Arundhati Roy, Tilda Swinton u.a. hatten Wim Wenders wegen einer Aussage zum Verhältnis von Kunst und Politik hart angegriffen.
Berlin/London (joga) - Nick Cave hat den 80-jährigen Regisseur und Jurypräsident der Berlinale 2026 Wim Wenders in einem Beitrag auf seinem Red Hand Files-Blog gegen Angriffe von diversen Künstlern verteidigt. Wenders hatte sich bei einer Pressekonferenz nicht zur Situation in Gaza äußern wollen und erklärte, das Kino solle sich nicht auf das Feld der Politik einlassen, sondern sei ein "Gegengewicht" zur Politik: "Wir müssen uns aus der Politik heraushalten."
Daraufhin hatte Arundhati Roy ihre eigentlich geplante Teilnahme an der Berlinale abgesagt. Sie begründete die Absage damit, dass der "Völkermord an den Palästinensern" auch von Deutschland finanziert werde: "Wenn die größten Filmemacher und Künstler unserer Zeit nicht aufstehen und dies sagen können, sollten sie wissen, dass die Geschichte über sie richten wird. Ich bin schockiert und empört." Auch Tilda Swinton, Jarvier Bardem und andere Filmschaffende prangerten in einem offenen Brief das "institutionelle Schweigen der Berlinale zum Völkermord an den Palästinensern" an.
"Kunst ist mehr als ein Werkzeug oder eine Waffe"
Nun hat Nick Cave den Regisseur, den er seit über 40 Jahre kenne, gegen die Angriffe in Schutz genommen. Die Antwort, die Wenders bei der Pressekonferenz gab, habe ihn "tief berührt". Er könne nicht für Wenders sprechen, aber dieser habe wohl versucht, "die Berlinale vor dem Schicksal jener Festivals zu bewahren, die zu einer Verengung des kulturellen Horizonts verkommen sind". Als Beispiel nennt Cave die australische Adelaide Writers' Week, die sich durch ihre Politisierung "in einer Wolke aus Feigheit, inszenierter Empörung, selbstgerechter Pose, Absagen, Gegenabsagen, Massenprotesten und narzisstischer Albernheit" aufgelöst habe.
Wie Wenders glaube auch er, dass Kunst viel mehr sei, als "ein Werkzeug oder eine Waffe" und die "Summe ihrer Nützlichkeit": "Ich glaube keinesfalls, dass Wim der Meinung ist, Kunst solle die großen und anhaltenden Ungerechtigkeiten der Welt ignorieren. Er scheint, wie ich, zu glauben, dass es äußerst wirksam sein kann, mit Kunst auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen."
"Wir brauchen so viel Gutes wie möglich"
Damit knüpft Cave an eine Erklärung seiner Kunstauffassung an, die er 2023 dem NME gegeben hatte. Damals hatte er gesagt: "Es ist kein Zufall, dass die wirklich großartigen Werke oft von den problematischsten Menschen geschaffen werden ... Wenn man anfängt, nach den guten Menschen zu suchen, die gute Kunst machen, verstummt die Diskussion sehr schnell. All die großartigen Werke scheinen von Menschen zu stammen, die in irgendeiner Weise aus dem Gleichgewicht geraten sind."
"Ich schätze Kunst einfach und sehe, dass der Bedarf an ihr zu dringend ist, als dass man sich damit aufhalten und diese Werke entfernen lassen sollte. Genau da beginnt und endet mein Problem mit der Cancel-Culture. Ich führe keinen großen Streit mit diesen Leuten. Ich mache mir einfach Sorgen um die Welt, und wir brauchen so viel Gutes wie möglich."































3 Kommentare mit 75 Antworten
ewew
Ist eine sehr romantische Idee von Cave, dass großartige Kunst oft von "problematischen" Menschen geschaffen werde. Dafür gibts natürlich auch einige prominente Beispiele. Finde das prinzipiell aber eher boomerig und doof.
Wim Wenders konnte ich noch nie besonders viel abgewinnen, und sein ziemlich horizontfreies Statement bestätigt das. Ich habe alle Unterstützung dafür, wenn Künstler*innen romantischerweise sagen, Kunst sei MEHR als das profane politische Weltgeschehen. Aber etwas in der Richtung von "nicht politisch" herumzustammeln, ist entblößend dumm.
Fand ich auch etwas unglücklich / dumm formuliert, aber eigentlich bin ich auch wieder bei Cave, da mir der Beißreflex an vielen Stellen auch eher wie ein kalkuliertes Empörtsein erscheint. Man hat genügend gemeinsame Nenner, schafft es aber aktuell nicht ohne Drama zusammenzukommen und/oder sich an vorher abgesprochene Regeln zu halten.
Den Teil von Caves Statement finde ich im Großen und Ganzen auch akzeptabel. Nicht alle Reaktionen sind besonders bedacht. Bloß weil es eigentlich ein Leichtes für Kunstschaffende sein sollte, fortlaufenden, tagesaktuellen Faschismus und alle Formen von Gewalt gegen Menschen zu verdammen, lohnt es sich mMn. überhaupt nicht, hier ein Fass aufzumachen. Wenders ist halt ein Lurch gewesen - trotzdem sind Kunstmenschen nicht in der Pflicht, sich zu irgendwas zu äußern.
Diese Erwartungshaltung an Künstler ist wirklich wild. Will ich wirklich das alles was Reichweite hat irgendwie seinen Senf abgibt? Eher nicht. Im Parlament wird doch eher wenig gesungen. Das darf gern so bleiben. Das soll aber nicht bedeuten, dass diese nicht ihren Mund auf machen sollten. Aber wer es nicht tut ist nicht per se ein Ignoranz..
"... trotzdem sind Kunstmenschen nicht in der Pflicht, sich zu irgendwas zu äußern." -
Außer es geht um Palästinenser... Radiohead und die Sleaford Mods, oder?....
Die haben sich halt freiwillig geäußert. Hättense nicht tun müssen. Darum gehts, obvs.
Hättense kenn' ich! Da hab' ich mit dem Wohnwagen mal Urlaub gemacht. Schönen See haben die, nur der Wald ist mir etwas zu sehr durch Bundesstraßen erschlossen - aber ansonsten: gute Pommes, gute Leut'! An der Anmeldung muss man etwas lange warten...
Das ist doch schon wieder die dümmstmögliche Diskussion, als Folge davon, dass Wenders halt irgendwas schwurbeln musste, um es sich nicht mit denselben staatlichen Förderern zu verscheißen, die auch beschlossen haben, die Gewalt in Gaza zu legetimieren und zu unterstützen.
Klar kann man da krasser und integerer agieren und man sich auch fragen, warum jemand wie er sich überhaupt auf diesen Stuhl setzt, aber wenn man da sitzt ist man halt automatisch korrumpiert.
Obsidviciously, literally habense sich nur geäußert zu der Lächerlichkeit, dass von Radiohead ein Statement verlangt wird, aber die sich net äußern wollen, you know? Aber is mir klar, dass du Rechthaber-Hans das nicht verstehen willst.
