laut.de-Kritik
LoFi-Synthpop wie ein knisternder Eighties-Movie-Soundtrack.
Review von Kerstin KratochwillHinter dem Synth-Projekt Black Marble steckt der Musiker Chris Stewart aus New York. Seine musikalische Laufbahn startete 2012, in diesem Jahr erschien auch das Debüt-Album "A Different Arrangement". Zwischen Eighties-Minimalismus und Synthpop schwebende Songs sind schnell sein Trademark geworden, und mit "Life In Small Spaces" hören wir nun sein mittlerweile fünftes Album, das nach fünfjähriger Pause erscheint.
Black Marble klingt darauf nach aktuellem Brooklyn und aus der Zeit gefallen gleichermaßen: Seine wie in Watte verpackten Songs wirken einerseits zeitgemäß cool wie seine modernen Coldwave-Synthpop-Kollegen John Maus, Nation Of Language oder Boy Harsher, erinnern aber zugleich an die zeitlosen Melodien von OMD, New Order oder frühe The Cure sowie Depeche Mode - das tanzende "Get Back Up" channelt charmant "Just Can't Get Enough ".
Es sind fein gesponnene Bedroompop-Songs über Einsamkeit und Sehnsucht, das Leben in Small (Schlafzimmer-)Places eben, die mit einer faszinierender Präzision und Kühle daher kommen. Zwischen Indiepop, Gothicpop und Dreampop hat sich Black Marble einen uniquen Sound-Kosmos geschaffen, eingefangen von analogen Vintage-Kameras mit dem bitter-süßen Gefühl eines John Hughes-Films, der nun "Pretty In Black" heißt - denn trotz des Achtziger-Jahre-Pastiches ist die Leichtigkeit dieser Ära in Black Marbles Songs nicht vorherrschend.
Auf "Life In Small Spaces" kommt noch ein musikalisch neuer Aspekt hinzu, denn die Tracks schwingen mit treibendem Jangle-Pop und glockenspielartigen Gitarrenklängen, ganz so als wäre Brooklyn Berlin. Ab und an würde man sogar von NNDW sprechen, denn Songs wie das catchy coole "Anything" dürften Fans von Edwin Rosen oder Nils Keppel lieben. Inspiriert ebenso vom New Wave Wires oder The Necessaries wollte Black Marble in den neuen Songs einen speziellen Klang erzeugen: "Wie ein Radio-Drehknopf, der zwischen zwei Sendern steht".
Auf "Life In Small Spaces" hat Black Marble seinen Sound passioniert perfektioniert, der einen hypnotisch in einer schwarzen Murmel einfängt und die einen spielerisch umfängt.


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