1990er, Platz 5: Mobb Deep
Havoc und Prodigy lernten sich an der Manhattaner High School of Art and Design kennen und formierten sich 1990 in Queens, zunächst unter dem Namen Poetical Prophets. Ihr Debüt "Juvenile Hell" (1993) floppte krachend, selbst die eigenen Verbündeten ließen im Plattenladen lieber Nas' "Illmatic" laufen als ihr Album.
Erst der Neustart brachte den Durchbruch: Mit "The Infamous" (1995) und der Single "Shook Ones, Pt. II" definierten sie den Sound des East-Coast-Hardcore-Rap neu: karge, verstörend melancholische Beats von Havoc, dazu Prodigys kompromisslose, literarisch präzise Ghettoerzählungen aus den Queensbridge Houses.
Prodigy war einer der besten Autoren, die das Genre je hervorgebracht hat. Seine Fähigkeit, persönliche Härte in messerscharfe, bildreiche Verse zu übersetzen, machte ihn zur festen Größe im East-Coast-Rap seiner Zeit. "Hell on Earth" (1996) und "Murda Muzik" (1999) festigten den Ruf als kompromisslosestes Duo ihrer Generation.
Nach kommerziell schwächeren Jahren und einem Labelwechsel fanden sie über die Queens-Connection zu 50 Cent und G-Unit Records, wo "Blood Money" (2006) hörbar den Unit-Sound aufnahm. Prodigy wandelte daraufhin auf Solopfaden und releaste unter anderem zwei Klassiker mit The Alchemist: "Return Of The Mac" und "Albert Einstein" (letzteres bitte endlich auf Vinyl veröffentlichen, danke).
Nach seiner dreijährigen Haftstrafe wegen Waffenbesitzes und zwischenzeitlichem Zerwürfnis folgte 2014 die Reunion mit "The Infamous Mobb Deep". Am 20. Juni 2017 starb Prodigy in Las Vegas an den Folgen seiner Krankheit. Heute nennen viele Rapper ihn als einen ihrer Haupteinflüsse, was sich auch an der illustren Featureliste von Nas bis Ghostface und Raekwon auf dem 2025 posthum veröffentlichten Album zeigt.
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