MIt Hunderttausenden KI-Songs und Milliarden gefälschten Streams erschlich sich Michael Smith über acht Millionen Dollar. Nun wurde der US-Amerikaner zu 18 Monaten Haft verurteilt.
New York (sdk) - Milliarden Streams, Hunderttausende Songs und Millionen Dollar an Einnahmen. Was zunächst nach einer beeindruckenden Musikkarriere klingt, entpuppt sich im Fall von Michael Smith als groß angelegter Streaming-Betrug. Am 6. Oktober verurteilte ihn ein US-Gericht dafür zu 18 Monaten Haft. Mithilfe künstlicher Intelligenz und Tausender Bots hatte sich der 54-Jährige über acht Millionen US-Dollar erschlichen.
Bereits im März 2026 bekannte sich Smith der Verschwörung zum Überweisungsbetrug schuldig. Während die Staatsanwaltschaft mindestens 46 Monate Haft forderte, plädierte seine Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe. Zusätzlich zur Haftstrafe ordnete das Gericht zwei Jahre anschließende Bewährungsaufsicht und die Abgabe der unrechtmäßig erhaltenen Tantiemen an. Laut US-Justiz handelt es sich um den ersten Strafprozess dieser Art wegen KI-gestützten Streaming-Betrugs in den USA.
Zwischen 2017 und 2024 ließ Smith Hunderttausende KI-generierte Songs auf Plattformen wie Spotify, Apple Music, Amazon Music und YouTube Music hochladen. Anschließend sorgten automatisierte Bots dafür, dass die Titel milliardenfach abgespielt wurden. Zeitweise nutzte er dafür bis zu 10.000 Bot-Accounts gleichzeitig. Um nicht aufzufallen, verteilte er die künstlichen Streams auf möglichst viele verschiedenen Songs und umging so die Betrugserkennung der Streamingdienste.
Wie absurd die Zahlen ausfielen, zeigt ein Vergleich: Im April 2023 generierten Smiths Bots allein über Familienabonnements bei YouTube Music bis zu 80,9 Millionen Streams. Taylor Swifts gesamter Musikkatalog kam im selben Zeitraum über diese Abo-Art auf dem Streamingdienst auf gerade einmal 9,3 Millionen Aufrufe.

1 Kommentar
Taylor Swift hat im April 2023 durch Streaming wahrscheinlich trotzdem wesentlich mehr Geld gesehen, als Michael Smith. DAS ist absurd.