Megadeth eröffneten in Hannover den einzigen Deutschland-Gig abseits von Rock am Ring/Park. Das Wetter tat der Stimmung keinen Abbruch.
Hannover (alc) - Iron Maiden und Megadeth luden im altehrwürdigen Niedersachsenstadion zum Metal-Tanztee, und alle waren gekommen. Über 40.000 Fans strömten in die Calenberger Neustadt, um in der Betonschüssel am Maschsee die Metal-Dinos abzufeiern.
Dave Mustaine bestens gelaunt
Bei zunächst idealem Wetter mit bedecktem Himmel eröffneten Dave Mustaine und seine Megadeths den Abend. Mit dem Opener ihres wohl letzten Albums, "Tipping Point", gab das Quartett gleich von Anfang an Gas und lieferte einen Auftritt ab, der bei den bereits zahlreichen Zuschauern bestens ankam. Highlights setzten erwartungsgemäß die Klassiker, allen voran "Peace Sells" und "Symphony Of Destruction". Der Sound war nicht wirklich gut, was aber keinen der zahlreichen Crowdsurfer gestört hat. Vic Rattlehead präsentierte seinen Knochenschädel zunächst im weißen, dann im schwarzen Zwirn.
"Holy Wars... The Punishment Due" beschloss ein Set, das noch den einen oder anderen Song vertragen hätte. Mustaine war gut gelaunt, was wohl auch den euphorischen Publikumsreaktionen geschuldet war.
Nach den finalen Megadeth-Klängen erklomm ein Sprecher des Veranstalters die Bühne und wies darauf hin, dass das Wetter doch nicht ganz so dolle wäre, man aber für alle Eventualitäten gerüstet sei. Der Blick gen Himmel ließ Ungemach erwarten, zog sich die Wolkendecke doch immer weiter zu, Windböen im Schlepptau. Um es vorweg zu nehmen: Es goss zwar teilweise in Strömen, aber das befürchtete Donnerwetter von oben blieb zum Glück aus.
Wer im vergangenen Jahr Zeuge einer Live-Show der Eisernen war, dem kam die Setlist wohl überaus bekannt vor, bis auf "Infinite Dreams", das an sechster Stelle der Setlist "The Clairvoyant" ersetzte. Nach dem obligaten "Doctor Doctor" von UFO, das stets vor dem eigentlichen Konzertbeginn ertönt, legten Iron Maiden mit einem nostalgischen Viererpack los: "Murders In The Rue Morgue", "Wrathchild", "Killers" und "Phantom Of The Opera". Ein Hit folgte dann auf den nächsten, mit dem obligatorischen Eddie-Auftritt, Fahnengeschwenke, Maskentanz und dem Entschwinden Bruce Dickinsons bei "Hallowed Be Thy Name".
Dickinson in der Cryo-Kammer
Die Stimmung im weiten Rund war frenetisch, jeder Song wurde ohrenbetäubend laut bejubelt. Da störte der stets am Rande der Fremdscham auf der Bühne hampelnde Janick Gers auch nicht sonderlich. Jedes Bandmitglied war voll auf dem Posten, Simon Dawson am Schlagzeug hämmerte auf den Toms herum, dass es einem durch Mark und Bein fuhr. Langsam muss man sich Gedanken machen, ob Dickinson von der Bühne direkt in eine Cryo-Kammer wandert, um am nächsten Konzerttag wie aus dem Ei gepellt wieder vor seinem Publikum zu stehen. Wo andere im Alter von 68 Jahren gemütlich auf dem Altenteil liegen, derwischt der Sänger von einer Ecke der Bühne zur anderen. Beeindruckend.
Nach gut zwei Stunden exzellenter Unterhaltung war nach "Wasted Years" Schicht im Schacht, und die Meute machte sich im strömenden Regen auf den Heimweg. Gerne wieder.
















































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