Pseudogoth-Pop, Wandtattoo-Lyrik und Fußballsongs vom Schlagerbarden? Jesses! Lieber Wortgewalt, Trauerbewältigung und einen würdigen Abgang.
Konstanz (laut) - Rückblickend wirkt 2016 wie ein veritables Desaster. Kein Wunder, haben doch David Bowie, George Michael, Leonard Cohen, Prince, Zsa Zsa Gabor und The Greatest, Muhammad Ali, in diesem Jahr den Planeten verlassen. Die US-amerikanische Wähler*innenschaft schickt einen misogynen, rassistischen Narzissten ins Weiße Haus, Großbritannien stimmt für den Brexit, Terroranschläge überschatten die Nachrichten.
Das grassierende Horrorclown-Phänomen, gruselige Kasper, die den Leuten auf der Straße Angst einjagten, erschien da fast wie eine logische Reaktion auf die ganzen real existierenden Schrecken. Auch musikalisch hatte 2016 einige Grausamkeiten zu bieten, doch keine Sorge: Wir wühlen bei unserer Suche zwar zunächst ein bisschen im Schlick, graben dabei aber auch Perlen aus. Hier habt ihr die Jubilar*innen:
Bei allem gebotenen Realismus: Es ist ja tatsächlich nie alles schlecht gewesen. Natürlich hatte auch 2016 seine Höhepunkte: Bob Dylan bekam - Nobelpreise wurden damals noch nicht als Second Hand-Ware verramscht - die höchste Auszeichnung für Literatur zuerkannt. Udo Lindenberg feierte sein 70. Wiegenfest. Mit Sleep Token und Spiritbox traten zwei Acts auf den Plan, die eine knappe Dekade später der Kollegin Paula Fetzer Tränen der Begeisterung abringen sollen.
Frischer Wind wehte aber beileibe nicht nur im Metal-Bereich: 2016 brachten sich unter anderem Dua Lipa und Kali Uchis, Drangsal und AnnenMayKantereit in Stellung, außerdem die K-Pop-Formation Loona: alles Künstler*innen, von denen man noch reichlich zu hören bekam. Obendrein haben wir 2016 gelernt, dass ein Satiriker den türkischen Präsidenten im Rahmen eines Schmähgedichts ungestraft einen Ziegenficker nennen darf. Wie Danger Dan später konstatierte: "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt."
So klingt 2016
... und natürlich hatte 2016 noch viel mehr gute Platten zu bieten als unsere zehn handverlesenen Lieblinge da oben. Unser Jahrgangs-Radiosender laut.fm/2016 belegt: Wenn man die Grütze umschifft (was wir natürlich redlich versucht haben), dann klang das Jahr doch ziemlich vergnüglich. Hört:




























































































































3 Kommentare, davon 2 auf Unterseiten
Die ernst gemeinten Alben passen schon ganz gut. Mir fehlen Iggy Pop, Prezident und die höchste Eisenbahn.