Kitschkrieg veröffentlichen am Freitag einen Remix ihres Hits "Gut Genug". Diesmal ohne Babsi-Bars: Ihren Platz übernimmt die UK-Grime-Legende.
London (dani) - Einen Remix ihres Hits "Gut Genug" hatten Kitschkrieg schon länger angekündingt. Inzwischen ist außerdem bekannt, wer der neue Featuregast sein soll: Ein Part von UK-Superstar Skepta ersetzt, was in der Originalfassung des Songs Shirin David einrappte.
Der Track kann eigentlich nur gewinnen. Shirin muss bei den Aufnahmen einen extrem schlechten Tag erwischt haben. Zwar ist sie auch sonst nicht gerade als Flowgöttin bekannt, sie ist normalerweise aber durchaus in der Lage, konkurrenzfähig geradeaus zu rappen. Wie eine, die sich unentwegt als Perfektionistin inszeniert, einen derart ungelenken, verpatzten Auftritt hinlegen und den dann auch noch zur Veröffentlichung durchwinken konnte, stellt für mich ja fast ein noch größeres Mysterium dar als die hirnrindensprengende Diskrepanz zwischen Shirins Image als Rund-um-die-Uhr-Selbstoptimiererin und der Aussage, man sei "gut genug", so wie man eben sei.
Schon gewonnen
Was die Delivery angeht, hat Skepta leichtes Spiel. Einst durch die harte Roll Deep-Schule gegangen, ist er ein Grime-Spitter, wie er im Buche steht. Im direkten Vergleich hat er -sorry, Babsi - schon gewonnen, noch ehe er überhaupt angetreten ist. Inhaltlich kann der Londoner MC ebenfalls kaum etwas falsch machen: Ein paar bestärkende Glückskeks-Sprüche gedroppt, irgendwas von wegen "don't give up und "remember you're one of a kind", passt schon. Dafür braucht es ja keine Raketenwissenschaft, anders scheinbar als für Skeptas inzwischen seit Jahren versprochenes Album "Knife And Fork".
Auf den Text von "Gut Genug" achtet aber ohnehin keine Sau: Im Ohr bleibt einzig und allein und (sehr zum Leidwesen aller, die sie schauderhaft finden) hochgradig effektiv die Blumengarten-Hook. Deren Catchiness liefert wiederum den einzigen nachvollziehbaren Grund für den Erfolg der Nummer. Überzeugt mich gerne vom Gegenteil, aber am sterbenslangweiligen Beat, daran, wer darauf rappt und was für banalen Binsenquark die da jeweils vom Pferd erzählen, kann es ja wohl nicht liegen. Schon gar nicht international, wo sie in aller Regel noch nicht einmal den Titel verstehen.
Süper! Alles richtig gemacht
Kitschkrieg haben, man muss ihnen das zugestehen, also alles richtig gemacht. Ob mit Kalkül dahinter oder versehentlich, egal: Sie verhökerten jedenfalls ein komplett uninspiriertes Liedchen wie geschnitten Brot. Inzwischen hat es jede*r gehört, mitgesungen und rauf- und runterparodiert. "Gut Genug" wurde als mögliches Jugendwort des Jahres nominiert:
Da eine Formulierung hier normalerweise erst Erwähnung findet, wenn die Jugend damit schon lange durch ist: ein untrügliches Zeichen dafür, dass die erste Hype-Welle inzwischen abgeflaut ist, Digga. Höchste Zeit also, eine zweite loszutreten.
Mit der Inklusion eines internationalen Superstars sollte das mühelos gelingen, da greift ja allein schon der Neugier-Faktor: Wie soll das funktionieren? Die Verkaufszahlen der Single, die am Freitag erscheint, werden das vermutlich recht eindeutig beantworten: bestens, schätze ich. In die Röhre guckt Shirin David: Ihr Part war offenbar einfach nicht gut genug.

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