Das Landgericht München entscheidet zugunsten der GEMA. Für die Musikbranche ist das ein wichtiges Signal.

München (map) - Das Landgericht München hat im Rechtsstreit zwischen der GEMA und dem KI-Musikunternehmen Suno weitgehend zugunsten der Verwertungsgesellschaft entschieden. Suno darf bestimmte urheberrechtlich geschützte Musikwerke künftig nicht ohne Zustimmung vervielfältigen oder für das Training seines KI-Modells verwenden. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Im Zentrum des Verfahrens standen sechs bekannte Songs: "Atemlos", "Daddy Cool", "Rasputin", "Big in Japan", "Forever Young" und "Mambo No. 5". Die GEMA warf Suno vor, geschützte Musik ohne Lizenz für das Training seiner generativen KI verwendet zu haben. Suno bestreitet ein direktes Kopieren der Werke. Im Verfahren räumte das Unternehmen allerdings ein, unter anderem "Forever Young" während der Entwicklungsphase verwendet zu haben.


Die entscheidende Frage war damit: Darf ein KI-Unternehmen urheberrechtlich geschützte Musik einfach zum Trainieren seines Modells verwenden oder braucht es dafür eine Lizenz? Das Münchner Gericht beantwortete diese Frage im konkreten Fall zugunsten der GEMA. Neben dem Verbot muss Suno außerdem Informationen über entsprechende Gewinne offenlegen. Über mögliche Schadensersatzzahlungen ist damit allerdings noch nicht endgültig entschieden.

Für die GEMA ist das ein weiterer Erfolg im Kampf um die Rechte von Musikschaffenden. Bereits im November 2025 hatte die Verwertungsgesellschaft vor demselben Gericht gegen OpenAI gewonnen. Auch dieses Urteil ist noch Gegenstand eines Berufungsverfahrens.

Ein wichtiger Etappensieg

Trotzdem sollte man das Suno-Urteil nicht vorschnell zur großen Revolution im KI-Urheberrecht erklären. Es ist ein wichtiges Signal, weil Rechteinhaber damit zeigen, dass sie die Nutzung ihrer Werke durch KI-Unternehmen nicht einfach hinnehmen. Gleichzeitig ist der Weg lang: Suno ist nur eines von zahlreichen Unternehmen, die ihre Modelle mit riesigen Mengen an Musik trainieren. Und selbst wenn ein Gericht heute die Nutzung bestimmter Werke untersagt, sind die entsprechenden Daten möglicherweise längst in bestehenden Modellen und Datenbeständen verarbeitet.

Die GEMA setzt deshalb nicht ausschließlich auf Verbote. Sie will KI-Anbieter vielmehr über Lizenzmodelle an der Nutzung geschützter Musik beteiligen und damit eine Vergütung für die Kreativen etablieren. Ende 2024 stellte sie dafür bereits ein eigenes KI-Lizenzmodell vor: inzwischen bietet sie mit "PLAI by GEMA" auch einen Datensatz für KI-Training mit rechtlich geklärten Inhalten an.

Wie soll ein faires System für KI-Musik also aussehen, wenn Rechteinhaber ihre Werke schützen wollen, KI-Unternehmen Zugang zu möglichst großen Datenmengen brauchen und die Musik, um die es geht, längst Teil dieser Systeme ist?

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3 Kommentare mit einer Antwort

  • Vor 4 Stunden

    Das Problem ist nicht KI, das Problem ist Kapitalismus.

    • Vor 2 Stunden

      Exakt. AI ist nicht ein neues Problem aus dem Nichts, sondern die logische Fortsetzung uralter Geschäftspraktiken einer kaputten Branche. So wie es vorher bei Streaming oder "Raubkopien" schon war, kämpfen GEMA und Labels hier rein gar nicht für "die Kunst" oder "die Kreativen", sondern ausschließlich um einen größeren Teil des Kuchens für ihre Unternehmen.

  • Vor 2 Stunden

    Ist halt auch hart, wenn SUNO zB in der Lage ist, zB ein Mark-Forster-Album in ca. 2 Stunden besser zu schreiben, als die 20 Co-Autoren die das sonst machen.

  • Vor einer Sekunde

    Suno bietet generell die Möglichkeit, dass die Barrieren für die Hürden der Musikschaffung fallen und etwa kreative Texter ihre Ideen ohne große Budgets umsetzen können, indem sie eigene Texte in die KI eingeben und stimmige Songs erstellen. Ob das jetzt schlimmer als die ganzen Industry Plants ist, wo 10 Texter mitwirken und das Endprodukt nichtmal gut ist, sei dahin gestellt. Durch Streaming, TikTok etc schafft die Musikindustrie sich ohnehin ab, sodass der „Produktlebenszyklus“ der Künstler ohnehin immer kürzer wird & in letzter Konsequenz sich Hörer nicht mehr für die Artists hinter dem Song interessieren, sodass selbst KI-Künstler diese ersetzen können. Ich bin eher für eine bleibende Liberalisierung des ganzen. Sollen doch einzelne Kreative den Labels und deren uninspirierten Artists das Wasser abgraben. Kreative Musik wird immer bestehen und Müll kämpft gegen Müll. Thats it.