Porträt

laut.de-Biographie

Henge

Stellt euch bildlich vor, irgendwo auf der Heide bei Manchester stünde ein Stargate. Ihr wandert dort hin und werft Gitarre, Bass, Synthies und ein Schlagzeug durch das Tor und fünf Minuten später spaziert eine bunte Truppe Außerirdischer durch dieses Tor, um mit Musik die Erde zu retten. Klingt bescheuert? Greetings humans!

Matthew C. Whitaker - Songs For The Weary Aktuelles Album
Matthew C. Whitaker Songs For The Weary
Wohlklingender Mutmacher in schweren Zeiten.

Mit diesem Schlachtruf begrüßen Zpor, Goo, Sol und Nom stets ihr Publikum, ehe sie die Anwesenden mit einem aberwitzigen Soundcocktail begeistern, den sie selbst Cosmic Dross nennen. Was hinter diesem Begriff steckt? Na, alles. Von Art/Progressive Rock der Marke Hawkwind und Captain Beefheart über Manchester Rave und Big Beat à la Prodigy, ein bissel Kraftwerk auf Pilzen werfen wir auch noch dazu, des weiteren Nintendocore, Western Twang-Gitarren, Devo schauen mit den B-52's um die Ecke. Ansonsten verbraten sie alles, was sonst nicht bei drei auf den Bäumen ist. Frank Zappa hat die Knilche wohl auch mal unterrichtet. Mit musikalischer Fingerfertigkeit sind die Herrschaften from outer space durchaus gesegnet.

Die Reise von Henge beginnt laut Bandhistorie vor vielen Milliarden Jahren, als Zpor, ein uralter Narr, Erfinder und Forscher, seinen Heimatplaneten Agricular in der Kosmischen Rotverschiebung 7 verlassen muss, als dieser von seiner sterbenden Sonne verschlungen wurde. Er besucht daraufhin Xylanthia im Sirius-Sternensystem, wo er die hochspirituelle Musikform namens Cosmic Dross erlernt. Cosmic Dross bedeutet übersetzt so viel wie "Kosmischer Schrott", die Band selbst beschreibt das in einer "öffentlichen Bekanntmachung" auf YouTube als "außerirdisches Musik-Genre". Wissenschaftler untersuchen die Auswirkungen auf die menschlichen Probanden, die sich der Frequenzen der Combo aussetzen. Dabei stellt sich heraus, dass eine 75-minütige Beschallung mit Cosmic Dross zu einer Zunahme des Glücklichkeitsfaktors um 60 Prozent führt. Na, wenn das mal nicht eine Ansage ist!

Zpors Lehrer war ein charismatischer Schlagzeuger namens Nom. Die beiden werden Reisegefährten und besuchen viele Planeten der Milchstraße, darunter die Venus, die zu jener Zeit einen apokalyptischen Klimawandel aufgrund des außer Kontrolle geratenen Treibhauseffekts erlebt. Dort retten sie einen Venusianer namens Goo, den sie an Bord ihres Raumschiffs nehmen. Das letzte Bandmitglied, das sich der Gruppe anschließt, ist ein Mensch. Nach einem Kontakt in der Astralebene lädt dieser Zpor und dessen Crew auf die Erde ein. Die extraterrestrische Hilfe scheint dringend nötig: Die Menschheit befindet sich an einem kritischen Punkt. Die Ressourcen der Erde werden für die Herstellung von Kriegswaffen verschwendet. Die Zeit drängt für die Menschheit. Hier merkt man bereits, dass hinter den lustigen Spinnereien und den Kostümen kluge Köpfe stecken, die sich auch gesellschaftskritisch geben.

Abseits der Band-Lore, die auch in Comic-Form über die Bandhomepage vertrieben wird, stecken hinter Henge Musiker aus Manchester, die in der dortigen Szene eine stabile Prominenz besitzen. Bandkopf Zpor aka Matthew C. Whitaker spielte dort in Formationen wie den Whiskycats und Gypsies Of Bohemia. Bei Erstgenannten taucht auch Schlagzeuger Nom, alias Sam Draper auf, dessen virtuoses Spiel dem Sound von Henge den nötigen Drive verpasst. Als ausgebildeter Jazz-Schlagzeuger ist das für ihn auch kein Problem. Den beiden stehen mit Peter Turner (Goo, Bass und Synthesizer) und Roy Medhurst (Grok, Synthesizer) zwei weitere Mitstreiter zur Seite, die dem Henge-Sound die nötige Abgezwackeltheit verpassen, die so typisch für den durchgeknallten Genre-Mix sind.

