Victor Willis ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Erst wehrte er sich juristisch gegen Trump, nun würdigte der US-Präsident ihn mit einem Nachruf.

USA (map) - Victor Willis, Gründungsmitglied und langjähriger Leadsänger der Disco-Band Village People, ist einen Tag vor seinem 75. Geburtstag gestorben. Wie die Band und Willis' Ehefrau Karen Huff Willis mitteilten, erlag er am Dienstag einer "kurzen, aber aggressiven Krankheit".

1977 tat Willis sich mit den Produzenten Jacques Morali und Henri Belolo zusammen, um Village People zu formen - Willis verkörperte darin den Polizisten. Aus der Zusammenarbeit entstanden mit "Y.M.C.A.", "In The Navy" und "Go West" einige der prägendsten Disco-Hymnen überhaupt. "Y.M.C.A." erschien 1978, avancierte zum Signature-Song der Band und erlangte international großen Erfolg.

Willis war nicht nur der Frontmann von Village People, sondern schrieb auch an vielen Hits mit. Als er die Band 1980 verließ, hatte dies jahrelange Urheberrechtsstreitigkeiten zur Folge. 1983 kehrte er für die Aufnahmen zu "Fox On The Box" kurzzeitig zurück, um die Band danach wieder zu verlassen. Erst 2017 stieß Willis wieder zu Village People hinzu und performte mit ihr bei der zweiten Amtseinführung von US-Präsident Trump 2025 den großen Hit "Y.M.C.A.".

Trumps Nachruf: "Ein großartiger, fröhlicher Kerl"

Auch Donald Trump reagierte mit einem Nachruf auf Truth Social auf den Tod des Sängers. "[Willis] war ein großartiger und fröhlicher Kerl, der es liebte, dass ich den Song seiner Gruppe, 'Y.M.C.A.', bei meinen Rallys verwendet habe". Trump hatte "Y.M.C.A." seit Jahren regelmäßig bei Wahlkampfveranstaltungen verwendet und nutzte den Trauerfall, um sich wieder einmal in den Vordergrund zu drängeln: der Song sei durch diesen Einsatz noch einmal, Jahrzehnte nach dem Original-Release, zum "Monster"-Hit geworden.

Trumps Verwendung von "Y.M.C.A." geschah dies zunächst ohne Zustimmung von Willis und der Band. Dagegen ging Willis mit seiner Frau juristisch vor. Als Trump den Song 2023 erneut bei einer Veranstaltung in Mar-a-Lago spielen ließ – inklusive Darstellern in Village People-Kostümen – schickte Willis' Frau und Anwältin Karen Willis eine Unterlassungsaufforderung, um die weitere Nutzung von Songs und Bandimage zu stoppen.

Musik hat nichts mit Politik zu tun

Nach Trumps Wahlsieg 2024 vollzog Willis dann eine bemerkenswerte Kehrtwende. "Ich bin Demokrat, er war also nicht der Kandidat, für den ich gestimmt habe", sagte Willis. "Aber danach war es für uns so: Wer gewonnen hat, hat gewonnen – und man sollte hinter dem Präsidenten stehen, solange er nichts Falsches tut. wir glauben jedoch, dass Musik ohne Rücksicht auf Politik gespielt werden sollte."

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Village People Ein Cop auf der Flucht

Dieser Polizist bewegt sich jenseits von Recht und Ordnung: Gegen den ehemaligen Village People-Sänger Victor Edward Willis liegt ein Haftbefehl vor. Erst soll der verkleidete Cop wegen Drogenmissbrauch in den Knast, dann erscheint er nicht vor Gericht und nun weiß niemand, wo er steckt.

laut.de-Porträt Village People

Jeder hat sie schon einmal gesehen, ihre Songs gehören zum Standardrepertoir von Abipartys, Formatradios, Musikladen-Wiederholungen, Siebziger-Sampler, …

1 Kommentar

  • Gerade eben

    Naja, wenn Trump "YMCA" zelebrierte, dann kann man es ja auch positiv sehen: er hat die Botschaft in konservativen Lagern damit verselbständigt und banalisiert, sodass sie gar nicht mehr in Frage gestellt werden kann. Vermute, Willis war so clever, dass er das damals erkannte. Sein letztes Vermächtnis, auch wenn es natürlich ein paar Wenige geben wird, die es eher umgekehrt sehen und Trump als verkapptes Mitglied im Nachhinein re-konstruieren. Wie auch immer: Danke & Rest In Village.