Porträt

laut.de-Biographie

Asal

Asal schreibt weniger Songs, als dass sie Stimmungen konserviert. Ihre Musik drängt sich nie in den Vordergrund, sondern legt sich unaufgeregt über den Moment – irgendwo zwischen Alternative Bedroom-Pop, Hip Hop und R'n'B. Sie klingt wie die kleine, noch leicht schüchterne, kleine Schwester von The Neighbourhood, Billie Eilish oder Daniel Caesar, bleibt dabei aber erstaunlich eigenständig. Alles ist reduziert, weich und zurückhaltend, trotzdem steckt in ihrer Stimme eine Beharrlichkeit, die sich nicht über Lautstärke definiert.

Konzert-Review: Asal in Köln Aktuelle News
Konzert-Review Asal in Köln
Vom Spotify-Algorithmus in die Playlists, vom Club Bahnhof Ehrenfeld direkt in die Beine: Asal bringt einen ganzen Saal zum Tanzen.

Dass Musik für Asal Karimzadeh schon früh zum Alltag gehört, überrascht kaum. Aufgewachsen im Iran, singt ihre Mutter, ihr Vater spielt Keyboard und zum siebten Geburtstag bekommt sie ihre erste Gitarre. Nach dem Umzug nach Vancouver spricht sie zunächst ausschließlich Farsi und findet in der Musik eine Sprache, die keine Übersetzung braucht. Zwischen persischen Einflüssen, englischsprachigem Alternative Pop und Hip Hop entwickelt sie in ihrem Bedroom-Studio einen eigenen Sound: soft, atmosphärisch und melancholisch.

Aus den ersten Skizzen entstehen schnell Songs, die weit über das eigene Schlafzimmer hinausreichen. Mit Singles wie "Headache" und "Liar's & Players" (2023) erreicht Asal ein Millionenpublikum, bevor ihr Debüt-Album "Missing Something" (2024) den nächsten Schritt markiert: über 150 Millionen Streams, eine ausverkaufte Headliner-Show in London und eine Europa- und Nordamerika-Tour als Support von Artemas.

Gemeinsam mit dem Grammy-nominierten DJ und Produzenten MK präsentiert sie "She's In The Club" (2024) auf der Main Stage des EDC Las Vegas und erweitert ihren Sound um elektronische Club-Elemente, ohne dessen melancholischen Kern zu verlieren. Mit Songs wie "Tolerance" (2025), das auf BBC Radio 1 Premiere feiert, oder "Winter's Gonna Come" (2026) bewegt sie sich immer selbstverständlicher zwischen Alternative Pop, elektronischen Einflüssen und R'n'B.

Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie leise dieser Erfolg verläuft. Die Streaming-Erfolge und Touren stehen einer Künstlerin gegenüber, die außerhalb ihrer Bubble noch immer eher Geheimtipp als Popstar ist. Vielleicht liegt das gerade an ihrer Musik: Sie sucht nicht nach dem großen Moment, sondern nach der richtigen Atmosphäre. Mit dem Album "Kiss The Sun" (2026) führt Asal diesen Weg konsequent weiter, und wirkt dabei wie eine Künstlerin, die dem endgültigen Durchbruch längst dicht auf den Fersen ist.

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