Nein, sie haben (bzw. Thom Yorke hat) sich zum Thema geäußert. Es war ein On-the-fence-Statement, im Ergebnis von wegen "beide Seiten doof". Halt so strunzdummes False-Balancin. Dafür gabs Flak.
Eine Abhandlung darüber, dass sie sich nicht zum Weltgeschehen äußérn wollen, weil ihre Musik im Fokus stehen soll, war das nicht. Aber klar, dass Du Falschlieger-Franz das so lesen willst.
Ok, gut, dass wir darüber gesprochen haben (oder auch nicht)
(Ich mein, einerseits kritisierst du Leute wie den "Derailing-Capsflopgott-Alleswisser" und kommst dann um die Ecke mit der, heutzutage allseits bekannten, rhetorischen Overload-Schnellschuss-Einordnungs-Klaviatur von "On-the-fence" und "False-Balancing", obwohl das, in diesem Fall, genauer betrachtet, jegwedlicher Grundlage entbehrt. im Endeffekt isses nur dein, schon länger andauerndes, schnell rausgeschissenes "Lost-Thinking-Defence-Word&Horse-Dropping" und damit ein schnelles abcanceln, das irgendwie-geartet smart wirken soll, aber überhaupt nicht cool is...
wo is dein Schmäh vergangener Tage geblieben? Ich bin ehrlich enttäuscht!
...und Morgen vor dem Spiegel sehen deine Gesichtshälften aus wie "False-Balancing" ... in diesem, deinem Fall, würde ich sogar von "Karma-Fate-aning" sprechen)
matze73 bruder ja in parlament wird nicht gesunge aber das ist schade und eine sehr schlaue deutsche partei vorgeschlagen einen parlaments poet für bundes tag ich denke massiv oder haftbefehl sind gute kanditade
Ich denke, wir brauchen da eine ganz neue Form der politischen Dialektik. Es kommen vermutlich ganz andere Entscheidungen zu Stande, wenn diese denn gesungen werden. Das Gefühl ist ein ganz anderes, die Standhaftigkeit verändert sich dadurch sofort. Ich finde, das sollten wir als politische Gemeinschaft durchaus mal ausprobieren.
https://youtu.be/zFCBj21d0WM?si=7xfIlPGsu8…
Ob' Arm oder Reich,
alle stimm' mit ein,
was ist das denn für ein Scheiß?
die Nahles schaut froh drein'.
Ein wunderschönes Summen,
das Kind, es liegt im Brunnen,
Wir stoßen an mit Bier,
und wählen rechts - Hartz IV!
Kommt da noch was? Irgendein Hinweis, wie Radiohead einen Meta-Kommentar gemacht haben dazu, dass sie aus künstlerischen Gründen nichts zum Thema sagen wollen? Haben sie nämlich nicht. Sie haben einerseits Netanjahu kritisiert, und auf der anderen Seite die Hamas. Was nun mal, so nebeneinander gestellt, ein komplett aberwitzig ähnliches Kräfteverhältnis suggeriert. False Balancing eben. Was auf ein schulterzuckendes, weitgehend zum Zuschauen und zur Passivität verdammendes "on the fence" hinausläuft.
In gebotener Kürze kann man auch zu anderen Schlüssen kommen. Aber dafür, dass Du nicht ansatzweise textbezogen argumentierst, warum Yorkes Statement doch ein Meta-Kommentar dazu war, warum sie sich nicht äußern, ist dieser mehr als ausreichend, um Dich komplett auflaufen zu lassen. Schließlich steht und fällt Dein Punkt komplett damit, ob Radiohead etwas halbwegs Ähnliches gemacht haben wie Nick Cave - nämlich die Notwendigkeit einer Äußerung überhaupt in Frage zu stellen, um die Kunst zu schützen.
"Sie haben einerseits Netanjahu kritisiert, und auf der anderen Seite die Hamas. Was nun mal, so nebeneinander gestellt, ein komplett aberwitzig ähnliches Kräfteverhältnis suggeriert."
Nö.
"I think Netanyahu and his crew of extremists are totally out of control and need to be stopped, and that the international community should put all the pressure it can on them to cease. Their excuse of self-defence has long since worn thin and has been replaced by a transparent desire to take control of Gaza and the West Bank permanently.
I believe this ultra-nationalist administration has hidden itself behind a terrified & grieving people and used them to deflect any criticism, using that fear and grief to further their ultra-nationalist agenda with terrible consequences, as we see now with the horrific blockade of aid to Gaza.
While our lives tick along as normal these endless thousands of innocent human souls are still being expelled from the earth… for what?
At the same time the unquestioning Free Palestine refrain that surrounds us all does not answer the simple question of why the hostages have still not all been returned? For what possible reason?
Why did Hamas choose the truly horrific acts of October 7th? The answer seems obvious, and I believe Hamas chooses too to hide behind the suffering of its people, in an equally cynical fashion for their own purposes."
Die Gleichsetzung findet hiet auf Ebene der Moral und Rhetorik statt. Ansonsten kann man dem Beitrag eigentlich ziemlich klar entnehmen, dass hier kein ebenbürtiges Kräfteverhältnis angenommen wird.
Na gut, kann man so sehen, point taken. Die Gegenüberstellung ist für mich trotzdem extrem fraglich - zum Einen, weil bereits wenige Tage nach dem 7. Oktober angeboten wurde, einen üblichen Gefangenenaustausch zu machen. Die Geiseln wären sofort frei gewesen - weswegen die Familien der Angehörigen auch stinkwütend auf die Regierung sind. Und das Narrativ, die Hamas verstecke sich hinter der eigenen Bevölkerung, ist halt ein Unüberprüfbares mit einem historisch extrem bitteren Beigeschmack von Kolonialismus und Delegitimierung des Widerstands. Sehr müde und rein behauptender Natur.
Fand damals schon - wenn diese zwei Punkte die ausgewählten sind, um die Hamas zu kritisieren, dann verschiebt das am Ende des Arguments schon sehr fragwürdig die Kräfteverhältnisse. Und führt eben zu dem besagten dummen, nicht mal ansatzweise irgendetwas verändernden: "Tja, was soll man machen? Sind halt beide scheiße."
An der Stelle bleibt halt trotzdem, dass Fenty komplett am Punkt vorbei gelabert hat. Es sind einfach sehr verschiedene Arten von Statements.
"Und das Narrativ, die Hamas verstecke sich hinter der eigenen Bevölkerung, ist halt ein Unüberprüfbares mit einem historisch extrem bitteren Beigeschmack von Kolonialismus und Delegitimierung des Widerstands. Sehr müde und rein behauptender Natur."
Wieder nö:
"During subsequent cease-fire talks, Sinwar urged other Hamas leaders to refuse concessions. He said that high civilian casualties and the suffering of civilians in Gaza led to international pressure on Israel giving Hamas the upper hand in negotiations.[60]"
...
