Porträt

laut.de-Biographie

Dijon

Es ist so faszinierend, wie die Musikindustrie manchmal Leute teils für Jahre in der Hinterhand haben kann, an die hinter den Kulissen scheinbar jeder eisern glaubt, bevor sie wirklich das Licht der Welt erblicken dürfen. Dijon zum Beispiel: Bevor der auch nur seinen ersten Song wirklich veröffentlicht, hat der schon genug Industrie-Kredibilität gesammelt, dass er gefühlt in drei Genres an legendären Tracks mit absolut legendären Artists zusammengearbeitet hat.

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  • 27 Jan.
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Dabei beginnt sein Leben unspektakulär. Und, überraschenderweise: In Deutschland: Seine Eltern arbeiten auf einer amerikanischen Militärstation bei uns zu Hause (macht ihn das zu einem #Interpret aus Deutschland? Valide Frage!), woraufhin er mit seinen Eltern ziemlich ordentlich durch die Weltgeschichte reisen musste. Kalifornien, Hawaii, Iowa, Kentucky, Maryland und Washington, so schreibt es seine Biographie runter.

Da wird der Mann sich gefreut haben, in sein eigenes Unileben zu starten, von wo aus er vermutlich das erste Mal ein richtiges Gefühl von Stabilität empfinden dürfte. Grund genug, das sofort wieder einzureißen, indem man ordentlich musikalisches Talent zeigt. Er gründet während seines Literatur-Studiums ein R'n'B-Duo mit seinem Kumpel, das auf den Namen Abhi//Dijon hört. Die machen keine großen Wellen, finden aber im Laufe der Zehnerjahre auf den Radar der Jungs, die schon bald als Brockhampton durch die Decke gehen werden. Die featuren Dijon auf "Saturation 2", seinen ersten, großen Solo-Look.

Man sollte nun also meinen, dass dieses große Feature auf einem guten Track den ein oder anderen Fan auf die Frage gebracht haben könnte, wer dieser buttersmoothe Mann auf dem Track denn sein könnte? Aber entweder waren die Brockhampton-Fans nicht so neugierig, oder Dijon noch nicht bereit, denn er verzieht sich von dort an erst einmal in Richtung hinter den Kulissen. Er arbeitet zum Beispiel 2020 an Charli XCXs legendärem Opening Track "Pink Diamond" für ihr "How I'm Feeling Now"-Album mit.

Es soll bis ins Folgejahr 2021 dauern, bis er mit "The Stranger" eigene Musik veröffentlicht. Und auch das ist noch nicht unbedingt der Publikumsrenner. Doch auch, wenn sein Debütalbum "Absolutely" nicht den Weg in den Mainstream bahnt, findet er immerhin den Weg in die Tonight Show - und sein Song "Many Nights" findet sogar den Weg auf Barack Obamas Sommerplaylist des Jahres.

An diesem Punkt ist Dijon bei weitem kein Star, aber ein Typ, von dem scheinbar alle in der Industrie viel halten. Er hat sich in Mk.gee einen Bruder aus einem anderen Genre gefunden - und beide geben sich ein bisschen von der Sauce des jeweils anderen. Und 2025 bekommen sie dann die große Chance, ihre ulkige Dreamteam-Fähigkeit an die ganz große Glocke zu hängen: Justin Bieber arbeitet an einem neuen Album, und das Duo Dijon-Mk.gee wird so etwas wie der Kernreaktor hinter "Swag". Sie schreiben an vielen Songs und Dijon taucht auf mehreren Songs auf.

Beste Grundlage also, um noch im selben Jahr mit "Baby" sein eigenes Debütalbum an den Start zu bringen. Das wird sofort auch in den Himmel gelobt: Pitchfork zückt einen ihrer höchsten Scores seit des Jahrzehnts, der ihn in Beyoncé-Frank Ocean-Levels des kritischen Wohlwollens schiebt. Ob er diese Höhen langfristig erreicht, ist an diesem Punkt zwar noch offen. Aber es scheint sich der Punkt zu wandeln, an dem Dijon das best gehütete Geheimnis der Industrie ist.

Außerdem, Fun Fact: Dijon ist der zweite Dijon in der Hip Hop-R'n'B-Sphäre. Der erste teilt den bürgerlichen Vornamen, hat sich daraus aber einen Spaß gemacht und sich stattdessen in DJ Mustard umbenannt. Sollten diese beiden mal kollaborieren, wäre natürlich zappenduster.

Alben

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Di 27.01.2026 Köln (Carlswerk Victoria)
Mi 28.01.2026 Berlin (Columbiahalle)
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