Das Time Magazine nannte sie Amerikas beste Sängerin: Nun ist die zweifache Grammy-Preisträgerin in ihrer Heimatstadt gestorben.
Jackson (mis) - Die US-amerikanische Jazzsängerin Cassandra Wilson ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Nach Angaben ihres Managers Robert Torre starb Wilson gestern in ihrer Heimatstadt Jackson im US-Bundesstaat Mississippi "friedlich zu Hause im Kreise ihrer Familie, enger Freunde und ihres Managers verstorben." Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht. Die Familie der Künstlerin ebenso wie ihre engen Freunde bitten um Wahrung der Privatsphäre. John Horhn, Bürgermeister von Jackson, ehrte Wilson mit den Worten: "Jackson hat eine außergewöhnliche Tochter der Stadt verloren, und die Welt eine einzigartige musikalische Stimme."
Die 1955 geborene Musikern zieht 1982 nach New York, wo sich das legendäre M-Base Kollektiv entwickelt, das sich stilistisch zwischen Blues, Jazz und Free Funk bewegt. Mit dem Album "Blue Light 'Til Dawn", ihrem zweiten Album für das legendäre Jazz-Label Blue Note, gelingt Cassandra Wilson 1993 der internationale Durchbruch. Seither wurde sie für ihre ausdrucksstarke Altstimme gefeiert. Das Time Magazine nannte sie "Amerikas beste Sängerin".
1995 erschien das Zwillingsalbum "New Moon Daughter". Ihrem Folk-Jazz fügte sie Elemente aus Pop, Country und Latin-Jazz hinzu, wodurch das insgesamt recht ruhige Soundbild viel Abwechslung erfuhr. Beide Alben beinhalteten zum größten Teil Neuinterpretationen bekannter oder auch ein wenig übersehener Songs aus mehr als fünfzig Jahren Musikgeschichte aus den verschiedensten Bereichen wie Blues, Folk und Jazz. 1997 erhielt die Sängerin für "New Moon Daughter" den Grammy für die beste Jazz-Gesangsdarbietung, 2009 gewann sie mit "Loverly" die Auszeichnung für das beste Jazz-Gesangsalbum.
Ebenfalls 1997 übernahm Wilson eine Hauptrolle in "Blood On The Fields", einem Oratorium von Wynton Marsalis, das als erstes Jazzwerk mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Anlässlich des 100. Geburtstags der Bluessängerin Billie Holiday, die im Alter von 44 Jahren in New York gestorben ist, gab Wilson im Jahr 2015 gab Wilson ein Konzert im berühmten Apollo Theater. Im selben Jahr erschien ihr letztes Album "Coming Forth By Day", eine Hommage an Holiday. Auf der Platte begleiten sie T Bone Burnett ("O Brother, Where Art Thou?") sowie Thomas Wydler und Martyn Casey aus Nick Caves Band The Bad Seeds.
Im Laufe ihrer Karriere coverte sie Songs von Muddy Waters, Sting, Bob Dylan, U2, Hank Williams, die Beatles, Nina Simone und natürlich Billie Holiday. Im Jahr 2022 wurde Wilson von der für Kunstförderung bekannten Bundesbehörde National Endowment For The Arts als "Jazz Master" ausgezeichnet, eine der höchsten Ehrungen, die Jazzmusiker*innen in den USA zuteil werden. Ihren letzten Auftritt absolvierte Wilson beim Toronto Jazz Festival im Juni 2026.

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