laut.de-Kritik
Oldschool-Metal für die nächste Moshpit-Schlacht.
Review von Emil DröllFünf Jahre nach "Scriptures" legen Benediction "Ravage Of Empires" nach – und liefern genau das, was man von ihnen erwartet: Oldschool Death ohne Firlefanz. Mit dem neuen Album machen sie klar, dass sie mit ihrem Comeback-Album 2020 noch längst nicht alle Pfeile verschossen haben, die noch aus alten Tagen übrig sind. Die neuen Tracks erfinden das Rad nicht neu – und das ist auch gut so. Dave Ingram growlt sich so alles aus dem Leibe, was sich die letzten fünf Jahre angestaut hat, und die Gitarre haut fast noch mehr auf die Ohren als das Schlagzeug. Dazu die ganze Death Metal-Palette an Lyrics: Gewalt, Verderben, Apokalypse.
Mit "A Carrion Harvest" bleibt zum Glück gar keine Zeit in nihilistische Grübeleien zu verfallen. Der Hörer kriegt direkt thrashige, schnelle Riffs vor den Latz geknallt, während Giovanni Durst seine Drumms verdrischt. Ohne Pause macht "Beyond The Veil (Of The Grey Mare)" ähnlich brutal weiter, während es in Track drei dann wieder etwas entspannter zugeht. "Genesis Chamber" erinnert anfangs an die "Kill 'Em All" Thrash Riffs, nur um dann in so stampfend schwere Riffs überzugehen, dass es wieder in Richtung Hardcore geht.
Angekündigt wird bei Benediction auch 2025 nichts, die Tempo- und Riffwechsel kommen absolut unvorhersehbar. Ähnlich abwechslungsreich verläuft auch "Drought Of Mercy". Knapp fünf Minuten mal schnell, mal langsam geben einem wirklich keine Gnade, fast genauso lang fällt "In The Dread Of The Night" aus. In "Deviant Spine" holt Ingram alles raus, tiefer und gefährlicher kann ein Mensch gar nicht mehr klingen. "The Finality Of Perpetuation" startet ungewohnt heavy und zugleich melodiös. Mit einem "Crack it up" von Ingram – oder was auch immer er da Undefinierbares growlt, es funktioniert allemal – läutet er wieder das gewohnte Erfolgsrezept ein. Besonderen Spaß bereitet der Titeltrack des Albums: Mit asozial tiefen Riffs, hier und da im Intro einsteigenden Drums und später kommenden melodiösen Gitarren-Einlagen, in denen auch mal die hohen Saiten angeschlagen werden, ist hier wirklich alles dabei.
Zu den vorab releasten "Engines Of War" und "Crawling Over Corpses" gibt es schon die passenden Musikvideos zu sehen, die vor allem eine Botschaft vermitteln: Benediction meinen es ernst. Die Band performt in gewohnt düsteren Szenerien ihre Songs, Ingram schreit und guckt grimmig in die Kamera. So verloren und peinlich inszeniert die Musikvideos von so manch Metal-Urgesteinen heutzutage sein mögen – Benediction kriegen auch irgendwie das noch gut hin, zumindest besser als so manche Genre-Kollegen.
Trotz aller oldschool Nostalgie: Den sägenden Death Metal-Klang von damals haben Benediction nicht mehr dabei. Der Sound ist nun um einiges satter, aber auch das funktioniert gut. Verloren geht hier nichts, die alten Vibes sind allemal da – und ein wenig mehr heavy fügt sich ins Album gut ein. Wer mit der Band aufgewachsen ist, wird "Ravage Of Empires" trotzdem mögen und auch wer eine neue Platte für die nächste Moshpit-Schlacht sucht, sollte mal hineinhören.
2 Kommentare mit einer Antwort
Meinen Ohren, ist diese gut angerührte Schlachtplatte, ein stetes Wohlgefallen.
Meinem Tagesablauf, tut diese Mittagspause gerade, sehr gut weshalb, ich hier kommentiere.
Sogar noch besser als die letzte.