Bollerwagen, Pavillons, Partyzone: Volbeat, Ice Nine Kills, Tom Morello, Marteria u.a. starten durch. Blink-182 kommen 2027

Nürnberg/Zeppelinfeld (dp) - Nürnberg. Das Wetter macht an diesem Wochenende, was es in Franken über Festivalgeländen am liebsten tut: Es bleibt unberechenbar. Mal drückt die Sonne durch die Wolkendecke, mal ziehen graue Schwaden über das Zeppelinfeld. Die Stimmung passt trotzdem: Rock im Park 2026 ist seit Monaten ausverkauft, die Anreise verläuft bereits seit Donnerstag wie ein nicht enden wollender Strom aus Bollerwagen, Pavillons und Vorfreude.

Der Blick gen Himmel

Auf den Campingflächen herrscht beste Laune. Nahe des Dutzendteichs haben Suse und Jan aus Augsburg ihr Lager aufgeschlagen. Von ihren Campingstühlen aus fällt der Blick direkt auf das historische Colosseum: "So eine geschichtlich aufgeladene Kulisse hat man nur hier. Am Montag besuchen wir noch das Doku-Zentrum, das ist uns ein Anliegen", erzählen sie, während ringsum die ersten Grills glühen und die Bassboxen der Nachbarn um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Der erste offizielle Festivaltag – parallel startet das Schwesterfestival Rock am Ring in der Eifel – beginnt mit dem Blick gen Himmel und der Hoffnung, dass die Wetter-App diesmal recht hat. Hat sie nicht. Bis in den Nachmittag hinein ziehen immer wieder kurze, dafür umso heftigere Regenschauer über das Zeppelinfeld. Die Ponchos feiern Überstunden, die Wege verwandeln sich zeitweise in kleine Schlammpisten. Doch irgendwann hat der Wettergott offenbar genug. Die Wolken reißen auf, es wird trocken – und bleibt es auch: Pünktlich zum Abend zeigt sich Rock im Park von seiner besten Seite.

Killing in the Name of

Auf der Utopia Stage übernimmt ein Mann, der seit Jahrzehnten keine Gelegenheit auslässt, Haltung zu zeigen. Tom Morello braucht nur wenige Minuten, um klarzumachen, worum es ihm geht. Seine Botschaf: "Love Music, hate Fascism". Danach lässt der ehemalige Rage Against The Machine-Gitarrist die Saiten sprechen. Morello liefert einen Karriere-Querschnitt, wechselt mühelos zwischen Solomaterial und den unsterblichen Klassikern seiner Hauptband.

Wenn die ersten Töne von "Killing In The Name" über das Gelände rollen, verwandelt sich die Menge augenblicklich in einen einzigen springenden Organismus. Für die einen schöne Jugenderinnerungen, für die anderen ein tanzbarer Oldie. Auch Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung haben die RATM-Songs nichts an Wucht verloren. Morello zeigt eindrucksvoll, warum er noch immer zu den innovativsten Gitarristen des Genres gehört.

Horror-ABC mit Ice Nine Kills

Währenddessen entwickelt sich die Mandora Stage zum vielleicht spannendsten Schauplatz des Tages. Besonders Ice Nine Kills liefern eine Show, die musikalisch ohnehin sitzt, aber vor allem visuell sämtliche Register zieht. Die Horror-Metaller machen aus ihrem Auftritt ein blutiges Best-of der Filmgeschichte. Plötzlich steht Hannibal Lecter auf der Bühne und zerfleischt einem Polzisten das Gesicht. Wenig später schwingt irgendwo der Geist von "Texas Chainsaw Massacre" sein Werkzeug. Frontmann Spencer Charnas und seine Mitstreiter sehen außerdem verdächtig nach Patrick Bateman aus "American Psycho" aus. Jeder Song wird zur neuen Szene eines makabren Theaterstücks. Das Publikum feiert jede Referenz, jeden Kunstblutspritzer und jede Pointe.

Dass die Mandora Stage auch darüber hinaus glänzt, beweisen Bury Tomorrow mit einem gewohnt energischen Abriss sowie am Abend Marteria. Trotz eines denkbar ungünstigen Parallelslots gegen Headliner Volbeat beweist der Rostocker, weshalb er seit über einem Jahrzehnt zu den Schwergewichten im deutschen Rap gehört. Vor dicht gedrängten Reihen verwandelt er die Bühne in eine Partyzone. Bei "Kids" gehen Tausende Arme in die Luft, "Lila Wolken" entwickelt sich erwartungsgemäß zum kollektiven Mitsing-Moment des Abends. Wer behauptet, Marteria sei inzwischen bloße Festivalroutine, hat diie Reaktionen vor der Bühne nicht erlebt.

Auf der Utopia Stage sammeln derweil auch The Pretty Reckless und Three Days Grace Pluspunkte. Taylor Momsen führt ihre Band souverän durch ein Set voller unbeschwerter Rock-Hymnen, während Three Days Grace mit ihrer Mischung aus Nostalgie und moderner Härte punkten.

Headliner ohne Schnickschnack

Die größte Ehre am Freitag gebührt Volbeat. Die Dänen verzichten weitgehend auf große Effekte, gigantische Inszenierungen oder aufwändige Überraschungen. Stattdessen setzen sie auf das, was sie seit Jahren machen: Songs. Ein Hit folgt auf den nächsten. "Lola Montez", "Still Counting", "For Evigt" – Volbeat liefern eine Lehrstunde darin, wie man ein Festivalpublikum ohne viel Schnickschnack begeistert. Das Zeppelinfeld singt, klatscht und springt das komplette Konzert über. Manchmal reichen eben gute Songs und eine Band, die genau weiß, wie sie sie einsetzen muss.

Den Abschluss des Tages übernehmen Bad Omens auf der Mandora Stage. Die US-Amerikaner liefern eine der atmosphärisch dichtesten Show am Freitags. Zwischen modernen Metalcore-Ausbrüchen, elektronischen Elementen und hymnischen Refrains gelingt ein Finale, das gleichermaßen rau wie emotional wirkt.

Blink-182 kommen

Und da Rock im Park traditionell nie ohne Überraschung auskommt, wartet kurz vor Ende noch eine besondere Nachricht auf die Besucher:innen. Für die 2027 wird bereits der erste Headliner verkündet: Blink-182 feiern bei Rock am Ring und Rock im Park ihre Premiere. Die Nachricht sorgt für entsprechend großen Jubel. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Am Samstag geht es bei strahlendem Kaiserwetter weiter. Mit A Perfect Circle, Sabaton und den unverwüstlichen Iron Maiden warten schon die nächsten Hochkaräter. Stay tuned!

Für uns vor Ort: Désirée Pezzetta.

Fotos

Rock im Park, 2026 Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern.

Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta) Linkin Park, Limp Bizkit, Papa Roach u.a. stehen in den Startlöchern., Rock im Park, 2026 | © laut.de (Fotograf: Désirée Pezzetta)

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