Eine 'alternative' Veranstaltung mit Kid Rock soll Bad Bunnys Halftime Show Konkurrenz machen.

Santa Clara (alc) - Die rechtsradikale Vereinigung Turning Point USA initiiert eine Gegenveranstaltung zur Halftime Show des Super Bowls am kommenden Sonntag, bei der Bad Bunny auftreten wird. Unter dem Namen 'All American Halftime Show' wird der Redneck-Rocker Kid Rock als Headliner gelistet, weitere Slots füllen die selbst in den USA lediglich semi-bekannten Musiker Brantley Gilbert, Lee Brice und Gabby Barrett.

Das Motto des rechtsgerichteten Abends lautet "faith, family, and freedom" (Glaube, Familie, Freiheit). Passend zur Ausrichtung der Organisatoren wird das Spektakel auf den Sendern der Gruppen One America News Network und Real America's Voice übertragen, deren politische Schlagseite ganz im Sinne des ermordeten Rechtsradikalen Charlie Kirk steht, der Turning Point USA 2012 mitgegründet hat.

"Ich finde das absolut lächerlich""

Im vergangenen Herbst sah sich die NFL Kritik von Seiten des US-Präsidenten ausgesetzt, nachdem sie Bad Bunny als Headliner der Halbzeitshow des Super Bowl LX engagiert hatte, bei dem die Seattle Seahawks gegen die New England Patriots antreten werden. "Ich finde das absolut lächerlich", so der orange Mussolini gegenüber Newsmax. Er habe "noch nie von dem Künstler gehört", was aber auch nicht verwunderlich ist für jemanden, der einen Krieg zwischen Aberbaijan (sic!) und Albanien herbeifantasiert hat und kognitiv nicht in der Lage wäre, Venezuela auf einer Weltkarte zu finden.

Late Night Host Steven Colbert hat die Veranstaltung mit seinem üblichen Sarkasmus bereits abgefrühstückt. "Wenn ihr nicht Bad Bunny sehen wollt, es wird eine konkurrierende Veranstaltung mit einem 'Terrible Bunny' geben."

Der Unmut der MAGA-Fans über den Auftritt von Bad Bunny beim Super Bowl ist auch deshalb lächerlich, weil er als Puerto Ricaner natürlich auch US-Staatsbürger ist - im Gegensatz beispielsweise zu U2, Rihanna, den Rolling Stones oder Coldplay, die ebenfalls bereits die Halftime Show spielten. Sein weltweites Publikum ist riesig, er war 2025 der meistgestreamte Künstler.

Bad Bunny, mit bürgerlichem Namen Benito Antonio Martínez Ocasio, der kürzlich mit "Debí Tirar Más Fotos" den Grammy für das Album des Jahres gewann, hat sich wiederholt gegen die harte Einwanderungspolitik der Trump-Regierung ausgesprochen und wurde von MAGA-Anhängern als Trump-Hasser bezeichnet. Aus Angst vor möglichen Razzien der Einwanderungsbehörde ICE gegen seine Fans schloss er die USA von seiner aktuellen Welttournee aus und unterstützte die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris im Präsidentschaftswahlkampf 2024.

Bad Bunny verletzte das Mütchen der Magas am Sonntagabend bei den Grammys, indem er in seiner Dankesrede die landesweite harte Einwanderungspolitik verurteilte. "Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE muss weg! Wir sind keine Wilden. Wir sind keine Tiere. Wir sind keine Außerirdischen. Wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner."

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Kid Rock

Kid Rock,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Kid Rock,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Kid Rock,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Kid Rock,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Kid Rock,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Kid Rock,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Kid Rock,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Kid Rock,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Kid Rock,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen)

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