Der groß angekündigte Headliner Kid Rock machte sich mit einem misslungenen Playback-Auftritt selbst zum Obst.
Somewhere in North Dakota (alc) - Kid Rock war der 'Star' der Gegenveranstaltung zu Bad Bunnys Halftime Show und hat sich bei dieser Gelegenheit ordentlich blamiert. Die alternative Halbzeitshow des Super Bowls, präsentiert von der rechtsradikalen Vereinigung Turning Point USA, hielt, was man erwarten durfte: eine pathostriefende, nationalistische, pyrotechnisch überladene Interpretation dessen, was Rechte unter einem "echt amerikanischen" Event verstehen.
Die rechtsradikale Sause fand wohl irgendwo in North Dakota statt, Genaueres weiß man nicht. Das Live-Publikum umfasste mehrere Dutzend Zuschauer, was bissige Kommentare nach sich zog: "tens of People where there!"
Die All-American Halftime Show mit dem MAGA-Liebling und einer Riege weniger bekannter rechtsgerichteter Musiker lief parallel zur offiziellen Halbzeitshow des Super Bowls mit Bad Bunny. Der Live-Stream der Show auf dem YouTube-Kanal von Turning Point USA erreichte insgesamt rund 16 Millionen Aufrufe, mit etwa fünf Millionen gleichzeitig zuschauenden Nutzern im Peak.
Donald Trump, der nicht müde wurde, via Social Media gegen die offizielle Show zu schießen, hatte offensichtlich auch etwas anderes zu tun, als den TPUSA-Nonsens zu schauen. Die offizielle Halbzeitshow sei die schimmste EVER gewesen, schimpfte Trump direkt im Anschluss, offenbar zählte also auch der Mango Mussolini zu den Bad Bunny-Zuschauern.
"Wir haben beides. Country UND Western"
Die alternative Shit Show war geprägt von Gitarren und sakralen Lobgesängen und hatte beides im Programm: Country und Western. Huldigungen für den im vergangenen September ermordeten Faschisten Charlie Kirk inklusive. Kid Rock, der angekündigte Headliner, spielte am Ende insgesamt nur zwei Songs. Bei der Performance von "Bawitdaba" lag er so dermaßen neben dem Playback, dass es fast schon lächerlich wirkte, wie er auf der Bühne herum hampelte. Die Stimme, die zu hören war und Kid Rocks Mundbewegungen waren zwei unterschiedliche Welten, die aufeinander prallten.
Musikalisch trugen die anderen Künstler den Großteil der Veranstaltung. Countryrock-Sänger Brantley Gilbert schmalzte in "Real American" etwas über "Helden in Übersee und die Helden zu Hause". Country-Sänger Lee Brice singfaselte in "Country Nowadays" über die 'Cancel Culture", in der er seiner Tochter nicht sagen könne, dass kleine Jungs keine kleinen Mädchen seien. Country-Sängerin Gabby Barrett, 2018 die Drittplatzierte der 16. Staffel von American Idol, gab ihre AOR-Rockballaden "The Good One" und "I Hope" zum Besten.
Abseits von MAGA-Land dürfte diese Veranstaltung lediglich von soziologischer Bedeutung sein, wenn sich Geisteswissenschaftler in der Rückschau mit dem Thema Faschismus und USA auseinandersetzen werden. Im Rest der Welt dürfte man ob dieser Farce nur mit den Kopf schütteln.










1 Kommentar mit einer Antwort
Nicht dass das da drüben keine protofaschistischen Anzeichen zeigt, aber mit dem Begriff wird mir hier etwas zu deutsch umgegangen...
Von den 14 postulierten Merkmalen eines faschistischen Regimes sind immerhin 11 klar erfüllt und an den letzten 3 Punkten arbeitet man kräftig.