Armenien: Simón - "Paloma Rumba"
Wen haben wir denn hier?
Mit einem sperrigen Nachnamen wie Howhannisjan kannste international nix reißen, deswegen firmiert der von Armenien ins Rennen geschickte Kandidat schlicht unter seinem Vornamen: Simón. Anzunehmen, dass seine Eltern nicht gerade begeistert von den Karriereentscheidung ihres Sohnemanns waren: Der Sprössling einer Ärztefamilie hatte eigentlich Wirtschaftswissenschaften studiert, diesen "richtigen Beruf" dann aber an den Nagel gehängt, um lieber seinen Leidenschaften zu frönen: Musik und Tanz. Damit ist er in seiner Heimat recht erfolgreich: Er zählt zu den bekanntesten Tänzern und Performern des Landes.
Was singt der da?
"My song tastes like fizzy candy", erzählt uns Simón. Was er damit meint, weiß wahrscheinlich allenfalls er selbst. Konkreter wird er zum Glück bei der Erklärung seines Titels: "'Paloma' bedeutet 'Taube' und steht für Freiheit", sagt er, "und bei 'Rumba' gehts ums Tanzen." Damit kennt er sich ja aus. Ihm geht es, heißt es, um den Ausbruch aus dem Alltagstrott und darum, zu tun, was auch immer verdammtnochmal Spaß macht. Yay.
Wie finden wir das?
Wer ob des Titels einen gediegenen Schwof erwartet hat, sollte besser aufpassen, sich nicht aus den Tanzschühchen fönen zu lassen: Das hier geht unerwartet derbe zur Sache. Seiner eigenen Aufforderung "Rock dis!" kommt Simón jedenfalls vollumfänglich nach, und das Video zum Song ist Bombe.
Hat das Chancen?
Wenn Simón das auch nur halbwegs auf die Bühne transportiert kriegt, hat das das Potenzial, Publikumsherzen im Sturm zu nehmen wie vor ihm etwa (außer denen italienischer Faschos) ein Tommy Cash. Ich erwarte schon, dass sie live vor Ort in der Halle dazu steilgehen ... oder wissen sie in Wien etwa nicht, wie man eine kleine Rumba tanzt?
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