Ministry - "Filth Pig"
Ministrys Weg vom Synthiepop-Act über Darkwave-Propheten bis hin zur Industrial Metal-Hoffnung kannte bis "Psalm 69" nur eine Richtung: nach oben. Nachdem mit dem Vorgänger-Album der Schritt in den Metal-Mainstream ohne Mainstream-Sound gelang, sollte der Nachfolger diesen Status zumindest zementieren. Erwartbar war eine gewisse Grundschnelligkeit, die mit der entsprechenden Aggression über den Hörer hereinbricht.
Aber: Pustekuchen. Onkel Al hatte andere Pläne. Das Tempo gleicht eher einem Strom aus "Lava", wie es der gleichnamige Track vorexerziert. Hinzu kamen im Ministry-Kontext eher ungewöhnliche Instrumente wie Mundharmonika, Klavier, Pedal Steel und Orgel, die Jourgensen alle selbst spielt. Das Album entstand unter dem Eindruck von Jourgensens Heroin-Sucht, dementsprechend dreckig und abgefuckt klingt "Filth Pig" auch.
Dass Ministry mit diesem Album die Fan-Erwartungen ausdribbelten, schlug sich auch auf die Verkaufszahlen nieder. Das Label war enttäuscht, aber im Spiegel der Zeit muss man den Herrschaften doch Respekt dafür zollen, dass sie das Erfolgskonzept eben nicht einfach eins zu eins replizierten. Aus dem einstigen hässlichen Entlein der Diskografie ist im Laufe der Zeit ein respektierter Brocken entstanden, der Wut, Hass und menschliche Abgründe musikalisch ausdrucksstark in Szene gesetzt hat.
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1 Kommentar mit 2 Antworten
als ich es gekauft habe war ich enttäuscht, dass es so klingt wie es klingt und kein 2. psalm69 ist aber tatsächlich neben dark side of the spoon das einzige, was ich von ministry noch (regelmäßig) höre. tatsächlich ist das album von jourgesen, das ich am meisten gehört habe und immer noch sehr oft höre buck satan and the 666 shooters- bikers welcome ladies drink for free
einfach industrial/elektro country mit herrlich degenerierten lyrics
Dieser Kommentar wurde vor 8 Stunden durch den Autor entfernt.
"Dark Side Of The Spoon" war auch die letzte richtig geile Ministry-Platte. "Animositisomina" mag ich aber auch noch sehr. Manches danach war okay, hat mich aber nicht mehr so sehr umgehauen.