The Monks - "Black Monk Time"
Die Geschichte der Monks ist eine dieser Rock'n'Roll-Storys, die zu schön scheinen, um wahr zu sein: Fünf in Deutschland stationierte amerikanische Soldaten gründen eine Rockband, um Dampf abzulassen. Nachdem sie anfangs solide, aber gewöhnliche R'n'B-beeinflusste Beatmusik spielen, entwickeln sich ihre Songs zu etwas, das praktisch nichts mehr mit den Pop des Jahres 1966 zu tun hat. In ihren schwarzen Outfits mit Tonsuren sahen sie vielleicht bizarr aus, aber ihre Musik war wirklich radikal.
Fuzz und Feedback von Gary Burgers Gitarre steht im Gegensatz zum elektrisch verstärkten Banjo von Dave Days, wer braucht schon eine Rhythmusgitarre? Das ergänzen das minimalistische Schlagzeugspiel von Roger Johnston und Eddie Shaws fulminanter Bass sowie Larry Clarks Keyboard. Darüber thront Gary Burgers wilder Gesang: "Ich hasse dich mit Leidenschaft, Baby, warum tötest du all diese Kinder da drüben in Vietnam?" kanalisiert die dissonante Wut der Band.
Der musikalischen Anarchie der Monks kommt zu jener Zeit vielleicht noch das Lärmen von Velvet Underground am nächsten. Während Lou Reed und John Cale ihre Inspiration aus Free Jazz und zeitgenössischer Klassik schöpften, erschufen die Monks eine neue Art von Rock'n'Roll. Nach zwei Jahren war dann wieder alles vorbei, erst in den Neunzigern wurden die Monks und ihr "Black Monk Time" von einer neuen Musiker-Generation wiederentdeckt.
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