Österreich: Cosmó - "Tanzschein"
Wen haben wir denn hier?
In gewisser Weise den Gastgeber: Obwohl er als Sohn einer Ungarin und eines Deutschen in Budapest zur Welt gekommen ist, vertritt Cosmó das Land, in dem er aufgewachsen ist. Österreich, nämlich. Musik spielte in seinem Leben durchgehend eine Rolle. Schon mit vier zeigte sich seine Passion. Es folgten Klavierstunden mit sechs und Gesangsunterricht mit 13 Jahren. Seitdem schreibt und komponiert Benjamin Gedeon, so sein Name, wenn er nicht gerade einen Stern über einem Auge trägt, seine eigenen Songs. Deutsche Zuschauer*innen könnten ihn aus "The Voice Kids" kennen: Gedeon trat dort zweimal an, 2022 erreichte er das Finale.
Was singt der da?
"Tanzschein", verortbar irgendwo zwischen NDW und Disco, mit (wie sich das für Österreich gehört) einer Prise Falco, entstammt im wesentlichern seiner eigenen Feder. Cosmó plädiert darin für eine rigidere Türpolitik an den Pforten der Tanztempel. Machos, Poser und übergriffige Wichser aussortieren, um Clubs wieder zu einem Ort zu machen, in denen tatsächlich das Tanzen im Vordergrund steht: klingt eigentlich nicht nach der schlechtesten Idee. Im österreichischen Vorentscheid setzte sich der Song als Publikumsliebling durch.
Wie finden wir das?
Leider ist er, musikalisch betrachtet, einigermaßen dröge geraten. Im Song entwickelt sich nicht viel, und die Gesangsleistung reißt jetzt auch nicht vom Stuhl.
Hat das Chancen?
Kein Stück, sagen die Prognosen. Aber vermutlich möchte Österreich einfach ein guter Gastgeber sein und die Bühne wieder für andere freigeben. Wenn auch erst nach dem Finale: Dafür ist Cosmó als quasi Titelverteidiger ja gesetzt.
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