"In June 2024, The Wall Street Journal published what it said were leaked communications between Sinwar and Hamas' leadership, in which Sinwar claimed to "have the Israelis right where we want them" and suggested that Palestinian civilian deaths were "necessary sacrifices" that would "infuse life into the veins of this nation, prompting it to rise to its glory and honour"."
https://en.wikipedia.org/wiki/Yahya_Sinwar
Und Widerstand auf Kosten der Leben von unschuldigen Zivilisten ist halt per se kein legitimer Widerstand, sondern eben Terrorismus.
Da ich davon absehe, die kaputtesten Aussagen israelischer Politiker in Regierungsverantwortung als die zusammenfassbare allgemeine Politik des Landes zu begreifen, mache ich das auch bei Yahya Sinwar nicht. Dabei ist es ein Leichtes, Videos und Mitschriften von solchem von Israelis vor Journalisten geäußertem Material zu bekommen, die eben mehr sind als über mehrere Ecken geleakte Kommunikation.
Der eigentliche Punkt bei diesem Unterthema mit dem "die verstecken sich unter Zivilisten" ist ja der, dass der allermindestens einen sehr bitteren Beigeschmack haben sollte. Haben das doch traditionell viele kriegführende bis genozidale Regime bereits fadenscheinig angeführt, um ihre Massaker an Zivilisten zu rechtfertigen. Und hier nutzen das rechtskonservative Ottos, um tote Palästinenser nicht ganz so schlimm zu finden.
Bei Gaza ist das Argument tatsächlich bodenlos dumm, weil die gesamte Bevölkerung mehr oder weniger wie Fische im Fass lebt. Es gibt weder in Sachen Ausrüstung noch Lage vor Ort irgendeine andere Möglichkeit als Guerilla-Kampf in diesem Freiluftlager. Selbst wenn die Hamas etwas Vergleichbares wie ein "Militär" hätte, könnte sie nicht auf offenem Schlachtfeld kämpfen, und so Zivilisten schützen. Wer das Argument für zu voll nimmt, kommt nur beim gewünschten Schluss heraus, die Palästinenser sollen sich einfach nicht wehren.
Nun gut. Für mich ist das genug Exkurs. Wie gesagt: Ich finde, Nick Cave hat da teilweise Recht, und einige der Backlash-Reaktionen sind eher doof. Auch mal als einer aus der "Fraktion" gesprochen, die sich ansonsten sehr an die Seite Palästinas stellen.
Was award schows und Künstler angeht, hat es Ricky Gervais am besten auf den Punkt gebracht: "Well, you say you're woke, but the companies you work for, I mean, unbelievable, Apple, Amazon, Disney. If ISIS started a streaming service, you'd call your agent, wouldn't you? If you do win an award tonight, don't use it as a platform to make a political speech, all right? You're in no position to lecture the public about anything. If you win, come up, accept your little award, thank your agent and your God and fuck off."
"Der eigentliche Punkt bei diesem Unterthema mit dem "die verstecken sich unter Zivilisten""
Wessen Punkt soll das denn jetzt sein? Yorke's zumindest ja micht, weil es da ja ganz offensichtlich um kein physisches Verstecken geht.
Das war eine Ausführung, warum man mit der Erzählung "Die wollen ja selbst, dass ihre Zivilisten getötet werden" immer vorsichtig sein solle - und warum der speziell in diesem Fall ziemlich aberwitzig ist. Noch mal, und wie oben ausgeführt: Es ist ziemlich irrelevant, was irgendein Fadenzieher angeblich mal im Stillen gesagt haben soll.
Das macht auch Yorkes Punkt ziemlich schwach mit der Behauptung, die Hamas habe es auf möglichst viele "eigene" Opfer abgesehen, um daraus irgendeinen angeblichen Vorteil zu ziehen. Man kann ja der Meinung sein -sie ist aber einfach nicht ansatzweise so gut überprüfbar wie alles, was die Gegenseite politisch macht. Mit zwei sehr schwachen Punkten die "andere Seite" zu kritisieren, hat für mich(!) schon ein Geschmäckle von False Balancing.
oje-mine...
Danke @Gleep für den Versuch...
Für Ragi is Yorke jetzt halt ein creepy Wierdo,
der es ansatzweise wagt, die "wahrscheinlich völlig integren Hamas-Freiheitskämpfer" zu kritisieren, weil der Anschluss, der Mitkampf,, die einzige Form des Widerstands in der aussichtslosen Lage seien und sowieso nicht klar belegbar pöse...
Stempel drauf. Eingeordnet. Weiter, nächste Kuh.
Eigentlich egal, was er genau gesagt und gemeint hat, oder? Es hat ein Geschmäckle und is bestimmt auf jeden, suggestiv, sicher, ganz wirklich...
Nö. Einfach nö.
Natürlich hat Gleep vollumfänglich recht, werde das nicht weiter diskutieren (es bringt ja nichts).
Aber hierzu:
„ Was award schows und Künstler angeht, hat es Ricky Gervais am besten auf den Punkt gebracht: "Well, you say you're woke, but the companies you work for, I mean, unbelievable, Apple, Amazon, Disney. If ISIS started a streaming service, you'd call your agent, wouldn't you? If you do win an award tonight, don't use it as a platform to make a political speech, all right? You're in no position to lecture the public about anything. If you win, come up, accept your little award, thank your agent and your God and fuck off."“
Nö, fick doch selber aus. Das ist halt ganz billiges argumentatives Niveau. Erstmal, anders als hier angedeutet (und btw anders als bei so leuten wie diesem Armleuchter hier), geht es beim woke sein nicht darum eine performative Identität anzunehmen, sondern darum zu beginnen zu erkennen was wir als Gesellschaft vielleicht zum wohle aller besser machen könnten und vllt sogar zu versuchen so etwas umzusetzen. Assoziation mit dem System lässt sich nicht sinnvoll vermeiden, ins extrem gedacht kannst du so fast jedem vorwerfen einen Job zu haben, und wenn der nicht zählt dafür, dass du nicht ein in einer Kommune lebender Hippie bist. Wieso solltest du nicht aufwachen können, wenn du für eine große Firma arbeitest? Traurig auch, dass er zwar erkennt, dass die großen Firmen natürlich auch Feinde von manchen woken Ideen werden können oder sind.
Und Bonusmaterial: „ You're in no position to lecture the public about anything.“ - But why are you though, warum zur Hölle denkst du überbezahlter Klassenclown, dass du in einer Position wärst zu lektionieren? Bigotterie vom Feinsten: Er übt politische Rede aus, er hält die lecture: aber die woken sollen es nicht?
"...was wir als Gesellschaft zum Wohle aller besser machen" Ja, solange manche bestimmen was falsch und was richtig ist und man bis zum Utopia auch "Opfer" bringen muss, hm?. Läuft halt über kurz oder lang auf die eine Simpons-Folge raus,
In der ein Ethikrat aus Lisa Simpson und Rektor Skinner und Konsorten besteht, und am Ende der übrige Pöbel so gar nicht mit den neu-erdachten-"allem"-gerecht-ausgerichtetem Erfolgsmodell leben will. Wobei ein paar Ideen vielleicht, gar nicht so verkehrt waren. Aber ernsthaft, woke is verbrannt, den Karren zieht keiner mehr aus dem Dreck. Und dabei würde ich per se sagen, ich bin nicht mal grundsätzlich anti-woke oder sonst was, sondern dahingehend logisch-analysierend denkend, den menschlichen Fehlerfaktor, den Ego-faktor miteinbeziehend.
