Der plötzliche Tod des 56-Jährigen schockiert Fans und Musikwelt: Bono, Bruce Springsteen, Billie Eilish und Cat Power äußern ihre Trauer.

Dublin (mis) - Der irische Sänger und Oscar-Preisträger Glen Hansard ist tot. Der 56-Jährige kam am Mittwoch in den frühen Morgenstunden bei einem Motorradunfall ohne Fremdbeteiligung in Lucan, einem Außenbezirk von Dublin, ums Leben. Er wurde noch am Unfallort behandelt und kurz darauf für tot erklärt, meldete die Polizei. Hansard befand sich auf dem Heimweg, nachdem er in einem Pub an einer Musikveranstaltung im Zuge des Gaelic Football-Endspiels der All-Ireland-Meisterschaft teilgenommen hatte. Eine Untersuchung zur Unfallursache steht noch aus.

Hansards Management wird auf der offiziellen Homepage mit den Worten zitiert: "Tief bestürzt geben wir den Tod von Glen Hansard in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages bekannt. Wir stehen noch immer unter Schock und bitten daher höflich darum, die Privatsphäre von Glens Familie, Kollegen und Freunden in dieser schweren Zeit zu respektieren." U2-Sänger Bono adelte ihn als "die Stimme der Straße".

Der Ire verlässt mit 17 Jahren die Schule und verdingt sich als Straßenmusiker. Dabei ereilt ihn das seltene Glück, dass ein Branchenkenner auf ihn aufmerksam wird: Tom Petty-Entdecker Denny Cordell empfiehlt ihn weiter an Island Records-Chef Chris Blackwell. Mit Pixies-Produzent Gil Norton entsteht 1992 das Debütalbum "Another Love Song" seiner Band The Frames - Hansard ist 22. Parallel ist er im Musikfilm "The Commitments" als rothaariger Gitarrist Outspan Foster zu sehen. Der mitunter epische Alternative Rock der Band spricht sich zumindest im Vereinigten Königreich schnell herum, wo The Frames als beeindruckender Live-Act gelten. International bleiben Hansard und Co. ein Insider-Tipp.

Die 2001er Platte "For The Birds" produzieren Craig Ward von dEUS und Steve Albini, das Album "Burn The Maps" erscheint 2005 auf dem renommierten Label Anti (Tom Waits). 2007 erscheint der von Ex-Frames-Bassist John Carney gedrehte Low Budget-Streifen "Once", der vom Leben eines irischen Straßenmusikers erzählt. Der Indie-Film mutiert zum Kassenschlager und mündet 2008 schließlich in der Oscar-Auszeichnung für den zweistimmig intonierten Titelsong "Falling Slowly", einem Duett mit der tschechischen Pianistin Markéta Irglová. Mit ihr gründet Hansard das Duett The Swell Season, das drei Alben veröffentlicht ("Strict Joy").

Seine Solokarriere startet Hansard 2012 mit "Rhythm And Repose" und etabliert sich in den Folgejahren als Prototyp des Singer/Songwriters, der emotionale Texte in feine Akustikarrangements kleidet und dafür von einer treuen Fangemeinde gefeiert wurde. Popularität erlangte Hansard auch im Pearl Jam-Lager, da er Eddie Vedder auf mehreren Solotourneen ab 2012 begleitete. 2023 gehörte er neben u.a. Nick Cave und Imelda May zu den Teilnehmern an der Trauerfeier für den verstorbenen Pogues-Sänger Shane MacGowan. Gemeinsam mit der irischen Singer-Songwriterin Lisa O'Neill sang Hansard den Song "Fairytale Of New York". 2025 trat er mit seiner früheren Duettpartnerin Irglová beim Newport Folk Festival auf. Im Oktober waren Solo-Auftritte in Düsseldorf und Leipzig geplant.

Wie sehr seine Kunst auch von Kolleg*innen geschätzt wurde, zeigt sich in der Vielzahl prominenter Beileidsbekundungen in der Folge seines Todes. Bruce Springsteen, Bono, Warren Ellis, Dermot Kennedy, Cat Power, Schauspielerin Rachel Zegler, Billie Eilish und Finneas erinnern an den Musiker.

Glen Hansard hinterlässt Ehefrau Maire Saaritsa, die er 2022 heiratete und den gemeinsamen, dreijährigen Sohn Christy.










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