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2000er, Platz 2: Cannibal Ox

Alle, die uns für jeck halten, weil wir eine Crew, die zu Beginn der 2000er ein einziges Album veröffentlicht und uns dann 14 verdammte Jahre (!) auf den Nachfolger hat warten lassen, zu den besten Crews der Dekade zählen, haben akuten Nachholbedarf. Wer das nicht versteht, hat ganz offensichtlich "The Cold Vein" nicht gehört, mindestens, wie der NME einst schrieb, das "What's Going On" für das Hip Hop-Zeitalter. Dieses Album ist so eiskalt und brutal, so bitterböse und bei alldem so scheißtraurig, es hinterlässt Gefrierbrand auf Herz und Seele.

Dass es nach all den Jahren noch immer so unorthodox und futuristisch klingt wie bei seinem Erscheinen vor inzwischen einem Vierteljahrhundert, dafür gebühren alle Lorbeeren dem Produzenten El-P. Er verwandelt jede einzelne Silbe aus den Mündern von Vast Aire und Vordul Mega in ein Projektil. Die Lyrics der beiden battlegestählten MCs aus Harlem bergen Stoff für mehrere sprachwissenschaftliche Arbeiten, dabei wuchsen die Worte zugleich ohne jeden Zweifel im Dreck der Straße.

Wie ein ins Ghetto gekrachter Mond liegt "The Cold Vein" in der Hip Hop-Landschaft, monolithisch, dominant, nicht von dieser Welt. Selbst wenn Cannibal Ox nie etwas anderes abgeliefert hätten: Mit dieser Visitenkarte empfehlen sie sich locker als eine der besten Rap-Crews. Of all time, für alle Zeiten.

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