Und es ist auch nicht cool und humorlos.
ja bruder weisehai hat auch lange gefrontet ragism für nahost statements aber heute er sagt ragism hat mit alles recht
Oh… wenn es bei einer Simpsonsfolge so war, dann muss es in echt auch so sein, ich ziehe somit alles zurück und halte es nicht mehr für notwendig auf Sachen hinzuweisen die falsch laufen.
...hätte dazu schreiben sollen, dass die Folge schon etwas älter ist, als es noch gute, witzige Autoren dafür gab.
Latürnich kannst du, von mir aus, auf Dinge hinweisen, die deiner Meinung nach, schief laufen oder nicht woke genug sind für dich.
Aber, viele Leute haben halt die Schnauze voll, "von einem belehrende Ethikrat a la Simpons-Folge", man kann Menschen auch geschickter zum Nachdenken bringen, als mit elitärem, ständigem vorhalten, dass man es besser weiß oder durch die Blume immer schon besser wusste... Als ich mich noch zu dieser Art von Linken zählte - heute progressiv genannt - war da wenigstens noch eine Art von Humor mit bei, hier und da ... Heute wird halt Bierernst alles unreflektiert den amerikanischen Linken nachgeäfft,
sogar Rentnern, werden die Anglizismen nur so um die Ohren gehauen, naja, kann man ja machen, ist aber ne schlechte Strategie gerade in Zeiten des demografischen Wandels.
Leute wollen nicht so gern von oben herab behandelt werden, schon gar auf diese völlig Humor befreite Art.
Ganz kurz noch nachgefragt: wo genau stehen denn die Spielregeln für eine handelsübliche Auflehnung im Almanach der Unterdrückten, signiert durch die Unterdrücker? Die Kapitel sind nicht einschlägig benannt, sorry. Soooo, jetzt nehmen wir alle mal schön den Stock aus dem Arsch...
"Leute wollen nicht so gern von oben herab behandelt werden, schon gar auf diese völlig Humor befreite Art."
Das hält der verpempelte Westeuropäer schon aus. In den meisten anderen Teilen der Welt verrecken Leute elendiglich und erfahren aller Art von Ungerechtigkeit, aber der deutsch-reaktionäre Kartoffellauch kann es nicht ertragen, dass es Menschen gibt, die es möglicherweise tatsächlich besser wissen und sich für das Wohl aller einsetzen. Da soll das woke, linksgrüne Gesocks doch lieber den Rand halten, mh?
Ich denke, auf die Straße gehen gibt Menschen in aller Welt das Recht, auf ihre empfundene Ungerechtigkeit entsprechend zu reagieren. Wichtig ist: keine Gewalt, weil die Spirale sonst immer weitergeht. Die Unterdrücker unter Druck setzen - gerne. Wir müssen uns generell alle versammeln, so viele wie möglich, sodass die Politiker uns nicht mehr übersehen können. Aber: zivilisiert und im Rahmen der Möglichkeiten. Sollte es weiterhin keine Zugeständnisse der Mächtigen geben, gilt es, das zu aktzeptieren und neue Strategien zu überlegen. Man muss immer und immer wieder Präsenz zeigen.
So ziemlich meine Erfahrung als links-woker Mobber, Schwingo. Kostet viele weiße Europäer extreme Mühe, mal für 5 Minuten nicht wegzugucken und alles eigentlich ganz aushaltbar zu finden Hatte aber Lordi auch nicht mehr als rechten Boomertroll abgespeichert, sonst hätt ich nur mit Gleep diskutiert (was eigentlich immer eine bereichernde Angelegenheit ist!)
"Aber, viele Leute haben halt die Schnauze voll, "von einem belehrende Ethikrat a la Simpons-Folge", man kann Menschen auch geschickter zum Nachdenken bringen, als mit elitärem, ständigem vorhalten, dass man es besser weiß oder durch die Blume immer schon besser wusste..."
Naja, das ist zumindest das, was rechte Propaganda behauptet. So wie die sache mit den Klimaklebern, wo wir dachten, dass die Mehrheit dagegen wäre, obwohl die Sache natürlich absolut richtig ist. Und da stellte sich heraus, dass die Mehrheit für die Klimakleber ist, aber denkt, dass die Mehrheit gegen die Klimakleber ist.
Ich denke so etwas sollte uns zu denken geben, welche Urteile über den Willen der Menschen wir uns anmaßen. Ich glaub das viele der Sachen halt eigentlich vielen Menschen intuitiv klar sind.
"...hätte dazu schreiben sollen, dass die Folge schon etwas älter ist, als es noch gute, witzige Autoren dafür gab."
Ich kenne die Folge. Und ich behaupte: Die meisten Mitglieder dieses Rates waren keine gute Wahl. Aber das ist eigentlich auch egal. Du tust so, als wäre es eine full-gone conclusion, dass woke Politik oder "Regierung" so aussehen würde. An dem Punkt sind wir leider noch nicht. Wenn wir an dem Punkt sein sollten darüber zu entscheiden, wie wir das machen, wäre der smarte Move da sehr genau drüber nachzudenken, Vertretung von Interessengruppen zu berücksichtigen, Regeln für den Diskurs aufzustellen. Tatsächlich ginge das wahrscheinlich auch in einer repräsentativen Demokratie, wie der in der wir jetzt leben.
"Als ich mich noch zu dieser Art von Linken zählte - heute progressiv genannt - war da wenigstens noch eine Art von Humor mit bei, hier und da ... Heute wird halt Bierernst alles unreflektiert den amerikanischen Linken nachgeäfft,
sogar Rentnern, werden die Anglizismen nur so um die Ohren gehauen, naja, kann man ja machen, ist aber ne schlechte Strategie gerade in Zeiten des demografischen Wandels."
Hm, ist das wirklich so? Also du sagst hier ja mehrere Sachen, das mit dem Humor bewahre ich mir erstmal für später auf.
Ich habe keinen repräsentativen Überblick darüber, wie woke Menschen hier in diesem Land agieren, wenn sie versuchen andere Menschen gegenüber den Problemen und Ungerechtigkeiten aufzuwecken. Sicherlich gibt es da Akteure, welche problematische Verhaltensweisen an den Tag legen. Wichtig wäre zu wissen, wie weit das verbreitet ist, und da kann uns unsere subjektive Wahrnehmung eigentlich nur täuschen. Evtl suche ich demnächst mal, ob es dazu belastbarere Daten gibt, aber zunächst erkenne ich es als möglich an, dass dieses Verhalten eine signifikante Prävalenz aufweist (also dass da viel von da ist).
Das ein amerikanischer Einfluss besteht ist auch eigentlich ziemlich safe, wir sind Teil von deren Imperium und mit amerikanischen Medien groß geworden. Der Einfluss ist riesig. Aber überall, und insbesondere auch in alt-right-Themen, wenn du dir anschaust, was für talking points hier teilweise verbreitet werden oder in anderen Deutschsprachigen teilen des Internets, dann wird sehr schnell klar, dass die sehr oft eins zu eins von den amerikanischen kopiert sind.
