sie zudem jemanden, der durch seine Arbeit mit Musikerinnen und Musiker wie Brandi Carlile, Rival Sons oder Zayn Malik auch die Felder Rock, Pop und Country bespielt. Herausgekommen ist dabei ein Album, das losgelöster klingt als ihre vorherigen Ausflüge in poppige elektronische Gefilde mit "Delta" (2018), quasi auf den Spuren von Bob Dylan, oder gar mehr für die Karriere konstruierte Werke.
Denn ab "Babel" aus dem Jahr 2012 wurden die Songs vorab auf ihre Arenatauglichkeit getestet. Diese Algorithmus-Anbiederei haben Mumford & Sons nach ihrer längeren Pause zugunsten eines eher handwerklichen und harmonischen Ansatzes nun aufgegeben.
"Rushmere" klingt so erdiger und erwachsen, wobei das Thema "Back To Basics" natürlich auch ein bisschen nach Marketing-Strategie klingt – die Songs sind dennoch getragen von einer neuen alten Emotionalität. Die Musik vereint inbrünstige Hymnen, zarte Akustikmelodien oder Blues-Rock-Gewitter, die sich auf das Wesentliche besinnen und auch mit einer Spielzeit von nur etwa 35 Minuten sehr entschlackt wirken.
Entschleunigt sind sie zudem ab der Hälfte des Albums, die Tracks ähneln sich in Aufbau und Sound, was für nicht Hardcore-Fans schnell fad wird. Die Fans der ersten Stunde werden diese Wiederauferstehung ihrer Folk-Lieblinge allerdings sicherlich feiern.
2 Kommentare
Das Album ist schon auf den Weg in die richtige Richtung, insbesondere nach der Null-Leistung des Albums Delta.
Zwar kann das Album nicht komplett ein hohes Level halten, was ein wenig befremdlich bei der kurzen Spieldauer ist, aber der Sound der ersten Alben ist weiterentwickelt zu hören.
Der Opener Malibu gefällt mir aktuell am besten. Es stimmt mich ein wenig optimistischer, das sie musikalisch gesehen nicht den „Coldplay-Weg“ gehen
Laaaaaaaaangweilig.