Außerdem neu am Freitag: Massendefekt, Bloc Party, Bonobo, Ezra Collective, Jazeek x Luciano, Annett Louisan, Krawallbrüder, This Is Lorelei etc.
Konstanz (map) - Simon Green aka Bonobo sucht auf "Distance In Static" nach neuen Signalen im Rauschen, ohne dabei seinen charakteristischen Downtempo-Sound aus den Augen zu verlieren. Unterstützt wird er von einer illustren Gästeliste um Arooj Aftab, Joy Crookes, Nilüfer Yanya und Ichiko Aoba. Zwischen sanften Beats, Clubmomenten, organischen Sounds und verträumten Flächen bewegt sich der Nachfolger von "Fragments" durch 14 Tracks. Bonobo durchbricht damit zwar erneut die Statik elektronischer Musik, bleibt atmosphärisch aber weitgehend auf vertrautem Terrain.
Auch wenn Ebow ihr neues Album nicht exlplizit "Typologie Eines Lebens" genannt hätte: Dass es darauf wieder persönlich zugehen wird, stand zu erwarten. Ihre Tracks wirken wie Schnappschüsse aus ihrem Leben, so beleuchtet etwa "Arbayt" die diskriminierenden Erfahrungen, mit denen sich ihre Eltern als "Gastarbeiter" konfroniert sahen, "Novoline" thematisiert das schwierige Verhältnis zu ihrem spielsüchtigen Vater. Politik, Familie, Identität, Zugehörigkeit: Um diese Themen kreist das Oeuvre der Rapperin seit jeher. Allerdings bekommen ihre Songs diesmal noch eine neue Dimension: Zu jedem Track gibt es eine eigene Installation, die am 12. und 13. September gebündelt im Rahmen einer Ausstellung in Berlin zu sehen sein werden.
Und dann wäre da noch Bülent Ceylan. Der Comedian hat sich seine Metal-Leidenschaft längst nicht mehr nur als Gag für die Bühne aufgehoben. Auf "B.L.N.T." geht er bereits zum zweiten Mal mit einer richtigen Metal-Platte an den Start, diesmal sogar beim Metal-Label Napalm Records. Nach dem Debüt "Ich liebe Menschen" von 2024 folgt damit nun das nächste Kapitel seiner musikalischen Karriere. Dass ausgerechnet ein Comedian zwischen Moshpit und Metal-Riffs landet, ist immer noch eine ziemlich dankbare Geschichte.
-----------------------------------------------
24/7 Indie, Pop & Alternative: Willkommen bei laut.fm/eins! Mit den Neuvorstellungen Bibiza, Cordoba78, Noonzy, Robyn & Zara Larsson etc. - Unsere Top 20 der Woche mit allen New Entries findet ihr hier.
-----------------------------------------------
Bei Schandmaul geht es derweil um eine ziemlich einschneidende Veränderung: "Sternensegler" ist das erste Album der Folk-Rock-Band mit Till Herence am Mikrofon. Der war bereits seit 2024 live für Thomas Lindner eingesprungen, nachdem dieser krankheitsbedingt seinen Platz als Sänger aufgeben musste. Lindner bleibt der Band allerdings erhalten und spielt weiterhin unter anderem Keyboard und Akustikgitarre. "Sternensegler" ist damit weniger ein Abschied als ein ziemlich entscheidender Neustart für eine Band, die seit Jahrzehnten zur deutschen Mittelalterrock-Landschaft gehört.
Alle Neuerscheinungen am 11. September auf einen Blick:
Agatha Is Dead! - Concrete
Amyl And The Sniffers - Truth Or Consequence – Live Album
Andy Sheppard Trio - Salt Catchers
Annett Louisan - Sehnsucht
Bison - Travellers
Black Oak Arkansas - When Electricity Came to Arkansas: Vol. 1 (Re-Release)
Blackbird Mantra - 2 AM
Bloc Party - Anatomy Of A Brief Romance
Bonobo - Distance In Static
Boehse Onkelz - Mexico (Re-Release)
Brian Fallon + The Painkillers - Not Bad For New Jersey
Buddy Miller - Buddy Miller
Bülent Ceylan - B.L.N.T.