Gleichzeitig sind viele Ideen der woken Bewegung halt in Europa entstanden von den großen Denkern vergangener Generationen. Focault, Adorno, Horkheimer, Marcuse, Habermas, Marx, Engels, Luxemburg, Sartre, Lefebvre, Zetkin, de Beauvoir, Kropotkin,... natürlich gibt es auch US-amerikanische Vertreter, Judith Butler, Emma Goldmann, Noam Chomsky, W.E.B. du Bois, usw, aber die Ideen sind mitnichten nur nachgeäfft.
Das wir bessere Strategien finden müssen, da gebe ich dir Recht, das müssen wir. Liegt aber zum Teil auch daran, dass der Kampf ein unfairer ist, weil die andere Seite, diejenigen, die woke Ideen mit aller Macht verhindern wollen, viel mehr Macht haben. Um in den USA zu bleiben, da gibt es ja diesen demonstrators paid by soros bullshit, während haufenweise rechte Thinktanks finanziert von weitaus mehr geld hortenden robber barons wie Peter Thiel oder den Coke Brothers Lügenpropaganda am laufenden Band verbreiten. Das führt auch zu dem zweiten Nachteil, den wir gegen die haben: Wir haben gute Absichten, agieren in good faith, sind der Wahrheit verpflichtet und der Vernunft, was wesentlich mehr Arbeit ist, als wenn du als rechtsfluencer einfach dir Sachen aus dem Arsch ziehen kannst in diesen performativen Debatten, welche die da etabliert haben. Natürlich kann mensch die im Nachhinein debunken, aber da hört halt nur ein Bruchteil der Leute zu, die die Botschaft vorher aufgesogen hat.
"war da wenigstens noch eine Art von Humor mit bei, hier und da"
Den gibt es doch heute immer noch. Was ist mit Last Week Tonight, was ist mit Stephen Colbert? Auch in den neuen Medien gibt es wokes, humorvolles Programm, zum Beispiel Some More News: https://www.youtube.com/shorts/zNgBP2E6eg8
War es früher vielleicht mehr oder witziger? Again, kann ich nicht verlässlich quantitativ einschätzen. Aber ich würde verstehen, warum es weniger geworden ist, immerhin ist die Situation mittlerweile ziemlich eskaliert, das kann schon den Spaß verderben...
Und ganz kurz noch zu Nahost: die Hamas als Organisation ist nicht vertretbar, die sind Mitschuld am Leid der Menschen, und die individuellen Akteure verantwortlich für das Leid, dass sie individuell verursachen. Allerdings kann mensch natürlich Verständnis dafür haben, wenn jugendliche Waisen, deren halbe Familie von der IDF ausgelöscht wurde, sich der Hamas anschließen. Und für die Soldaten in der IDF lässt sich ein paralleles Argument formulieren.
Ich habe diese Diskussion mal meinem Assistenten vorgelegt, hier das vollständige Gespräch dazu:
https://text.is/8M1VY
Wichtig: mein Assistent weiß nicht, dass ich CAPSLOCKFTW bin.
Oh, KI schon wieder... ♥
Hat uns einfach an mehreren Stellen das Gegenteil untergejubelt von dem, was wir geschrieben haben - weil wir des Arguments wegen das Gegenteil unserer eigenen Positionen angeführt haben. Finde, es sollte zur allgemeinen Belustigung Standard werden, am Ende eines Disputs eine KI-Zusammenfassung zu posten. Danke, Caps
"Und Widerstand auf Kosten der Leben von unschuldigen Zivilisten ist halt per se kein legitimer Widerstand, sondern eben Terrorismus."
Ja, die Hamas sind Terroristen und keine bewaffneten Aufständischen. Leider versuchen postkolonialistische Ideologen innerhalb der Linken diese Terroristen zu Freiheitskämpfern, die den gerechten Kampf gegen die Besatzer führen, umzudeuten.
Hach, da wären wir wieder. Das Ursprungsthema war eigentlich aufregend genug. Aber okay, lass uns einfach zum zigsten mal dieselben alten Runden drehen, und Gehässigkeit, Unverstand und ekligste Gruppendynamik den Vorzug vor einer Unterhaltung geben...
Ähem, hust:
Und, pedro, sind diese postkolonialistischen Ideologen hier mit uns im Raum?
Hier nochmal mit Zitaten der betreffenden Textstellen. Das Lord Fenta falsch verstanden wurde ist mir erstmal egal, der hat substanziell eh nicht zur Diskussion beigetragen, sondern die nur ausgelöst.
https://text.is/JX7P6
Gervais hat seine Äußerungen damals im Rahmen der Golden Globes getätigt. Ich fand sie richtig geil und habe mich schlapp gelacht. MMn hat er sich über die Doppelmoral der Hollywood-Elite lustig gemacht und den ganzen Bohai rund um award shows durch den Kakao gezogen. Völlig zu Recht. Ich brauche keine handzamen Dankesreden von schauspielenden Multimillionären, die uns mit Betroffenheitsmine über politische Ungerechtigkeiten aufklären wollen, wobei es letztlich nur um die eigene Imagepolitur geht. Dabei habe ich nichts gegen politische statements bei aufmerksamkeitswirksamen Veranstaltungen, doch gerade in den USA sind selbige für meinen Geschmack viel zu glatt gebügelt. Bloß nicht anecken. Schön brav bleiben und lieber einen Sticker tragen. Lächerlich. Ich brauche auch keine trigger Warnungen vor comedy shows. Gervais muss sich für nichts entschuldigen. Gefällt nicht jedem, das ist so. Auch wenn die Berlinale keine comedy show ist, muss man das dort im Rahmen des Protests Gesagte aushalten. Ich stimme zu, dass woke nur noch negativ konmotiert ist bzw. gleichbedeutend mit hysterisch. Das ist bedauerlich, weil z.B. Identitätspolitik wichtige Anliegen hervorgebracht hat. Es verwundert aber auch nicht, weil es einige social justice warrior mit ihrem Duktus komplett übertrieben haben.
1. Für False Balancing ist eine komplette Gleichstellung mit ausformuliertem "A und B sind exakt dasselbe" auch gar nicht nötig. Medien machen False Balancing im Grunde nie mit expliziten Aussagen "das ist beides gleichwertig / gleich bedeutend". Sie stellen zwei Seiten gegenüber, und lassen das erst mal ohne Ausführungen stehen, die für einen Vergleich erst wichtig wären. (So in etwa wie beim bekannten: "Mediziner*innen raten zu einer Impfung gegen Covid. Kritiker haben Bedenken". "Wissenschaftler'innen warnen vor anhalten hohen CO2-Emissionen. Die CSU warnt vor Aktionismus"... usw...)
Wie das in Yorke's Fall ist, hatte ich dann erläutert. Kritik war auf der einen Seite eingeräumt, und dann als Abschluss zwei Punkte bei der anderen Seite stehen lassen, die bei näherer Betrachtung etwas dünner sind. Trotzdem entsteht allein schon durch die Reihenfolge der Eindruck, das sei ähnlich legitim.
