Im "deutschen Finale" wetteifern ein Emo-Gitarrero mit Rüschen-Jabot, eine pyrotechnisch befeuerte Billo-Beyoncé und aufgewärmter Espresso Macchiato.
Berlin (dani) - Am 16. Mai geht der 70. Eurovision Songcontest über die große Bühne. Dank "Wasted Love" steht die 2026 in Wien. Wer "uns" dort vertreten soll, klärt am Samstagabend der Vorentscheid. Da wir die Veranstaltung als "deutsches Finale" angedreht bekommen, muss dem wohl ein Turnier vorangegangen sein. Wie und womit genau sich die neun Acts qualifiziert haben, die nun davon träumen, in JJs Fußstapfen zu treten? Niemand weiß es. Genauer, als dass sie "in einem mehrstufigen Verfahren vom SWR ausgewählt" wurden, ließ sich das nicht eruieren. Lasst uns diese hoffnungsfrohen Menschen und ihre Liedchen trotzdem betrachten:
Unsere potenziellen Songs für Wien
Gerankt wurde übrigens strikt nach persönlichem Gusto, nicht etwa nach den Aussichten auf ein Finalticket oder gar den Grand Prix-Gewinn. Mit einer Trophäe für Deutschland rechnet hoffentlich ohnehin niemand, das Material gibt sämtlich keinen Anlass zu derlei hochfliegenden Träumen. Realistisch betrachtet, dürfte es im Vorentscheid bestenfalls um die Frage gehen: Wird es wohl gelingen, den ESC-Fluch zu brechen, oder muss, wer am Samstag triumphiert, im Mai in der österreichischen Kapitale eine weitere rote Laterne für die bereits umfangreiche deutsche Kollektion abholen? Das Halbfinale darf der Siegertitel des Vorentscheids ja überspringen: Als Teil der "großen Fünf" (von denen in diesem Jahr wegen politischer Querelen ohnehin nur vier Nationen ins Rennen gehen) ist Deutschlands ESC-Final-Teilnahme bekanntlich gesetzt.
Die ewige Schöneberger
Doch so weit sind wir noch gar nicht. Zunächst müssen wir herausfinden, wen wir überhaupt nach Wien entsenden wollen. Durch den Vorentscheid führt, eine andere Moderatorin scheint sich in Germanien partout nicht finden zu lassen, die ewige Barbara Schöneberger. Immerhin bekommt sie mit der Schweizerin Hazel Brugger eine frische und obendrein erwiesenermaßen witzige Kollegin zur Seite gestellt, das lässt leise hoffen.
Aus neun mach' drei
Über Wohl und Wehe der Kandidat*innen hat das Moderatorinnen-Doppel allerdings nicht zu entscheiden, die Auswahl treffen andere. Wer warum nach welchen Kriterien die im Rennen befindlichen Beiträge ausgewählt hat: keine Ahnung, ehrlich gesagt. Neun Songs stehen nun aber zur Diskussion. Eine internationale Fachjury soll das Feld auf drei eindampfen. Die Zusammensetzung des mit dieser Aufgabe betrauten 20-köpfigen Gremiums lässt sich auf der offiziellen deutschen ESC-Seite studieren. Zu den bekannteren Beteiligten zählen DSDS-Sieger Luca Hänni aus der Schweiz, die Ukrainerin Ruslana, ESC-Gewinnerin aus dem Jahr 2004, und die schwedische Legende Christer Björkmann, der weiland 1992 in Malmö stolzer Vorletzter wurde. Der Österreicher Thomas Thurner hat sich mit seiner Beteiligung an der Komposition des Siegertitels aus dem vergangenen Jahr qualifiziert.
Um Anruf wird gebeten
Sobald sich die Expert*innen auf drei Titel geeinigt haben, ist das Publikum gefragt. Die endgültige Entscheidung, wer am Ende das Ticket nach Wien löst, fällt per Televoting. Beäugen können wir das alles am Samstag, den 28. Februar. Die ARD überträgt den Bumms ab 20:15 Uhr.
Bis dahin hört ihr einfach unseren Sender mit den besten Songs aus 70 Jahren ESC:

3 Kommentare, davon einer auf Unterseiten
Meine Stimme gehört Look Mum No Computer
Find's klasse, was die noch so alles macht, die Schöneberger. Die ist richtig aktiv unterwegs. Hazle Bruggers Humor verstehe ich einfach nicht, die ist mir zu unsympathisch und kompliziert. Aber sie baut gerade ein schönes Haus in Süd-Hessen um und setzt den Bauunternehmen auch aktiv Grenzen, hab ich letztens gelesen, aufgrund anfänglicher Gutmütigkeit. Es ist halt viel los, wie immer.