Buju Banton - Too Too Bad
Cashisclay - Triggerwarnung
Colin Stetson & Brìghde Chaimbeul - All The Light In The World
Collective Soul - Touch And Go
CoreLeoni - Generection
Dexys Midnight Runners - Love
Die Sterne - Posen (Re-Release)
Ebow - Typologie eines Lebens
Eric Steckel - Sandstorm
Ezra Collective - Here Because Of Hope
Fluisteraars - Jacht der Mysteriën
Formal Sppeedwear - Punch Card
Funkadelic - Maggot Brain (Re-Release)
Godslave - Godslave
Green Lung - Necropolitan
Gretchen Parlato - The Wise Ones
Hammer King - King Is Rising
Haruomi Hosono - Yours Sincerely
Harlott - Exsequiis
HUG - HUG
Ibibio Sound Machine - Chopping Mountain
Ida Sand - I Will Be Right There
Jazeek, Luciano - Starboyz
Justus Eichhorn - The Source
Kickin Valentina - Anthems From The Underground
KrawallBrüder - 1993
KrawallBrüder - Stories Of Our Life – Volume I
Lyane Hegemann - Glücksritter (Herz voller Mut)
Manfred Mann's Earth Band - The Roaring Silence (Re-Release)
Massendefekt - Massendefekt
Mother of Millions - T
Movements - Happier Now
Musa Dagh - Endurance
Pretty Sick - Anarchy
Proclaimers - You May Offend
Poxrucker Sisters - DNA
Sagenbringer - Sagendarium
Sam Rivers - Dimensions & Extensions
Schandmaul - Sternensegler
Seraina Telli - Green Live
Shudder To Think - Who Sent You?
Space Chaser - Razorblade Bay
Standing On The Corner - SOTC (“II”)
Sylvan Esso - Ow
The 69 Eyes - Universal Monsters
The Meffs - Business
The Tubs - Hard Life
This Is Lorelei - The Singer In My Band
Valerie June - Brighter Blue
Wolf Biermann - Wolf Biermann
Wrong Man - Here's That Feeling
Xion - When Stars Collide










4 Kommentare mit 7 Antworten
Puh, ist das mies. Freue mich schon auf die 1/5 für Ceylan. Mehr Mallorca als purer Metal.
Das klingt auch einfach mehr wie eine YTitty-Parodiesong
Krawallbrüder - Stories of our Lifes Volume I
Will das wirklich jemand ernsthaft wissen, was diese Bierschinken in ihren Lifes so erlebt haben?
Früher mochte ich Mittelalter Rock ganz gerne, aber das ist schon lange nur noch so glattploriertes Zeugs, da kannste auch Schlager hören, macht keinen Unterschied. Subway to Sally hat wenigstens noch einen Hauch von Originalität, aber Schandmaul geht schon lange garnicht mehr. Die halte nur noch ihren kommerziell scheinbar recht erfolgreichen Betrieb am Laufen
Die Frage ist: hat sich die Band verändert oder du? Mir geht es nämlich ganz genauso und ich weiß nicht so genau, ob die sich nicht sehr treu geblieben sind und das einfach nicht mehr meinem Geschmack entspricht. Schön die frühen Balladen sind feinster Schlager.
Bei STS genauso: Das wirkt auf mich sehr auserzählt, obwohl da mehr Härte drin steckt.
Bevorzuge mittlerweile die Solo-Sachen von Eric Fish. Die haben hin und wieder interessante, gut geschriebene Geschichten.
Da ich Großteils auch immer noch die alten Sachen mag, muss sich eigentlich schon in erster Linie die Musik verändert haben. Ich finde, dass man meist recht gut raushören kann, wenn eine Band Rock/Metal den Fokus mehr auf Masse legt. Das wird dann alles immer glatter und poppiger, hauptsache raus aus der Niesche.
Auserzählt ist das defintiv, aber wenn man manchmal einfach mehr vom Gleichen erhält, in hoher Qualität, stört mich das zumindest nicht. Sich ständig weiterentwickeln zu müssen, das ist ein Dogma, das ich nicht ganz teile. Wenn man auch nach langer Zeit immer noch für etwas brennt, kann man auch dann noch recht frisch klingen, wenn man sich nicht ständig neu erfindet.
Würde eine Band wie The Prodigy ein Album rausbringen, das so wie früher klingt, in gleicher Qualität, ich würde es abfeiern!
Ich hab das Gefühl, bei den alten Sachen spielt immer eine gehörige Portion Nostalgie mit rein. Wenn ich die erste vier Schandmaul Alben anhöre, katapultiert mich das zu meinem Jugendlichen ich. Aber das ist subjektiv, selbstverfreilich.
tonitasten: Puh, das fand ich seit "Gegen den Strom" mit jedem Album uninteressanter, von den letzten hab ich dann gar nix mehr mitbekommen. Ich mochte das Livealbum als Debut sehr gern, auch oder gerade die Coverversionen.
Klar ist Nostalgie dabei. Wenn ich alte Games zocke, dann wenn möglich immer auf der original Konsole, weil das einfach viel authentischer rüberkommt und Authentizität liebe ich! Aber gewisse Musikrichtungen hatten in der Vergangenheit halt auch ihren Peaks, Black Metal und Techno gehören dazu. Und natürlich sehne ich auch weiterhin Musik aus der Zeit und in der Qualität herbei, als diese Genres ein Meisterwerk nach dem Anderem abgefeiert haben!
Ebow Album des Monats