"I'm the minister of Rock'n'Roll. I can heal you!" Der Amerikaner kämpft mit viel Liebe gegen die dunklen Momente auf der Welt an.

Berlin (jas) - An diesem Abend blieben die Klamotten in der Uber Arena in Berlin an. Dafür folgte eine Rockshow mit viel Liebe, jeder Menge Gitarrenriffs und Coolness auf der Bühne. Lenny Kravitz und seine Band begeistern die Fans von Beginn an: "I'm the minister of Rock'n'Roll. I can heal you. I can save your soul, you better stop foolin' around."

Für die richtige Stimmung zum euphorischen Auftritt des Superstars sorgte zunächst aber Support De'Wayne aus Houston. Mit einer Coverversion von "I Wanna Be Your Dog" ehrt der Texaner Iggy Pop, den eigenen Song "What Does He Really Know" widmet er der bei dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day am Samstag verstorbenen Frau sowie den zahlreichen Verletzten. Eine wichtige Geste und die Emotionen sollten sich durch den kompletten Konzertabend ziehen.

Die Liebe zu Berlin

Auch Kravitz zeigt Haltung und begeistert sein Publikum nicht nur mit Rock'n'Roll, sondern auch mit seiner Message: dunkle Geschehnisse und Momente auf der Welt mit viel Liebe zu übertrumpfen. Lenny betont zudem immer wieder seine Zuneigung zur Hauptstadt. Man nimmt ihm sein "I love you, Berlin" auch hundertprozentig ab. Diese Zuneigung teilt er mit seinem zukünftigen Schwiegersohn. Der englische Popstar Harry Styles ist der Verlobte von Kravitz' Tochter Zoë und lebte eine ganze Weile in Berlin.

Berlin ist wohl doch nicht so am Arsch, wie alle behaupten, und man bekommt an diesem Abend noch sein Flashback in die 1990er Jahre on top. Hatte man Kravitz länger nicht mehr auf dem Schirm, fällt auf, wie viele Hits der Superstar am Start hat. Und einer rockt mehr als der andere. Der New Yorker und seine Band spielen Songs aus den vielen Phasen seiner Karriere. Mit "Mama Said" von 1991 beamt man sich direkt zurück in die Vergangenheit.

In der Zeitmaschine

"Always On The Run" kreischt man locker im Refrain mit: Der erste Liebeskummer rollt wieder an einem vorbei, hört man Songs wie "It Ain't Over 'Til It's Over". Die Tränendrüsen-Ballade "Fields Of Joy" hat man textlich ebenfalls noch gut drauf. Lenny wechselt nach jedem Song das Instrument. Sämtliche Formen von E- und Bassgitarren sieht man. In den ruhigeren Momenten greift er zur Akustischen oder steht einfach nur lässig am Mikrofon und lässt seine Aura wirken.

"Bring It On", "Fly Away" und "I Belong to You" beschallen die Arena: Gesanglich ist der Amerikaner sehr gut in Form und man selbst fühlt sich wie in einer Zeitmaschine. Man sieht sich und seine Freundinnen in Teenagerjahren in der Disko in Jeans zu "Are You Gonna Go My Way" abtanzen. Auch Lennys Band, die er als Freunde vorstellt, liefert. Gitarrist Craig Ross ist bereits seit 1991 dabei. Er sorgt auch für die vielen, besser: sehr vielen Gitarren-Soli. Der Poser of the Night ist aber eindeutig Hoonch 'The Wolf' Choi am Bass. Das Highlight bleibt aber Schlagzeugerin Jas Kayser: Sie erhält bei der Bandvorstellung auch den größten Applaus.

Let Love Rule

Nach über zwei Stunden Spielzeit setzt Kravitz einen emotionalen Schlusspunkt. Er erinnert ebenfalls an die Opfer des Anschlags und bittet um einen Moment des Schweigens. Im Anschluss singt das Publikum "Let Love Rule", während sich Lenny ein Bad in der Menge gönnt. Er schafft es tatsächlich, im Innenraum eine ganze Runde in der großen Halle zu drehen, er umarmt seine Fans und gibt Autogramme. Nach knapp zweieinhalb Stunden tritt man beseelt den Heimweg an. Danke, Lenny. Love is in the Air!

Text: Jasmin Lütz

Fotos

Lenny Kravitz

Lenny Kravitz,  | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Lenny Kravitz,  | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Lenny Kravitz,  | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Lenny Kravitz,  | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Lenny Kravitz,  | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta)

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laut.de-Porträt Lenny Kravitz

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