laut.de-Biographie
Kerry King
Er züchtet zwar Schlangen, doch wenn Kerry King so etwas wie ein 'spirit animal' hat, ist es wohl ein Monstertruck: laut, unübersehbar und einzig dazu gemacht, um zu zerstören. So sieht sich der Mann, der mit Slayer Thrash-Metal-Geschichte geschrieben hat, wahrscheinlich auch selbst.
Kerry King kommt am 3. Juni 1964 in Los Angeles, Kalifornien zur Welt. Er wächst mit zwei Schwestern und seinen Eltern in einer laut Eigenaussage "ziemlich normalen" Familie auf. Bereits als Teenager verfällt er mit Leib und Seele dem Heavy Metal: Judas Priest, Black Sabbath, Iron Maiden und andere Pioniere der Teufelsmusik inspirieren ihn dazu, eine Gitarre in die Hand zu nehmen.
1981 begegnet er per Zufall einem blonden Typen, der auf einer Klampfe herumdudelt: Jeff Hanneman. Die beiden Gitarristen verstehen sich auf Anhieb und spannen mit Tom Araya (Vocals, Bass) und Dave Lombardo (Schlagzeug) zusammen. Slayer sind geboren und werden zu einer prägenden Kraft der aufkommenden Thrash-Metal-Szene.
King atmet und lebt den Geist von Slayer. Der Werdegang der Band und seine eigene musikalische Karriere sind über Jahrzehnte hinweg deckungsgleich. Nur 1984 schnuppert er kurz bei Megadeth rein, die Dave Mustaine nach seinem Rauswurf von Metallica gegründet hatte. Doch King kehrt nach nur wenigen Liveauftritten zu Slayer zurück, die bald darauf den Genre-Meilenstein "Reign In Blood" raushauen. Fucking Slaaaaaayeeeer machen sich damit unsterblich.
Als King in den 90er-Jahren die langen Haare ausfallen, macht er aus der Not eine Tugend: Glatze geschoren und eine dämonische Fratze drauftätowiert. Nebst dem langem Zottelbart wird das zu seinem neuen Markenzeichen. Nicht nur dank dieses feschen Looks wird er in der Folge mehr und mehr zum Aushängeschild von Slayer: King ist gerne zu Interviews bereit und hält mit seiner Meinung, knackigen Zitaten (und Sellout-Vorwürfen an andere Combos) nie hinterm Berg.
Zudem tritt er immer wieder mit Gastauftritten als Gitarrensolo-Gniedler in Erscheinung, was bereits auf zwei Tracks des Beastie Boys-Debütalbums "Licensed To Ill" (1986) beginnt und sich später bei Sum 41 und Pantera fortsetzt. Auch in der Horrorkomödie 'Studio 666' der Foo Fighters wirkt er in einer Nebnerolle mit.
Als nach dem Tod von Jeff Hanneman 2013 auch das Ende von Slayer naht, ist King noch lange nicht bereit, das Handtuch zu werfen. Nach dem finalen Album "Repentless" und einer ausgedehnten Abschiedstournee verkünden die Totschläger 2019 ihren Ruhestand, was der Gitarrist als völlig verfrüht kritisiert: "Die Helden meiner Kindheit spielen noch immer!", empört sich King.
King werkelt in der Folge an seiner Soloband. Dafür schnappt er sich Schlagzeuger Paul Bostaph (mit dem er zuletzt bei Slayer zusammengespielt hat), Bassist Kyle Sanders (Hellyeah), Gitarrist Phil Demmel (Machine Head, Vio-lence) und Sänger Mark Oseguada (Death Angel). Wegen der Coronavirus-Pandemie muss der Startschuss zwar etwas warten, doch 2024 bringt die schlicht 'Kerry King' benannte Truppe ihr Debütalbum "From Hell I Rise" raus. King schreibt Musik wie auch Texte fast im Alleingang, was bedeutet: Unterschiede zur Slayer-Spätphase muss man mit der Lupe suchen.
Ein Neustart mit knapp 60 Jahren: Mit seiner Soloband bespielt King wieder kleinere Hallen und Clubs vorab in Nordamerika und Europa, teilweise auch im Support-Slot etwa für Gojira oder Mastodon. Da kommt es ihm wohl ganz gelegen, dass Slayer ab 2024 mit gelegentlichen Konzerten wiederauferstehen und entsprechend Reibach machen.
"Ich bin begeistert, wieder da zu sein. Es ist das, wofür ich auf diesem Planeten bin, und ich liebe es", sagt Kerry King dem 'Metal Insider'. Jaja, für den Thrash Metal nimmt dieser Tough Guy sogar das L-Wort in den Mund.


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