Platz 8: 2020

Legenden (5 Punkte)
-
High Level (3 Punkte)
⦁ Jack Harlow: Ja, ja, es ist ein etwas ungünstiger Zeitpunkt, um eine Lanze für die Relevaz von Jack Harlow zu brechen. Sein seltsames R'n'B-Album "Monica" hat ihn dieser Tage erst zum massiven Gespött gemacht. Trotzdem: Zweimal auf die Eins geht man nicht aus Versehen. Harlow hat definitiv als Pop-Rapper mehr Juice als die meisten. Wenn er sich das nächste große Sample schnappt, ist der zumindest kommerziell rehabilitiert.
⦁ Baby Keem: Gegenteiliges passiert mit Keem. Seine Karriere dauert schon quasi genauso lang, darin hat er aber nur zwei ziemlich gute Alben veröffentlicht und sich zu einem absoluten Premium-Live-Rapper gemausert.
⦁ Rod Wave: Das hier ist einer dieser Typen, bei denen kaum nach außerhalb Amerikas durchdringt, wie verdammt erfolgreich sie eigentlich sind. Rod Wave ist Pate des Pain Rap-Subgenres, das jemand einmal sehr effektiv als "Südstaaten-Blues-Gesang über Trap-Beats" erklärt hat. Die sensible Art der Songs bescherte Rod eine ziemlich große weibliche Fanbase und unerwartet viele amtliche Hits.
Solide Nische (2 Punkte)
⦁ Polo G: Eigentlich unfassbar, dass der Typ, der 2021 mit "Rapstar" noch einen Direkteinstieg auf Platz eins der Charts geschafft hat, heute vor allem mit Fell-off-Memes auf sich aufmerksam macht. Aber. ja, kaum ein Rapper hat in der Pandemie so viel Clout verloren wie Chicagos Polo G, dem die Monotonie und Formelhaftigkeit seiner melodischen Raps und Piano-Beats heute mächtig um die Ohren fliegt.
⦁ NLE Choppa: Dagegen hält NLE Choppa, heute als wiedergeborener Christ unter dem Namen NLE The Great, überraschend besser die Stellung. Der Typ wurde mit suberblutrünstigen TikTok-Hits groß, hat sich dann als absolutes Horny Biest wiedererfunden und macht jetzt Disstracks gegen den Teufel. Interessanterweise ist ihm bei alledem ein bestimmtes Level Zielgruppe nie verloren gegangen.
⦁ Lil Tjay: Ein New Yorker Crooner, der immer wieder einen weiteren semierfolgreichen Song im R'n'B-Modus aus dem Hut zaubert. Im Großen und Ganzen zeigt er aber leider ähnliche Ermüdungserscheinungen wie Polo, dabei liegt beider Durchbruch jetzt noch nicht so lange zurück?!
⦁ Latto: Ein weiterer Rapper mit Nummer-eins-Hit, die ihren Juice überraschend schnell aufgebraucht zu haben scheint. Hilft vielleicht auch nicht, dass "Big Energy" ein wirklich haareraufend bescheuerter Track ist und Lattos eigentliches Talent in den letzten Jahren vor allem hinter der verzweifelten Jagd nach viralen TikTok-Momenten untergegangen ist.
One-Hit (1 Punkt)
⦁ Lil Keed: Wieder ein Rest in Peace. Das hier ist ein Artist, den ich wirklich, wirklich gerne mag. Aber um Keed wertzuschätzen, muss man schon wirklich tief im Sound von Atlanta drinstecken. Für die meisten ist er wohl der Kerl mit der komischen Stimme und diesem "Snake"-Sound auf TikTok.
⦁ Fivio Foreign: Als wir seinen Verse auf "Off The Grit" auf Kanyes "Donda" gehört haben, dachten wir alle, dass das hier jetzt die Umkehr eines Lebens sein dürfte. Vor allem, weil er davor mit "Big Drip" bereits einer der cooleren New Yorker Drill-Rapper war. Aber irgendwie kam danach außer sehr viel performativen Christentum leider nicht mehr viel.
⦁ 24kGoldn: Der dritte Nummer-eins-Rapper auf der Liste von vor sechs Jahren, der völlig vom Erdboden verschluckt ist! Goldn hatte sich damit gerühmt, eher ein Business- als ein Musik-Typ zu sein. Seinem sehr plastikigen Hit "Mood" und der genauso plastikigen Musik danach hat man es angehört.
Kennt-absolut-keiner (-1 Punkt)
⦁ Chika: Okay, das tut mir wirklich sehr leid. Damals habe ich gewertschätzt, dass sie dieser offensichtlich talentierten Lyrikerin den Platz gegeben haben, wohl einfach in der Hoffnung, dass sie schon etwas draus machen wird. Diese Art Vorschusslorbeeren stellte sich leider als ziemlich dumm heraus, wenn besagte Hoffnung danach nie wieder liefert.
⦁ Calboy: Okay, das hier ist für mich für immer der absolute Loco-Platz. Ja, Calboy hatte mit "Envy Me" einen guten, melodischen TikTok-Hit. Aber schon damals kann doch niemand geglaubt haben, dass dieser uncharismatische, unfassbar generische Typ mehr als diesen einen Hit vor sich haben würde, oder?
Noch keine Kommentare