Lieber Glücksgefühle statt politische Meinungen? Marian Gold ist fassungslos und beklagt eine Verletzung von Meinungsfreiheit und Toleranz.

Hockenheimring (mis) - Einen Tag vor dem Start des Glücksgefühle Festivals am Hockenheimring hat der Veranstalter die Synthie-Pop-Band Alphaville ausgeladen. Dies machte Sänger und Songwriter Marian Gold am Morgen auf den Social-Media-Accounts der Band bekannt.

In der Begründung für die Absage habe das Festival-Team folgenden Grund genannt: "Wir dulden keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art auf unserer Bühne (...) Aus diesem Grund möchten wir von einem Auftritt von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival Abstand nehmen." Gold sieht darin "Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie" verletzt und nennt die Entscheidung einen "feindseligen und vollkommen unnötigen Akt", der tief blicken lasse, "was das Demokratie- und Weltverständnis der Verantwortlichen des Glücksgefühle Festivals betrifft." Hier sein Posting im Original:


Vom Glücksgefühle Festival, zu dessen Organisatoren Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski und der Musikmanager Markus Krampe zählen, existiert bisher kein öffentliches Statement. Alphaville sollten am Freitag um 14.30 Uhr auf der Dopamin Stage auftreten und sind auf den Seiten des Festivals nach wie vor im Line Up aufgeführt.

Darüber, an welchen politischen Themen die Glücksgefühle-Macher bei einer Band wie Alphaville Anstoß nehmen könnten, lässt sich nur mutmaßen. Marian Gold ist bekannt als unerschütterlicher Vorkämpfer für freiheitliche und rechtsstaatliche Demokratie. In der Vergangenheit ging er sowohl gegen US-Präsident Donald Trump als auch gegen die rechtsextremistische Partei AfD vor, die den Alphaville-Song "Forever Young" unerlaubterweise in ihren sozialen Medien und zu Propagandazwecken verwendet hatten.

Das Glücksgefühle Festival ist als Poldis Open Air bekannt und steht für ein am Pop-Mainstream orientiertes Programm, das 2023 erstmals über die Bühne ging. Im letzten Jahr besuchten 250.000 Menschen das Drei-Tage-Festival. An diesem Wochenende treten unter anderen Marteria, Scooter, David Guetta, Ski Aggu, Andreas Gabalier, Zartmann und Mark Forster auf.


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Alphaville

Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Alphaville,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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laut.de-Porträt Alphaville

Ja, es gibt sie noch und es hat sie immer gegeben. Wer kennt nicht "Forever Young", mittlerweile verhunzt von etlichen Ich-Will-Auch-Mal-In-Die-Charts-Hüpfern?

17 Kommentare mit 32 Antworten

  • Vor 9 Tagen

    Meine Vermutung ist, dass sie endlich gemerkt haben, wie sehr "Forever Young" sich in die Perfektionismus-Neurosen unserer Zeit einreiht und somit ganz und gar nicht für Glücksgefühle sorgt, sondern eher für (Jugend-)Wahn, Realitätsferne und Gefühlschaos steht, in Verbindung natürlich mit den geltenden Tik-Tok-Trends.

  • Vor 9 Tagen

    Peinlich vor allem, wenn man sich den Rest des Line Ups anschaut. Im Gegensatz zu Alphaville sind da Acts mit durchaus interessanten Positionen dabei. Nura hat sich nicht nur mit Ruhm bekleckert was Israel und Palästina angeht (ja, nur meine Meinung, bitte keine neue Grundsatzdiskussion) und mit Andy Gabalier hat man einen Wirtshausfascho am Start.

    • Vor 9 Tagen

      Nicht nur Deine Meinung und mit Gabalier trifft Du den Nagel auf den Kopf. Dessen Weltbild und Frauenbild zaubert jedem Identitären blaue Herzchen in die Augen.
      Da kann man jemanden, der sich offen für Demokratie einsetzt nun wahrlich nicht gebrauchen, bei solchen Acts. Mich überkommt gerade wieder dieser Würgereiz.

    • Vor 9 Tagen

      Andreas Gabalier zu BILD: „Ich bin seit 2013 nicht mehr auf Festivals aufgetreten, weil ich seitdem auch alleine die großen Hallen und Stadien füllen darf“.
      Weiß gerade nicht was schlimmer ist: die Auslade-Aktion, der Fascho, der scheinbar große Hallen füllt oder das Festival? ich bin maximal ratlos und finde glaube ich alles gleich scheisse…

    • Vor 9 Tagen

      Nicht nur Du.

    • Vor 9 Tagen

      Und jetzt alle:
      Hodi odi ohh di ho di eh
      Hodi odi ohh di ho di eh
      Hodi odi ohh di ho di eh
      Hodi odi di eh …

      Wenn ich mir vorstelle, wie das aus zehntausenden Kehlen schallt, reicht Fremdscham bei weitem nicht mehr aus. Dafür müsste man ein neues Wort erfinden.

    • Vor 9 Tagen

      Nura…. Moment, da haben wir doch ein Protokoll zur Weiterführung der Diskussion, oder?
      1) Apartheidsstaat
      2) Islamfaschismus
      3) Siedlungsausbau
      4) Antisemitismus
      5) Völkermord
      6) kein Völkermord, sieht nur aus der Distanz betrachtet ganz schön ähnlich aus

      und dann gab es doch noch zwei Zusatzpunkte, an die ich mich aber leider nicht mehr genau erinnere. Einer war glaube ich Nazipunks, kann das sein?

  • Vor 9 Tagen

    Aber ein reaktionärer Lappen wie Gabalier, der sich auf Coverfotos gerne mal zum Hakenkreuz verrenkt geht klar, sowie queer- und frauenfeindliche Sprüche absondert, geht offenbar klar. Welche krass-staatsgefährdenden Äußerungen, die das Publikum dieser Veranstalztung nachhaltig traumatisieren könnten erwartet man denn von Alphaville?
    Will man sich da unter Umständen einem aktuellen Zeitgeist vorauseilend anbiedern, dessen Protagonisten stets verlangen, Musik müsse "unpoliddisch" sein..?!

    • Vor 9 Tagen

      Beide Fragen kann man eindeutig mit „Ja“ beantworten.
      Oder um Poldi aus der legendären TicToc-Werbung zu zitieren: „Klarer Sieg für alle“ - oh man.

    • Vor 9 Tagen

      Ja, so ist das wohl. Zumal die Entscheidung eine Band wegen vergangener Ansagen oder Äußerungen auszuladen bereits hochpolitisch ist, vor allem wenn man Alphaville auslädt, und Gabalier auftreten darf.

    • Vor 9 Tagen

      Vorauseilend trifft es ziemlich genau, befürchte ich.
      Rückgratloser Opportunismus at it's best.

    • Vor 9 Tagen

      Ob Festival oder BRD: Wenn mans genau nimmt, ist Hass auch nicht politisch. Insofern alles easy, entspannt euch mal.