2. Dass ich keine Videos und Zitate herausgesucht habe, die einen stärkeren Beweisgehalt haben als die "geleakten" Aussagen mit fragwürdiger Aussagekraft, ist zum Ankreiden sehr willkürlich. Nach Quellen wurde schließlich gar nicht gefragt. Die KI hat hier offenbar nicht die Annahme verstanden, dass Gleep sehr wohl um die Quellenlage von Äußerungen israelischer Politiker*innen weiß. Die sind hier an anderer Stelle auch schon mal gefallen. Wäre dem grundlegend anders, hätte er vermutlich um Quellen gebeten.
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Bisserl enttäuschend, dass noch immer gilt: Für einen groben Überblick über die Themen reicht KI. Aber es hapert noch sehr am Verständnis, welche Punkte in einem Text relevant sind. Auch welche Teile eine Metafunktion haben oder tatsächlich gemeint, versteht sie kaum. Und mit der dynamischen Natur einer Diskussion, wo sich Positionen auch einmal etwas verändern (wie hier z.B.), kommt sie auch nicht zurecht.
Finde sie eigentlich wesentlich nützlicher, wenn sie grob zusammenfasst. Dann kann ich über das etwas verzerrte Ergebnis lachen, und nicht über einen User
Es braucht nicht unbedingt den dennoch lohnenswerten Blick auf die KI Analyse der Diskussion. Gleep ist sachlich, differenziert und seine Ausführungen thematisch fundiert. Liest man hier selten, gerade bei kontroversen Themen. Chapeau.
Ja, Gleep hat oft die Ruhe und Gelassenheit, die mir manchmal fehlt.
Und @ragi: die ki analyse steht ja nicht alleine. Kritik an deinem Diskussionsverhalten gibt es hier schon seit ionen von verschiedensten Seiten, es ist mittlerweile schon ein rennender Knebel.
Dieser Kommentar wurde vor 16 Tagen durch den Autor entfernt.
Für mich ergibts sehr viel Sinn, dass Du Fan von KI bist, weil sie tatsächlich sehr Deinem Diskussionsverhalten nahe kommt. Du sezierst am liebsten einzelne Punkte (gerne auch mit einem kontext-unabhängigen Verständnis), anstatt zu versuchen, den Standpunkt des Gegenüber erst mal allgemein zu erfassen. Das ist für mich schnell frustrierend, denn so zwingst Du Dein Gegenüber, drei Fässer aufzumachen, die am Ende wenig bis gar nichts mit dem zu tun haben, worüber es eigentlich sprechen will.
Und wenn dann mal nach idR. anstrengenden, weil von Deiner Seite aus feindseligem Geplänkel mal eines oder zwei dieser Nebenthemen erklärt oder widerlegt wurden, führt das nicht zu einem "ach, so haste das gemeint" und darüber wieder zum Thema zurück. Die Klärung wird einfach ignoriert, und die nächste Nebensächlichkeit herausgepickt, an der sich das Gegenüber abzuarbeiten hat. Die Chance dafür, dass es überhaupt etwas nützt, sich zu erklären, ist sehr gering. Weswegen ich auch etwas schneller abbreche als früher noch (auch da ist noch Luft nach oben).
Ich weiß nicht, ob Deine Hauptmotivation ist, Diskussionspartner dumm aussehen zu lassen. Wenn dem so wäre, dann ist das eine sehr einfache Variante, das zu erreichen. Jedenfalls halte ich das für kommunikativ schmutzig, und verunmöglicht eine Unterhaltung, bei der am Ende beide wmgl. etwas bereicherter herausgehen. Da schätze ich z.B. Gleep sehr, und das geht über "Ruhe und Gelassenheit" heraus.
ja capslokk du musst wissen leute wie weisehai hatte immer her viel kritik für ragism aber jetzt er hat verstanden und sagt immer ragism hat recht
Du schätzt meine Denkweise sehr falsch ein, aber was anderes hätte ich auch nicht erwartet.
Naja, jetzt keine Zeit darüber zu diskutieren, meine Antwort ist auch etwas zu konfrontativ, ich kann verstehen, warum du das denkst, aber ich kann dir sagen, dass du falsch liegst.
"Für mich ergibts sehr viel Sinn, dass Du Fan von KI bist"
"ich kann verstehen, warum du das denkst"
Endlich gehen hier zwei Menschen aufeinander zu. Das weicht schon mal vieles auf - auch im Hinblick auf die Zukunft. Im Hinblick auf was? Wieso immer im Hinblick? Im Hinblick auf diesen Faden, oder was?
weisehai auch damals gedacht das ragism falsch liegt aber jetzt er ist erwachsne und in alter kommt auch mehr wisdom
@Ragism: Ordne mich für dich ruhig als Boomertroll ein, es is mir egal…
In Kombi mit der Art und dem Placement deines Kommentares, (sich schnell hinter Gleeps Fundiertheit zu verstecken, weil der wahrscheinlich mehr Kredits und Respekt zu haben scheint bei den anderen „üblichen“ Verdächtigen und Kommentarsezierern,hm? )
und dafür den eher unbekannten Lord schnell als Boomertroll framen, macht dich eher selber zum Troll.
)
@Schwingo + Capslock
Eure Antworten sehe ich auch aus einem Beiß-Reflextrieb heraus,
den ich auch bei Leuten bemerkt habe, die ich persönlich besser kenne,
oder auch in anderen Foren generell oft gelesen habe,
die auch sofort alles runtergebetet haben,
wenn man mal einen Anflug an Kritik versucht hat zu formulieren,
bei bestimmten Grundsatzfragen und dem aktuellen Gebaren und den unumstößlichen Idealen von bestimmten Wokies.
(Gerne kann ich hierzu Beispielen anbringen, bloß ich weiß halt schon, was dabei rumkommt – darauf will aber nicht hinaus - es soll hier nicht vordergründig um mich und meine Sicht der Dinge gehen, da ich nur ein weiteres Mal abtasten will, warum mancher hier so tickt wie er tickt, vielleicht kann ich auch Denkprozesse anstoßen, das allein würde mir bei der ein oder anderen Person schon genügen)
(Ideale müssen deswegen nicht immer schlecht sein, nur die Verkaufsstrategie und die Hinführung zum Ziel erscheint halt einfach oftmals offensichtlich mangelhaft, wenn man das sich nicht eingestehen kann, tja – dann ist man genauso borniert, wie die angebliche Gegenseite
, man rödelt nun schon so lange immer denselben Kleister runter und ich hätte gerne mal eine Quote, von Leuten, die hier und woanders zum "Aufwachen" oder zumindest ernsthaft zum Nachdenken gebracht wurden und ihre eigene Lebensrealitäten- und Meinungsbilder dahingehend geändert haben…
Es kommt doch eher im Endeffekt der gegenteilige Effekt bei rum, bei der Art und Weise und dem „Wie“ des Umgangs, sind Leute eher beleidigt, fühlen sich nicht für voll genommen, da gar nicht erst versucht wird, auf sie einzugehen mit schrittweisem Annähern und Empathie, vorsichtigen Abtasten usw., war doch schon mal besser, oder?!)
