Platz 7: "The Wow! Signal" (2026)
Bei allen bisher genannten Alben kam eine Vorab-Single, bei der Muse-Fans plötzlich sagten: "Endlich, da sind sie wieder! Die Muse, die wir lieben! Sie sind wieder rockig!" Ich zähle darunter: "Psycho" ("Drones"), "Pressure" ("Simulation Theory"), "Kill Or Be Killed" und "Won't Stand Down" ("Will Of The People"). Natürlich gab es solche Singles auch bei "The Wow! Signal", nur mit der Ausnahme, dass das Album selbst tatsächlich ablieferte und einige alte Stärken wieder aufloderten.
"Cryogen" ist wirklich einer der besten Songs, den Muse seit langem geschrieben haben. Andere Tracks sind mal wieder richtig proggy und nerdy. Die Pop-Nummern wiederum funktionieren hier viel besser als beispielsweise ein "Something Human", weil Muse tatsächlich catchy Melodien schreiben und es nicht komplett seelenlos produzieren.
Auch Metalcore und Acht-Saiter-Gitarren finden ihren Platz auf "The Wow! Signal", und das klingt mitunter auch mal angenehm heavy. Mit den Prog-Meisterwerken der 2000er-Alben können Songs wie "The Dark Forest" nicht mithalten, aber es ist schön, Muse wieder kompositionell ausbrechen zu hören. Textlich geht es wie so oft ums Weltall, zum Glück kaum um Politik, aber wer hört Muse überhaupt für die Texte? Den ein oder anderen Kitsch können Muse sich auf "The Wow! Signal" nicht verkneifen, aber Langeweile umschiffen sie sich zum Glück erfolgreicher als davor.
Bellamy sagte bei der ersten Liveperformance von "Cryogen" zum Publikum: "Bitte seid nett auf Reddit, sonst brecht ihr Doms Herz." Doch der Drummer Dominic Howard hätte sich so wenig wie schon lange nicht mehr vor den Kommentaren fürchten müssen.
Anspieltipps:
"Nightshift Superstar", "Cryogen", "Hush"
Noch keine Kommentare