Platz 5: 2019

Legenden (5 Punkte)
High Level (3 Punkte)
⦁ Megan Thee Stallion: Ich erinnere mich noch deutlich, dass ich von Megan das erste Mal im Rahmen eines Billboard-Artikels gehört habe. Der hat angekündigt, dass sie ein Megastar werden wird, und hat Recht behalten. Megan ist ein seltsamer Fall: Die Hip Hop-Welt ist anhaltend megascheiße zu ihr, die Popwelt reißt sich geradezu um sie. Trotzdem wirft sie dem Hip Hop wieder und wieder ihre Liebe hinterher. Megastar ist sie sowieso.
⦁ Gunna: Legendärer Move von ihm, dass er damals einfach nur fürs Cover gekommen ist und sich sowohl Freestyle als auch Cypher einfach geschenkt hat. Ganz ehrlich? Nur konsequent. Gunna ist kein Spitter. Er ist der lethargische Trap-Buddha, dessen unglaublich trippy Atlanta-Sounds bis heute immer wieder gut funktionieren.
⦁ DaBaby: Man sollte meinen, der homophobe Ausbruch und das darauffolgende Cancelling haben den kurzen Run von DaBaby beendet. Er hätte der neue Ludacris sein können, hat es aber weggeworfen. Aber unterschätzt den nicht, der klammert sich mit dem letzten kleinen Finger immer noch an seine Relevanz und hat auch seither mehr Hits gelandet, als ihr denkt. Ich glaube, den sind wir noch nicht ganz los.
Solide Nische (2 Punkte)
⦁ Roddy Ricch: Roddy dagegen hätte eher zu Polo und Lil Tjay aus dem Folgejahr gepasst. Kurzer, absolut immenser Peak mit seinem "Please Excuse Me For Being Antisocial"-Album, der daraufhin absolut im Nichts verpufft ist, als das nächste Album kam. Warum? Ich kann es nicht wirklich sagen.
⦁ Rico Nasty: Sie hat diesen einzigartigen Punk-Rap-Sound, der bis heute unglaublich eigen geblieben ist. Statt sich dem Kommerz anzubiedern, wird sie über die Jahre nur noch weirder und exzentrischer. Das steht ihr gut, als Live-Act wird sie auch ohne Hits noch lange funktionieren.
⦁ Tierra Whack: "Whack World" gehört zu den besten und fantasievollsten Rap-Projekten der Zehnerjahre, Punkt. Ganz daran anknüpfen konnte sie mit ihrem neueren Projekt "Tierra" leider nicht, trotzdem bleibt sie in ihrer surrealen Arthouse-Rap-Lane ein wohlrespektierter MC.
⦁ Cordae: Der sich ehemals YBN Cordae nennende Rapper hat eigentlich nie in seine Crew gepasst. Dieser U18-Trap-Club mag einen glaubhaften Freundeskreis für Cordaes Mini-J. Cole-Stick gegeben haben, aber Sinn hat es eh nie ergeben. Dass er daraus in Abgrenzung dann ein paar Jahre Momentum gewann: gut für ihn. Das erste Album war cool, aber mit dem zweiten wurde dann recht klar, dass künstlerisch keine Offenbarung in ihm steckt.
One-Hit (1 Punkt)
⦁ Blueface: Wenn wir schon bei Artists sind, die keine Offenbarung sind: Ich habe das Blueface-Phänomen für das kurze Fenster in 2018 irgendwie schon sehr genossen. Der Typ hatte einfach den irrsten Rapstil und gute Punchlines. Leider hat sich das sehr schnell totgelaufen, heute ist er eine auf Drachenlord-Level unangenehme Social Media-Figur statt eines Rappers. Uff.
⦁ Lil Mosey: Er kam mit der fluffigen Jacke und einem historisch beschissenen Freestyle aufs Cover. Dafür wurde er so hart geclownt, dass er nicht nur mit "Blueberry Faygo", sondern auch mit "Noticed" und "Kamikaze" eine Zeit lang amtliche Sommerhits geliefert hat. Wahrscheinlich ein historischer Fall dafür, dass jemandem das Cover wirklich gar nichts gebracht hat.
⦁ Comethazine: Der achtzigsekündige Track "Walk" war ein kleines Soundcloud-Rap-Meisterwerk, aber auch damals war schon ahnbar, dass das kein Fundament für eine Karriere legen würde. Just dieser Monate hat sich Comethazine deswegen als respektabler Jazz-Trompeter neu erfunden. Der Tony D des Soundcloud-Raps?
Kennt-absolut-keiner (-1 Punkt)
⦁ YK Osiris: Sollte mathematisch vielleicht ins One-Hit-Wonder-Tier, denn dieser Sänger mit der wirklich grässlichen Stimme war immerhin einmal in den Charts. Da hat er sich zum Nachfolger von entweder Chris Brown oder Michael Jackson gekrönt. Gut gemacht hat er das leider nur, indem er extrem gewalttätig gegenüber Frauen war. Wirklich okay, den hier zu vergessen.
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