Ex-Bandenchef Duane 'Keffe D' Davis wurde für schuldig befunden, die Waffe beschafft und den Mord in Auftrag gegeben zu haben - aus Rache.

Las Vegas (laut) - Seit Mitte August läuft in Las Vegas, Nevada, der Prozess gegen Duane Davis. Ihm wird vorgeworfen, den Mordanschlag gegen Tupac Shakur in Auftrag gegeben zu haben, weil dieser zuvor seinen Neffen verprügelt hatte. Auch die Mordwaffe soll Davis besorgt haben. Nun hat eine Jury den ehemaligen Bandenchef für schuldig befunden.

Am 7. September 1996 war Tupac Shakur in Las Vegas aus einem fahrenden Auto heraus angeschossen worden, er starb wenige Tage später an seinen Verletzungen. Aus Mangel an Beweisen zogen sich die Ermittlungen jahrelang hin. 2008 sagte Duane Davis in einem Verhör aus, sein Neffe habe den Mord begangen und er selbst sei dabei gewesen. In seiner 2019 erschienenen Autobiografie deutete der frühere Anführer der Gang South Side Compton Crips zudem an, den Mord in Auftrag gegeben zu haben.

Davis droht eine lebenslange Haftstrafe

Auf diesen Aussagen basierte im Wesentlichen die Anklage, und auch wenn Davis' Verteidigung argumentierte, ihr Schützling habe damit nur angeben wollen, sah die Jury die Geständnisse offenbar als glaubwürdig an. Nach nur dreistündiger Beratung fällte sie einstimmig den Schuldspruch.

In Nevada kann man auch wegen Mordes verurteilt werden, wenn man einem anderen bei der Begehung eines Verbrechens geholfen hat. Die Urteilsverkündung ist für den 13. Oktober angesetzt. Davis droht eine lebenslange Haftstrafe, er hat jedoch bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.

Weiterlesen

Tupac Shakur Mittäter im Mordfall verhaftet

27 Jahre nach dem Tod von Tupac Shakur verhaftet die Polizei Las Vegas den letzten Augenzeugen des bis heute ungelösten Mordfalls. Der bereits zuvor bekannte Mittäter und seine Story bringen endlich Klarheit in eines der größten Mysterien der Hip Hop-Geschichte.

laut.de-Porträt Tupac Shakur

"Expect me, nigga, like you expect Jesus to come back. / Expect me, nigga. I'm coming." Tupac Amaru Shakur kommt in New York City zur Welt. Er wächst …

4 Kommentare mit 12 Antworten

  • Vor 11 Tagen

    "In Nevada kann man auch wegen Mordes verurteilt werden, wenn man einem anderen bei der Begehung eines Verbrechens geholfen hat."

    Ist auch sinnvoll. Kann mir vorstellen, dass viele Morde in der Wüste passieren und man hinterher nicht mehr genau weiß, wer abgedrückt hat, etc. Von daher macht es in diesem Staat definitiv Sinn, auch die Helfer gleich mit zu verurteilen, wenn sie mit raus fahren. Zeugen, die keine Aliens sind, sind idR bestimmt auch eher Mangelware...

    • Vor 11 Tagen

      Das ist doch im Deutschland (und bestimmt vielen anderen Staaten) genauso - die Absicht zählt! Ob ich nun z.B. einen Killer beauftrage oder jemanden festhalten, damit ihn jemand anderes erstechen kann, Ziel meiner Handlung ist ja, jemanden zu töten...

    • Vor 11 Tagen

      wenn ich jemanden festhalte, damit dieser erstochen wird, bin ich idR mittäter...

    • Vor 11 Tagen

      Sehr laut zu fordern, die Helfer zu belangen... Ich muss schon sagen: Chapeau, Wiesel! Würde ich an Deiner Stelle genauso machen :)

    • Vor 11 Tagen

      Ich hab mal nachgeschaut. In Nevada gilt tatsächlich eine spezielle, ungewöhnliche Regelung, was Personen betrifft, die bei einem solchen Delikt anwesend waren. Der Satz "In Nevada kann man auch wegen Mordes verurteilt werden, wenn man einem anderen bei der Begehung eines Verbrechens geholfen hat" beschreibt halt diese Besonderheit nicht wirklich, sondern lässt sich genauso auf unser Recht anwenden.

