Ukraine: Leléka- "Ridnym"
Wen haben wir denn hier?
Unter Leléka firmiert eigentlich ein in Berlin ansässiges Ethno-Jazz-Quartett um Sängerin Viktortia Leléka, die der Combo ihren schönen Nachnamen lieh. Er bedeutet "Storch". Hier tritt sie allerdings solo an, ebenfalls als Leléka. Ihre Teilnahme am ESC kam nicht überall in ihrem Heimatland gut an. Manch eine kritische Stimme bemäkelte, jemand, der seit 2014 nicht mehr im Land lebe, könne die kriegsgebeutelte Ukraine gar nicht angemessen vertreten.
Was singt die da?
Leleka singt, dessen ungeachtet, von Wurzeln, die noch Wasser führen, und Bäumen, die irgendwann wieder in den Himmel wachsen. Aus ihrem Song über "Ridnym", zu Deutsch "Verwandte", klingt also, was das Land wahrscheinlich dringender braucht als alles andere: Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Ihr Song, sagt sie, berge zwar keine expliziten politischen Botschaften, sei aber unter dem Eindruck des russischen Überfalls auf ihr Heimatland entstanden.
Wie finden wir das?
Das ist halt wieder eine dieser dramatischen Balladen, wenn auch etwas moderner ausgestaltet als beispielsweise der lettische Beitrag. Höherer Elektro-Anteil, etwas (!) überraschenderer Verlauf. Wer den (übrigens ganz wunderbaren) ESC-Film "The Story of Fire Saga" gesehen hat, muss wahrscheinlich (obwohl man sich dabei ein bisschen pietätlos fühlt) ebenfalls grinsen, aber ... ach ... ihr hört es doch auch?! Diese Frau singt ihn, DEN SPHÄRENTON!
Hat das Chancen?
Die Power dramatischer Balladen beim ESC sollte man schon ganz grundsätzlich nicht unterschätzen. Da, egal, wie unpolitisch die Veranstaltung auch sein möchte, neben den rein musikalischen immer auch andere Faktoren eine Rolle spielen, ist mit Solidaritäts-Stimmen für die Ukraine zusätzlich zu rechnen. Der Finaleinzug für Leléka dürfte also Formsache sein, die Voraussagen prophezeien ihr im Endspiel eine Top-Ten-Platzierung.
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