Der Musiker soll antisemitische Inhalte verbreitet haben. Das Mannheimer Landgericht ließ einen entsprechenden Anklagepunkt nun zu.

Mannheim (ebi) - Das Mannheimer Landgericht hat ein Strafverfahren gegen Xavier Naidoo eröffnet. Die Staatsanwaltschaft hatte den Popstar in mehreren Fällen angeklagt. Zugelassen wurde jetzt eine Anklage wegen "Volksverhetzung in einem Fall in Tateinheit mit Beleidigung", teilte das Landgericht gestern in einer Pressemitteilung mit. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Der 54-Jährige soll eine Person der Amadeu-Antonio-Stiftung beleidigt und in diesem Zusammenhang Texte mit antisemitischem Inhalt in den Sozialen Medien veröffentlicht haben. Diverse Strafanzeigen waren damals eingangen. Die Eröffnung eines Hauptverfahrens wegen weiterer Tatvorwürfe, die die Staatsanwaltschaft 2023 und 2024 erhoben hatte, wurde dagegen abgelehnt. Das Landgericht sei insofern überwiegend ihrer Auffassung gefolgt, betonten Naidoos Anwälte: Es hat "die Zulassung der Anklage in fünf von sechs Fällen abgelehnt". Der Vorwurf der Volksverhetzung sei ihrer Auffassung nach trotzdem falsch.

Ein Hin und Her

Naidoos Nähe zu Verschwörungstheorien hatte in den Corona-Jahren neuen Auftrieb erhalten, so teilte er u.a. Inhalte der QAnon-Bewegung. Schon 2014 war er auf einer Veranstaltung der sogenannten Reichsbürger in Erscheinung getreten. 2020 musste er wegen Rassismusvorwürfen seinen Platz in der "Deutschland sucht den Superstar"-Jury räumen. 2021 bestätigte das Bundesverfassungsgericht zudem, dass eine Referentin der Amadeu-Antonio-Stiftung den Popstar in einem Vortrag als "Antisemit" bezeichnen durfte.

2022 hatte sich der Musiker dann in einem Entschuldigungsvideo zwar von Verschwörungserzählungen distanziert – er habe sich "verrannt" und "bereue". Im vergangenen Februar sprach er auf einer Demo gegen sexuelle Gewalt an Kindern vor dem Kanzleramt Medienberichten zufolge aber wieder von "Kinderfressern" und "embryonalem Gewürzmittel" auf Chips. Zuvor war Naidoo im Dezember 2025 in Köln auch auf die musikalische Bühne zurückgekehrt.

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Xavier Naidoo

Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Xavier Naidoo,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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