Dabei markiert die Veröffentlichung der Debüt-EP "Cosmic Dross" über Love Love Records am 7. Juli 2017 die interstellare Schaumgeburt der Band. Die fünf Songs bieten genug Material, um den freakigen Sound-Cocktail für den Live-Zirkus in und um Manchester interessant zu machen. Im selben Jahr debütieren Henge beim lokalen Parklife Festival. Ein gutes Jahr später folgt mit "Attention Earth!" das erste komplette Album. Schon der Opener "Mushroom One" mit schiebenden Dancehall-Beats und Twang-Gitarre stellt Schubladendenker vor ernsthafte Probleme. Elektronik vermischt sich mit verzwirbelten Synthies, um im nächsten Moment von einem fluffigen Reggae abgelöst zu werden.

Alle Termine anzeigen
Alle Termine anzeigen

Der Anfang ist gemacht, und so tourt sich das Quartett langsam aber sicher in die Herzen seines Publikums. So sehr, dass sie 2018 bei den Independent Festival Awards als bester Live-Act einen Preis einheimsen. Genau zum Beginn der Corona-Pandemie erscheint das zweite Studio_Album "ExoKosm", das mit "Exo" einen dynamischen Ritt durch abgedrehte Rhythmen präsentiert, wohingegen auf dem "New Planet" erst einmal wie weiland Django durch die interstellare Prärie geritten wird. Anfang der 2020er Jahre starten sie eine Comic-Serie, die sich mit den extraterrestrischen Personen und dem (fiktiven) mythologischen Background auseinandersetzt. Die erste Ausgabe, geschrieben vom 2000AD-Autor Tom Eglington und illustriert von Boo Cook und Phil Buckingham, visualisierte die außerirdische Hintergrundgeschichte der Band und deren visuelles Storytelling. Nachfolgende Ausgaben bauen darauf auf.

Das vierte Album "Alpha Test 4" 2023 markiert eine weitere Steigerung der Popularität der Band. Tracks wie "Get A Wiggle", "Self Repair Protocol" und "Wanderlust" avancieren auf Anhieb zu Dauergästen im Live-Programm der Außerirdischen. Ob mittags auf Festivals oder im kleinen verschwitzten Club, der Magie des Henge-Sounds kann man sich kaum entziehen. Im Januar 2025 nimmt "Journey To Voltus B" die Fanschar ein weiteres Mal auf eine Reise zu den Planeten mit. Just zu diesem Zeitpunkt machen auf Social Media Shorts von "Wanderlust" und "DNA" die Runde, was die Aufmerksamkeit für die Band schier explodieren lässt. Die positive Message der Band schlägt sich auch in den Kommentarspalten nieder, die ausnahmslos positiv ausfallen. Bei kaum einer anderen Band ist das Publikum derart verzaubert, was sich auch in ausverkauften Konzerten 2026 niederschlägt.

So richtig kommt der audiovisuelle Wahnsinn aber eben erst auf der Bühne rüber, wenn Henge von außerirdischen Fabelwesen namens Fungyal und Flygal flankiert werden. Da kommt Zpors Outfit samt Plasma-Lampe auf dem hübschen Hut noch mehr zur Geltung. Einen Live-Hit, den sie stets im Gepäck haben, ist "Demilitarise", der die Message der englischen Aliens perfekt zusammenfasst, wenn sie zu Gewaltfreiheit und Zusammenhalt aufrufen: "We demand that the weapons of war, are manufactured no more - demilitarise! We demand that we have in its place, the means to unite and colonise space". Klingt naiv? Vielleicht. Aber was kann man dagegen schon ernsthaft einwenden?

Alben

Termine

Mi 08.04.2026 Hamburg (Knust)
Do 09.04.2026 Flensburg (Volksbad)
Fr 10.04.2026 Lübeck (Treibsand)
Sa 11.04.2026 Oldenburg (Cadillac)
Mo 13.04.2026 Köln (Club Bahnhof Ehrenfeld)
Alle Termine ohne Gewähr

Surftipps

  • Offizielle Seite

    Merch, Musik und Infos from outer space.

    https://hengemusic.com/
  • Matthew C. Whitaker

    Seite des Sängers und Gitarristen.

    https://matthewcwhitaker.com/
  • Instagram

    Reels, Humans!

    https://www.instagram.com/henge_cosmicdross/

Noch keine Kommentare