    • Vor 11 Tagen

      Ich weiß nur von dem Fall um Tay-K damals, dass der Rapper nicht selbst derjenige war, der während des Einbruchs das Opfer erschossen hat. Da er Teil der Einbrecher-Gruppe war, bekamen er und die anderen dieselbe Strafe wie derjenige, der abgedrückt hat. In Texas gibt es das "Law of Parties", wo in einer Sonderreglung nicht mehr zwischen Täter und Komplizen unterschieden wird. Vielleicht war das hier auch der Fall.

    • Vor 11 Tagen

      Ich wollte eigentlich zum Ausdruck bringen, dass ich es schon sehr erstaunlich finde, dass es überhaupt Menschen außerhalb von Las Vegas in Nevada gibt und dass sie sich die Mühe machen, ein Gesetz diesbezüglich zu entwickeln, obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass es Menschen(!) außerhalb von Las Vegas gibt, ja im Prinzip gegen 0 geht. Comprendido?

    • Vor 11 Tagen

      Nein? Wendler'sches egal und direkt "Viva Las Vegas" in der Version der Dead Kennedys hinterher!

      https://www.youtube.com/watch?v=W7UADqKeJjI

    • Vor 11 Tagen

      ...wenn Familienduell-Kandidat*innen versehentlich "Kalifornien" auf die Frage, in welchem US-Staat Las Vegas liegt, antworten, kann man ihnen einfach nicht böse sein, da die Kommerzialisierung schließlich Grenzüberschreitend voranschreitet. Aber Hey, dafür gibt's ja neben Poker auch Romme, äh, Reno. Eine Alibi-Stadt, die Las Vegas etwas die Verantwortung abnimmt, dann doch so zu tun, als hätte man es NICHT mit Absicht gemacht, einen Staat mit einer Großstadt auszusta(a)tten, nur um die eigene Bedeutungslosigkeit zu verschleiern und Kalifornien gleichzeitig dadurch nicht den ganzen Wüsten-Shit, in dem man nicht ausschließlich an Hitze sondern auch an (Selbst-)Morden stirbt, zuzuschustern.

  • Vor 11 Tagen

    ich sage es ungern, aber wenn ich mit einem (kapital)verbrechen in verbindung stehen würde, welches 12 jahre her ist, dann würde ich mich in der vernehmung an nichts mehr erinnern...

  • Vor 10 Tagen

    Übrigens: es gibt einen Bericht von der Tagesschau zu dem Thema, der nochmal eindrücklich zeigt, wie sehr die Rap-Kultur jetzt auch in der Mitte der Gesellschaft platziert worden ist. Ich finde immer so diese pop-sozio-pathischen Side-Effects ganz spannend, die man vielleicht auf dem ersten Blick tendenziell eher unterhalb der Meta-Medien-Ebene betrachten kann.

    • Vor 9 Tagen

      Die Tatsache allein, dass die Tagesschau (!) etwas über 2Pac (!!) macht, ist doch bereits vor Betrachtung von Form oder Inhalt eindrückliches Zeugnis, wie sehr die Rap-Kultur jetzt auch in der Mitte der Gesellschaft platziert worden ist.

      Wenn man sich jetzt allerdings vergegenwärtigt, dass mit 30 (!) Jahren Abstand ein Bericht über Tupac Shakur in der Tagesschau so innovativ und jugendlich daherkommt, als hätte das Erste Deutsche Fernsehen während meiner Postwendejugend über diesen krassen neuen Musiktrend namens Beatmusik berichtet (oder einem 2010er Teenie etwas über diesen heißen Scheiss namens Breakdance erzählt), dann liegt vielleicht einfach der Schluss nahe, dass wir alle nicht jünger werden, Ende.