laut.de-Biographie
Dara
Dara ist eine wahre Show-Queen. Sie nahm an der bulgarischen Version von "The X-Factor" teil, tanzte bei "Dancing Stars" mit und coachte als jüngstes Jury-Mitglied bei "The Voice of Bulgaria". Anfang 2026 gewinnt sie den Vorentscheid zum ESC und setzt ihre Siegestour bis zum Gewinn der 70. Ausgabe des größten Liederwettbewerbs der Welt fort - der erste Titel für Bulgarien. Der erste Schritt des bulgarischen Popstars Richtung internationale Bühne.
Darina Nikolaewa Jotowa kommt am 9. September 1998 in der Hafenstadt Varna am Schwarzen Meer zur Welt. Sie absolviert an der staatlichen Dobri-Hristov-Kunstschule eine Musikausbildung, mit Schwerpunkt Volksgesang. Im Podcast "Bringin' it Backwards" erzählt sie bereits 2021, dass sie auch die Welt außerhalb ihres Heimatlandes mit ihrer Musik und Kultur erobern will. Vor allem ihre Mutter sei eine große Unterstützerin ihres musikalischen Weges.
Der Einstieg im Jahr 2015 in das TV-Showbusiness war mehr Witz als ernst. Die Musikerin erklärt: "It was a joke to me because i'm a folklore singer, you know, and X-Factor is for Pop-singers, nothing like me". Dass sie als damals 16-jährige Schülerin am Ende sogar den dritten Platz belegt, verdanke sie ihrer Persönlichkeit und ihrer Energie, so die Bulgarin. No Angels-Star Lucy Diakovska saß damals in der Jury des Gesangswettbewerbs und erkannte ihr Potential.
Danach unterschreibt Dara einen Plattenvertrag bei Virginia Records, einem der größten Musiklabels des Landes. Ihre Debüt-Single "K'vo ne chu?" (Was hast du nicht verstanden?) stürmt die Charts. Die englische Version des Songs "Onto you" wird ebenfalls 2016 veröffentlicht.
Immer wieder sorgt die Sängerin auch international für Aufmerksamkeit. Ein besonders sichtbares Beispiel dafür liefert 2023 der südkoreanische K-Pop-Star Kai, der ihren Song "Mr. Rover" aufgreift und damit in einem völlig anderen kulturellen Kontext präsentiert. Bis heute ist "Rover" einer der erfolgreichsten Tracks des Südkoreaners auf Spotify.
Auch im weiteren Verlauf ihrer Karriere releast Dara immer wieder Songs auf Englisch, experimentiert viel mit Elektro-Sound, schnellen Beats und mikrotonalem Balkan-Pop. Mit genau diesem Rezept krönt sie sich im Mai in Wien zur Gewinnerin des Eurovision Songcontests. In Bulgarien selbst herrschte vor dem Wettbewerb eher Friedhofsstimmung: "Manche haben das Lied sogar als satanisch bezeichnet. Weil es davon handelt, mit guter Stimmung das Böse zu vertreiben" sagt die Musikerin.
Zweifel und Ängste hatte die Sängerin auch selbst vor Antritt der Eurovision-Reise. Dass es Dara überhaupt bis zum Songcontest geschafft hat, verdankt sie neben ihrer eigene Initiative auch einem Pharmakologen Erwin Iwanow. Der ist nämlich ihr Ehemann und wettet noch am Vorabend, dass sie den Contest gewinnen würde. Mental-Health-Themen haben bereits seit längerem einen festen Platz in Daras Karriere. So ist beispielsweise der Name ihres neusten Studioalbums "ADHDara" aus dem Jahr 2025, eine Anspielung auf ihre späte ADHS-Diagnose.
Der ESC-Songs "Bangaranga" bedeutet auf Jamaikanisch Rebellion und Chaos. Inszeniert hat Dara die Performance unter anderem mit tanzenden Kukeri - so werden in Bulgarien maskierte Männer genannt, die zu Jahresbeginn die Straßen unsicher machen um böse Geister zu verjagen. Wahrscheinlich ist es genau diese Mischung von bulgarischer Kultur und popkulturellem Mainstream, die Dara so erfolgreich gemacht hat.

