laut.de-Biographie
Sarah4K
"Bin 'ne Independent-Baddie. Fresse größer als der Arsch, dafür steh ich mit meim Namen" stellt sich Sarah4K auf ihrem neuen Album vor. Den Zusatz "4K" habe sie gegen das "K." ihres Nachnamens eingetauscht, als sie von ihrem Vater einen 4K-Fernseher geschenkt bekommt. Heute braucht sie keine Geschenke mehr von ihren Eltern, ihr Ghettorap auf Technobeats finanziert mittlerweile alles, was man zum Musikmachen braucht.
Keine Selbstverständlichkeit. Schlechte Noten, Stammgästin im Schulleiterbüro und Schulverweise. Sarah wächst in Bremen auf und bezeichnet sich im Interview mit Diffus als "sehr wütendes Kind". Als sie mit neun Jahren bei einem Rap-Battle mitmacht, findet sie zum erstem Mal einen Ort, an dem sie die Wut rauslassen kann. Dass sie also nur auf den Erfolgszug von Ikkimel und Co. nur, weil's gerade gut funktioniert, aufgesprungen sei, ist spätestens damit hinfällig. Für die Öffentlichkeit zugänglich macht sie ihre Musik erstmals 2018 auf Soundcloud. Ihre damals noch leise und flache Stimme entwickelt sich im Laufe ihrer Karriere zu einer, die keine Angst hat sich den Raum zu nehmen, den sie möchte.
Erste Erfolge lassen nicht lang auf sich warten. 2019 tritt sie live am Breminale-Festival auf. Sie performt als weiblicher MC, dass die damals eher noch eine Seltenheit sind, ist ihr egal. Das gilt auch fürs Graffiti malen - eine weitere Leidenschaft der Rapperin. Ihre rebellische Art erklärt sie dem Flutwelle Magazin so: "Ich habe dann später auch mal einen Ex-Freund gehabt, der meinte, Graffiti ist nichts für Girls. Der wollte mich irgendwie schützen, aber da kommt bei mir eher der Drang durch, es erst recht zu machen."
Unter der Woche arbeitet Sarah in einer Schule, wochenends kocht die Stimmung bei ihren Gigs in Clubs und auf Festivals hoch. Mit ihrem Bühnendebüt beginnt auch die bis heute andauernde Zusammenarbeit mit Produzent Lars Lichtgestalth. Sie bringen ein erstes größeres Werk "Wavybaby Mixtape" (2024) heraus, bei dem auch Admiral Klatsch, Uncle F und DJHTTPS mitwirken. In ihrem wohl erfolgreichsten Remix mit Paraçek "Auf Zelle" rappt sie auf Eurotrance über ihre neun Stunden in einem Bremer Gefängnis, weil sie beim Sprühen erwischt wurde.
Vier Major Label-Deals lehnt die Musikerin ab, sie will sich nämlich nicht in eine musikalische Schublade verbarrikadieren lassen, erklärt sie im Tresen Talk mit Pig. Eine wichtige Unterstützerin der Entscheidung ist ihre Managerin Sammy, die sie über ihre Booking-Agentur kennengelernt hat.
Mitte Mai 2026 veröffentlicht Sarah ohne Label ihr erstes Album "Okay?!Vol.1". Weil richtige Longplayer ihrem Anspruch nach aber eigentlich an die 20 Songs beinhalten sollen (das aktuelle hat "nur" zehn Tracks), teasert die Musikerin im selben Atemzug "Vol.2" an. Ihre Live-Erfahrungen erweitert sie am Mai auch mit ihrer ersten eigenen Tour.


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