Grim104 - "No Country For Old Grim"
Die Zeiten, in denen man sich auf sanftes Entschlafen unter muckeligen Daunendecken freuen konnte, sind wohl wirklich unwiederbringlich vorbei. "Vielleicht sterb' ich doch nicht mehr im Bett, sondern in Matsch und Regen", unkt Grim104 entsprechend realistisch, nagelt damit den Zeitgeist auf den Punkt, nur um sich anschließend ein weiteres Mal als das zu inszenieren, das er einfach ist: der verdammt beste Storyteller, den Deutschrap aktuell hat. Dabei keift er sich Wahn, Schmerz, Zorn und Verzweiflung aus der Seele. Wie das seine Stimmbänder auf Album- oder, noch eindrucksvoller, auf Live-Show-Länge mitmachen: ein ewiges Mysterium.
Über den einen ästhetischen Ausrutscher, die absolut unhörbare Mehnersmoos-Hook, tröstet der ganze Rest locker hinweg. Statt "Zum Griechen" gehen wir lieber zum "Artist Dinner Mit dem Crazy Frog" und loten danach, in "Monstera" oder, besonders berührend, "Hinter Der Tür" ein paar persönliche Abgründe aus. "No Country For Old Grim"? Von wegen!
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