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Gnarls Barkley - "St. Elsewhere"

Wenn 2006 einen omnipräsenten Hit hatte, der unentwegt an jeder Ecke dudelte, dann war das "Crazy". Im Jahr zuvor verfrüht ans Licht der Öffentlichkeit gesickert, bereitete dieser Song den Weg für den Aufstieg eines bis dato unbekannten Acts namens ... hö? Wer zum Teufel ist dieser Gnarls Barkley?

Man hätte die Frage korrekterweise im Plural stellen müssen: Wer sind das? Dass hinter dem knautschigen Pseudonym ein Duo steckte, stellte sich relativ schnell heraus. Auch, dass es sich um das gemeinsame Projekt von Danger Mouse und Cee-Lo Green handelte. Wie aber tatsächlich klingt, wenn einer der angesagtesten Hip Hop-Producer seiner Zeit (als der der gefahrenerprobte Mäuserich spätestens seit dem "Grey Album" galt) und die Soul Machine aus dem tiefsten Dungeon des dreckigen Südens, ein wahrer Ein-Mann-Gesangsverein, ihre ganze Kreativität und sämtlichen Talente zusammenwerfen, hatte man sich kein Stück ausmalen können ...

... bis "St. Elsewhere" kam. Passend zu seinem Titel, katapultierte dieses Album tatsächlich an einen ganz, ganz anderen Ort. Einen, an den Funk, schrappende Gitarren und spacige Elektro-Sounds genau so ihren Platz finden wie Gospel, Motown-Soul, mindestens drei New Orleans-Straßenparaden, eine Zirkusarena auf Speed und, ja, verdammt, auch Pop. Dass diese wilde Mischung die Leute nicht komplett überforderte, ist das vielleicht größte Wunder an diesem Album, das überall mühelos in die Top Ten flutschte.

"The Odd Couple" kredenzte zwei Jahre später einen Nachschlag. Der dritte Streich, angekündigt seit 2013, ist bisher nicht erschienen, auch wenn insbesondere Cee-Lo in unregelmäßigen Abständen Öl in die noch immer vor sich hinschwelende Glut der Hoffnungen kippt. Das versprochene neue Gnarls Barkley-Album komme "soon", heißt es dann. Zuletzt im April 2025.

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Gnarls Barkley - "St. Elsewhere"*

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