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Platz 4: Für Usszeschnigge (1981)

"Verdamp Lang Her", "Jraaduss", "Waschsalon", "Jupp", "Frau, Ich Freu Mich", "Müsli Män". Auf einem Album. Reicht das als Einordnung?

Es ist schon faszinierend: Keine 2-Euro-Wühlkiste auf Plattenbörsen zwischen Flensburg und Konstanz kommt ohne ein Exemplar dieses Albums aus – mancher Musiksnob rümpft bis heute die Nase darüber. Faustregel aber natürlich: keine BAP-Setlist ohne "Usszeschnigge"-Hits im Zugabenblock.

Man könnte vieles übers Songwriting schreiben, über Riffs, Akkordfolgen, Metaphern, und Durchhaltehymnen – doch all das hat Kollege Alex Cordas schon in seiner äußerst würdigen Meilenstein-Abhandlung getan.

Zwei wichtige Punkte: Wie spätestens die "Zeitreise"-Tournee gezeigt hat, ist "Fuhl Am Strand" eine der besten vergessenen BAP-Perlen. Und: Die Antwort auf die Frage, ob nun "Für Usszeschnigge" oder "Vun Drinne Noh Drusse" das bessere Album ist, kann ganz schnell zur Glaubensfrage werden – und im Sakrileg enden.

Dabei lässt sie sich doch schon anhand des größten Kritikpunkts der oben genannten Musiksnobs beantworten: Auf "Für Usszeschnigge" ist die Kluft zwischen der grandiosen Qualität des Materials und der teils dünnen instrumentalen Ausgestaltung einfach noch eine arg größere.

Wolfgang Niedecken:

"Ja klar, ich meine, überleg mal, wir hatten gerade erst den Effendi rekrutiert. Wir waren musikalisch einfach noch nicht so weit, ein paar der Songs waren auch wieder deutlich älter. 'Jraaduss' zum Beispiel. Und plötzlich haben wir nach dem Erscheinen der Platte schon wirklich große Dinger gespielt. Davor waren wir noch eine Truppe, die sich nach den Gigs in irgendwelchen Wohngemeinschaften den Arsch abgefroren haben. Aber Gott sei Dank hatten wir jetzt den Major."

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