Nein es gibt nur noch woke, bist du nicht für uns, in möglichst allen Sichtweisen, biste gegen uns
und wirst als nicht-würdig geframed ellenlang,
zack,
das kann doch nicht das Ziel sein und ist vor allem alles andere als cool.
Ich meine, denkt man wirklich wenn man bestimmte Gedankenspiele sofort einordnet, ellenlang mit:
Verpempelte Westeuropäer…
„Allein hier und im näheren europäischen Umland gibt es um die 20 Millionen, die an der Armutsgrenze leben…Das
“ Alle gempempert sind im Vergleich zu...“,
ja genau das wollen die unter die Nase gerieben bekommen von einem wie dir Schwingo, hm?
… dann wachense bestimmt auf und wählen wieder grün, oder so, nur um dabei zuzusehen wie ein Nachfolge-Habeck wieder mit Saudi-Arabien Geschäfte macht?
(Kannst ja Bad-Cherry-Picking mir jetzt vorwerfen, is in der Realität den armen Leuten aber egal)
Ist es wirklich rechte Propaganda?
Wenn man einfach Realitäten beschreibt,
da es nun mal viele konservative-alte-weiße Wähler gibt im heutigen Europa?
Es war einfach eine Art Zustandsbeschreibung,
aber wie will man diese Leute, so in der überheblichen Art abholen und wieder abholen?
(Da das zum Teil ehemalige- SPD / sozialdemokraten-Wähler, Grüne, unentschlossene waren…
diese Wählerwanderungen gab und gibt es und ich mache zum Teil die Art des Umgangs mit den Mitmenschen und allgemein die Strategie der Woken verantwortlich´, im Sinne der bewusst„überzeichneten Simpsons-Folge [falls du das nicht gemerkt hast, Caps], is das so schwer zu verstehen? Fütter deinen KI-Assistent mal mit der genauen Abfolge Simpsonsfolge (wenn möglich) und werde glücklich damit.
Ich denke dahingehend haltbloß, schlechte Strategie,
weil dadurch sowas passiert wie weitere Spaltung und das liegt nicht nur an Machtverhältnissen, es liegt auch an der Borniertheit des politisch-linken-"Nachwuchses", Beispiel:
ich dachte zum Beispiel mal: Der Kevin Kühnert hätte einer sein können, der vielleicht einen neuen Weg aufzeigt wie es z.B. bei der SPD "weiter" laufen könnte,
aber er hat aufgegeben aus …Gründen und da waren sicherlich nicht nur bestimmte Machtverhältnisse Schuld.
Dieses Potenzial ehemalige SPD-Wähler zu überzeugen mit einem klaren, aber vielleicht auch gewitztem, charismatischen Weg, der wird komplett in woken Kleinkriegen vergeudet…
dass man das nicht sehen will – finde ich sehr, sehr traurig, weil im Endeffekt macht nicht nur die eigene Bubble ein Kreuz bei ner Wahl.
@Capslock Dein Bemühen vordergründig groß erscheinen tut, im Detail isses aber leider:
Ein wort-wörtliches Winden wie ein Aal und ein schnelles wechseln in einen rhetorischen allseits-bekannten Verteidigungsmodus.
Dennoch:
Danke für deine Mühe auf meine einzelnen „Punkte“ einzugehen, aber ich will hier nicht das altbekannte Muster einer Laut-Forendiskussion,
wie du es und andere schon sehr lange machen, das bringt doch nix…
Natürlich hast du Recht, es ist ein Unding wie viele Leute in den USA gerade behandelt werden und erniedrigt oder gar umgebracht, das ist fürchterlich und da hilft auch kein Humor, sondern nur entschlossener, ernster Widerstand oder legitime Flucht, wie in vielen anderen Ländern auch, schon immer... Wann war eigentlich das letzte Mal eine richtige lebenswerte Situation im Jemen?
Aber trotzdem:
Auch danach wirbelst du zu viel argumentativ durcheinander, nur mal so:
die Anfänge des Wokismus haben mit dem jetzigen Wokismus wenig zu tun,
sicherlich kann eine Bewegung sich ihrer Zeit anpassen,
aber man muss doch auch dahingehend Kritik ertragen können, nobody's perfect.
Ich finde den woken Humor nicht witzig, vielleicht verstehe ich ihn einfach nicht, aber da ist halt wirklich zu 95 % ein Stock im Arsch.
Überempfindlichkeit und dauernde Empörtheit, nur um des empörens-willen mit schulterklopfenden-.gleichgesinnten
sind halt extrem kontraproduktiv zu Lässigkeit, Coolness und Humorbewusstsein,
das war doch schon mal besser,
sogar im sehr humorbefreiten Deutschland.
Trotzdem danke für den Austausch, auch an Ragi & Schwingo.
Dieser Kommentar wurde vor 16 Tagen durch den Autor entfernt.
@CapsP.S.
Jag bitte alles durch deine Ki durch, ich werde darauf nicht antworten.
Ich habe ja erst selbst geantwortet und dann noch künstlich denken lassen, wenn du vom zweiten nichts hältst, meinetwegen, kann ich nachvollziehen, auch wenn ich es für falsch halte, das so zu sehen. Diese Modelle haben mitunter Probleme nuancen menschlicher kommunikation richtig zu deuten. Aber diese Modelle sind unschlagbar darin logisch konsistente, objektive Systeme zu modellieren und damit Ideen mit Logik, Ethik und Wissen zu überprüfen. Wert Angst vor Halluzinationen hat, kann mehrfach generieren, kann ich dir gerne in xfacher Ausführung die Antworten auf meine Fragen geben. Halluzinationen sind selten, so dass daraus eine reproduzierbare Methode sein kann.
Nichtsdestotrotz, ich habe ja selbst auch einiges geschrieben, wenn du darauf nicht antwortest, da auf die Punkte nicht eingehst weil ich dir nicht höflich genug bin, dann ziehst du dich ganz billig aus der Affäre und disqualifiziert dich damit klar von anderen ernst genommen zu werden in dem was du propagiert. Wenn es dir nicht höflich genug ist lies was das Modell geschrieben hat, das ist relativ höflich, schreibt aber sonst halt was ich sage plus was ich besser machen kann, womit das Modell auch echt Recht hat.
Alles gut, ich vorverurteile die Ki nicht und will auch keine Regeln diktieren, wer wie mit wem auch immer antworten soll, ich will nur dich und deine Antwort und die kann auch erst in 2 Wochen kommen... ob dein Brain irgendwas nachvollziehen kann. Meistens bin ich übrigens eher Pinky.
Äh sorry, mir ist gerade aufgefallen, dass ich einen Teil deiner Antwort übersehen habe, deswegen ignoriere bitte den zweiten Absatz meines letztens Kommentars erstmal.
