"Nightcall" war sein Meisterstück, 2022 befreite er sich aus dem Schatten des "Drive"-Soundtracks. Der Synthwave-Star wurde nur 50 Jahre alt.

Paris (mis) - Vincent Belorgey, der unter dem Namen Kavinsky berühmt wurde, ist tot. Der französische DJ und Produzent wurde am Dienstag Abend leblos in seiner Wohnung in Paris aufgefunden. Er wurde 50 Jahre alt. Wie "Le Figaro" berichtet, litt der Musiker seit einigen Tagen an Kopfschmerzen, so dass die Behörden einen Schlaganfall als Todesursache vermuten. Sein Nachbar im 18. Arrondissement, der ihn länger nicht mehr gesehen hatte, rief gestern die Polizei.

Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Nachricht, kondolierte der französische Präsident Emmanuel Macron auf Social Media, Kavinsky sei "für immer ein Grund für französischen Stolz". Kulturministerin Catherine Pégard ergänzte: "Mit dem plötzlichen Tod von Kavinsky verliert Frankreich eine seiner einzigartigsten Stimmen."

2010 gelingt Kavinsky mit dem Song "Nightcall" ein überraschender Welterfolg (343 Mio. Youtube-Views), der aus dem Soundtrack zum stark 80er-beeinflussten Neo-Noir-Thriller "Drive" mit Ryan Gosling heraussticht. Zuvor sammelt Belorgey bereits jahrelnag Fame im Underground mit Singles auf Busy Ps Ed Banger-Label. Nach einigen Jahren als Schauspieler mussten ihn Mr. Oizo und Jackson Fourgeaud (Jackson And His Computerband) im Jahr 2005 erst zur Musik überreden.

Der immense Erfolg von "Nightcall" ist dem öffentlichkeitsscheuen Franzosen jedoch nicht geheuer und er legt bereits geplante Aufnahmen auf Eis. Dem NME sagte er damals: "Ich hatte Angst davor, mir vorzustellen, wie meine Musik nach diesem Erfolg aussehen würde. Ich ging zwei Schritte zurück und begann mir vorzustellen, was ich danach aufnehmen würde, in meinem eigenen Tempo. Ich war mir nicht sicher, was ich als nächstes tun wollte."

Dem Nummer-eins-Album "Outrun" von 2013 folgen daher acht Jahre Pause, bis 2021 plötzlich "Renegade" vorliegt, ein bedächtig groovender Funk mit Vocals à la The Weeknd von Cautious Clay. 2022 erscheint tatsächlich ein "Outrun"-Nachfolger: "Reborn" war genau das, ein weiteres cineastisch-anmutendes Synthwave-Meisterwerk mit druckvollen Beats, erhabenen Streicher, hellen Synthies und Captain Future-Feeling. Nachdem Kavinsky "Nightcall" bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2024 in Paris aufführte, avancierte der Song zum meistgeshazamten Song an einem einzigen Tag in der Shazam-Geschichte.

Weiterlesen

laut.de-Porträt Kavinsky

Geboren aus dem Geiste des French-House-Producers Vincent Belorgey, geboren 1975, fungiert Kavinsky als dessen Alter Ego. Nach vielen Jahren als Schauspieler …

2 Kommentare