Porträt

laut.de-Biographie

Femtanyl

"Ihre Musik ist in Onlinekreisen beliebt, insbesondere bei Furries". Danke Wikipedia, mit dem besonderen Touch, dass die blaue Einfärbung des Wortes "Furries" gleich zum freudvollen Weitersurfen in den endlosen Rabbitholes von Wikipedia einlädt.

Also: Wie wird man als Band besonders bei Furries beliebt? Das Duo Femtanyl, bestehend aus den Kanadiern Noelle Stockwood und Juno Callender, macht es vor: Sei einfach so insanely terminally online, wie man es nur sein kann.

Begonnen als das Soloprojekt von Noelle Stockwood macht sich Femtanyl (wahrscheinlich auch wegen des großartigen Namens) relativ schnell einen Namen auf den Discord-Servern der Welt. Tracktitel wie "Murder Every 1 U Know!" haben diesen modernen digitalen, queeren Appeal, der in diesen Spaces einfach runtergeht wie Öl. Quasi allein durch Mundpropaganda entsteht also relativ bald ein kleiner Hype in den Grenzwegen zwischen Digital Hardcore, Digicore und Hyperpop. Interessiertest du dich für nur eine dieser drei Subkulturen, dann wird dir Femtanlys Debüt-EP über den Weg gelaufen sein.

Die heißt "Chaser" und präsentiert ein Katzen-Avatar namens Token auf dem Cover - so viel zur Eingangsfrage. Aber die ganze Lingo der Tracktitel und die gimmickige Natur der Tracks machen natürlich etwas her - Noelle bekommt einen Plattenvertrag bei Artist Partner Group. Dort wird ihr auch ein Kerl vorgestellt, der eigentlich erstmal nur Livedrums für die Shows beisteuern soll. Noelle findet aber recht bald, dass Juno Callender eigentlich sehr gut versteht, was sie da mit dem Projekt reißen möchte - und so wird er ein permanentes Mitglied.

Ein anderer Kerl wird ebenfalls auf das Inzwischen-Duo auf: Danny Brown in seiner Raver-Midlifecrisis hat sich an allen Internetgenres ja einen Narren gefressen - und besonders Femtanyl tun es ihm an. Zusammen mit den Underscores tragen sie sehr viel zu seinem "Stardust"-Album bei, außerdem supporten sie beide ihn auf der zugehörigen Tour. Große Looks und seltsamer Genre-Crossover, der wahrscheinlich für den nächsten Schritt gerade recht kommt.

2026 veröffentlichen Femtanyl ihr offizielles Debütalbum "Man Bites Dog". Das Projekt markiert eine leichte Abkehr vom sonstigen Klamauk. Nicht, dass es unbedingt Leichtverdauliches für den handelsüblichen Electro-Fan wäre, aber die Dichte an Screamo-Vocals lässt auf jeden Fall nach. Trotzdem: Mit Festival-Bookings in der ganzen Welt und auch einem sonst vollen Terminkalender dürften Femtanyl ohne Frage an einer guten Position stehen, zu den Zugpferden ihrer Generation zu gehören.

Surftipps

  • Instagram

    Femtanyl auf Instagram

    https://www.instagram.com/femtanylll/?hl=en
  • Bandcap

    Musik

    https://femtanyl.bandcamp.com/
  • Offizielle Seite

    Merch

    https://femtanyl.com/

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