Der Argumentation vom Lord stimme ich zu 100% zu. Die hysterischem Beißreflexe der user, die hier bei jeder halbwegs politischen Diskussion sofort auf der Matte stehen, nerven nur noch. Wenn man deren im Kern immer gleichem Erklärungsansatz nicht folgt, kommt sofort die Etikettierung. Entweder habe ich Interesse an einem Meinungsaustausch, der ja durchaus auch hart geführt werden kann oder ich habe eher die Absicht, andere belehren zu wollen bzw. mit meinen Scheuklappen alles platt zu walzen.
Wenn du pro Meinungsaustausch und gegen sofortige Ettiketierung bist, was sollen dann Statements wie:
"Die hysterischem Beißreflexe der user, die hier bei jeder halbwegs politischen Diskussion sofort auf der Matte stehen, nerven nur noch."
Nicht einmal an jemand bestimmtes gerichtet oder mit Beispiel oder irgendwie klärend, sondern einfach pauschal urteilend und abwertend so in den Raum geworfen. Was genau trägt das denn zur Diskussionskultur bei? Wer meinst du wird sich durch so ein Statement angesprochen fühlen oder das als Kritik in Betracht ziehen?
Ich finde schon, dass viele Forendiskussionen dem gleichen Muster folgen so wie es Lord bereits detailliert skizziert hat. Gerade tut sich ja einiges auf der Welt (Iran), darauf werden Musiker sicherlich eingehen, dann wird hier ein Faden aufgemacht und die immer gleichen narrativen Strategien werden wieder erkennbar sein. Bei nächster Gelegenheit kannst du das dann also live verfolgen. Die Idee mit der Metaanalyse durch KI könnte hilfreich sein.
Das darfst du ja gerne finden. Ich habe ja nicht die Rechtmäßigkeit deiner These infrage gestellt, sondern eher gefragt, ob du dich denn als Teil des Problems der unproduktiven Forendiskussionen siehst. Da hilft mir die Antwort "Die Zukunft wird schon irgendwie zeigen, dass ich recht habe" nicht wirklich weiter.
"Aber diese Modelle sind unschlagbar darin logisch konsistente, objektive Systeme zu modellieren und damit Ideen mit Logik, Ethik und Wissen zu überprüfen. Wert Angst vor Halluzinationen hat, kann mehrfach generieren, kann ich dir gerne in xfacher Ausführung die Antworten auf meine Fragen geben. Halluzinationen sind selten, so dass daraus eine reproduzierbare Methode sein kann."
https://laut.de/News/Sleaford-Mods-Radiohe…
@Gleep. Ja, ich sehe mich definitiv als Teil des Problems. Ich habe in meiner Anfangszeit hier viel Mist geschrieben, Beleidigungen ausgesprochen und jegliche Impulskontrolle vermissen lassen. Anstatt jetzt billige Ausreden zu suchen, sage ich: das war scheiße von mir und ich trage die alleinige Schuld. Ich wage jedoch auch zu behaupten, dass ich durchaus in der Lage bin, auf anständigen Niveau zu diskutieren und andere Perspektiven und Meinungen wertzuschätzen. Anstatt zu pöbeln möchte ich seit Beginn des Jahres nachfragen. Das ist mein Vorsatz. Vielleicht bescheuert, aber seit mein Sohn auf der Welt ist, denke ich oft "Alter, was machst du?" Ich halte dich für sehr intelligent und wenn du mich hier in Zukunft bemerkst als maßgebich verantwortlich für Unproduktivität der Duskussionen, zeig es mir auf, dann lösche ich meinen account. Das ist dann nur fair.
Naja, ich fand den Post von dir, auf den ich ursprünglich eingegangen bin schon etwas unproduktiv, aus den im letzten Absatz meiner Antwort genannten Gründen. Aber sicherlich nicht in dem Grade, dass es die vielzitierte Selbstlöschung notwendig machen würde und mit deiner Antwort jetzt hast du das finde ich auch mehr als wieder wett gemacht. Von daher ist von meiner Seite aus erst einmal alles gut und ich hab dem weiter nichts hinzuzufügen.
Danke für den Link, Gleep. Gibt noch einige andere Beispiele, wo KI stark versagt. Mir wurde vor kurzem noch ein Video geteilt, in dem jemand verschiedenen Modellen vorhielt, sein Trinkbecher sei defekt, weil die geschlossene Seite oben, und die offene Seite unten ist. Keine einzige davon kam auf die Idee, den Becher umzudrehen. Klar, so banalste Dummheiten sind vermutlich schnell reparierbar. Aber solange sie an solchen kindlichen Aufgaben scheitern, würde ich zumindest mal davon absehen, diese Modelle für komplexere, fluide, stark kontext-abhängige Dinge wie für Unterhaltungen zu benutzen. Für einen sehr groben ersten Überblick, oder aber für sehr fokussierte Aufgaben haben sie ihre Nützlichkeit.
Ich vermute, für produktive Unterhaltungen zwischen Menschen wird es auf absehbare Zeit eher hilfreich sein, tatsächliche Perspektiven zu haben anstatt Modelle, die anhand von Datensätzen und statistischer Wahrscheinlichkeiten menschliche Sprache imitieren und ein zufriedenstellendes Ergebnis produzieren sollen. Besonders hilfreich waren die KI-Zusammenfassungen in den letzten Fäden nicht, abgesehen davon, dass sie sie Fäden länger gemacht haben, weil ein weiterer "Akteur" nicht ganz folgen konnte.
Das mit der Selbstlöschungs-Aufforderung ist eine Standard-Beschämumg, weil die rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Da wäre ich erst mal ganz entspannt. Die Hürden für ein Disziplinarverfahren sind äußerst hoch. Selbst chronische Wieseleien zählen noch ganz klar ins Spektrum der Normalität.
ich denke auch thema iran ist sehr wichtig und deutschland ist diese mal in mittel punkt weil wir haben hier genug platz für brüder die fliehen vor krieg
@Mubasi: finde ich wirklich gut, eigene Fehler zu erkennen, zu hinterfragen und dazu zu stehen ist sehr groß. Daher würde ich auch sagen: Lösch dich nicht, selbst falls du in Zukunft einmal maßgeblich für die Unproduktivität einer Diskussion verantwortlich sein solltest - das sind wir alle irgendwann mal. Manche öfters, und manchmal ist das auch sehr anstrengend und frustrierend, aber deine Bereitschaft darüber in good faith zu reden reicht mehr als aus um das auch für mich wett zu machen.
Inhaltlich werde ich auch noch antworten, ich finde das ein wirklich wichtiges Thema, dass mich auch persönlich sehr bewegt, und tatsächlich ist es da hilfreich auch Perspektiven zu betrachten, die der eigenen in Teilen zuwiderlaufen.
Ich würde auch sagen, lösch Dich nicht, Mubasi. Denn wer hier offen Fehler zu gibt ist der perfekte Diskussionspartner für Capslockftw und natürlich gerne gesehen. Gut gemacht!
vor allem ist die Halbwertszeit einer Position- je nachdem wie reflektiert sie angegangen wurde- in der heutigen Zeit bisweilen unverhofft kurz.... -ich für meinen Teil werde aber auf Dauer diese Position einnehmen: I will never stand with war criminals.