Platz 13: Rebel Heart (2015)
"Rebel Heart" scheitert nicht an mangelndem Talent, sondern an fehlender Entscheidungskraft. Madonna will gleichzeitig verletzlich, provokant, modern und nostalgisch sein. Nichts davon zieht sie konsequent durch. Statt einer klaren Vision gibt es eine endlose Produzentenparade, die jeden Song in eine andere Richtung schiebt.
Mal klingt das Album nach EDM-Resterampe, dann wieder nach kalkulierter Radiopop-Übung. Die guten Ideen gehen zwischen all den Kompromissen unter. Dabei blitzen immer wieder starke Momente auf, die zeigen, dass hier was versteckt liegt. Die Nadel zwischen all den überladenen Arrangements und den verzweifelten Trendanbiederungen zu suchen ist aber unmöglich. "Rebel Heart" ist kein Totalausfall. Es ist schlimmer: ein Album, das ständig andeutet, wie viel besser es hätte sein können und das endgültig klarmacht, wie wenig Madonna sich 2015 selbst noch zutraut. Warum braucht die Queen diese Armada von Höflingen, die sie frech rumscheuchen in ihrem Palast?
Anspieltipp:
"Devil Pray"
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