Schweiz: Veronica Fusaro - "Alice"
Wen haben wir denn hier?
ESC-Teilnehmer*innen, die Auftritte beim Glastonbury und Support-Shows für Mark Knopfler auf ihrer Habenseite verbuchen, sind wir bisher wahrscheinlich noch nicht allzu oft begegnet. Veronica Fusaro, ist so eine. Die schweizerisch-italienische Sängerin, die unter anderem mit dem Musikpreis ihrer Heimatstadt dekoriert wurde, stammt aus dem idyllischen Thun. Ihr Debüt veröffentlichte sie 2023, es schaffte es in die eidgenössischen Top fünf. Ihr zweites Album ist Ende des letzten Jahres erschienen. Um die Schweiz beim ESC vertreten zu dürfen, musste Fusaro trotz all dieser Lorbeeren Ausdauer beweisen. Sie versuchte es bereits 2017, 2018 und 2025, erst ihr vierter Anlauf war erfolgreich.
Was singt die da?
Inspiration für den Song im Walzer-tauglichen Sechsachteltakt haben angeblich Nirvana geliefert, mit "Polly". Die Gitarren, die (beim ersten Mal recht unerwartet) bei "Alice" reinscheppern, künden davon. Die Lyrics erzählen von Gewalt gegen Frauen, aus der Täterperspektive. Die Frau, um die es geht, kommt zwar vor, aber nicht zu Wort. "Alice bin ich, Alice ist meine beste Freundin, deine Schwester oder die Mutter eines Bekannten", sagt Veronica Fusaro und unterstreicht damit die traurige Realität eines allgegenwärtigen Problems.
Wie finden wir das?
Dies ist wieder einer der raren Songs, die nicht 500 Meter gegen den Wind wie ein ESC-Beitrag riechen. "Alice" könnte locker auch abseits davon im Radio laufen. Was daran liegt, dass es nicht speziell für den Wettbewerb geschrieben worden ist: Die Nummer findet sich auf Fusaros aktuellem Album "Looking For Connection".
Hat das Chancen?
Abgesehen von dem jaulenden Gitarrensolo gegen Ende find' ich das ganz cool. Interessante Stimmfarbe auch. Für ein Spektakel wie den ESC ist das aber wahrscheinlich einfach way too un-spektakelig.
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