Die Band soll für den Anteil des Verstorbenen einen Scheck über 80.000 Dollar ausgestellt haben. Auch das neue Album steht in der Kritik.

Atlanta (ebi) - Der Nachlass des verstorbenen Mastodon-Gitarristen Brent Hinds verklagt die Band, berichtet die Tageszeitung The Atlanta Journal-Constitution. Die Klage wurde bereits am 3. September eingereicht.

Klage gegen Dailor, Kelliher und Sanders

Der Nachlass erhebt mehrere Vorwürfe gegen Brann Dailor, Bill Kelliher und Troy Sanders. Das Trio habe nach Hinds' Rauswurf dessen Bandanteile übernehmen wollen. Eine entsprechende Vereinbarung habe Hinds bis zu seinem überraschenden Tod aber nie unterzeichnet. Die Band habe dem Nachlass daraufhin einen Scheck über 80.000 Dollar ausgestellt. Dieser sei bisher aber nicht eingelöst worden: Erst müsse eine vollständige finanzielle Aufstellung erfolgen, um den tatsächlichen Wert zu ermitteln.

Des Weiteren wird moniert, dass im Coverartwork des erst vor gut zwei Wochen erschienenen neuen Mastodon-Studioalbums "Marrow Deep" unerlaubt ein Abbild von Brents Gesicht eingearbeitet worden sei. Deshalb sei eine Entschädigung fällig. Das Artwork basiert auf Figuren aus der griechischen Mythologie. Außerdem beanstanden die Erben, dass die drei verbliebenen Bandmitglieder in der emotionalen Videodoku "The Mastodon In The Room" Informationen mit der Öffentlichkeit geteilt hätten, die Hinds zu Lebzeiten habe vertraulich behandeln wollen.

Mastodon antworten

Mastodon reagierten mit einem knapp gehaltenen, aber scharfen Instagram-Statement auf die Vorwürfe: "Leider ist ein privater geschäftlicher Streit mit dem Nachlass unseres lieben verstorbenen Freundes Brent Hinds öffentlich geworden. Wir weisen die Vorwürfe, dass unsererseits eine böse Absicht vorgelegen habe, entschieden zurück und werden uns energisch gegen diese Klage verteidigen. Sie ist unbegründet."

Zudem beabsichtige man, sich in der Angelegenheit nicht mehr öffentlich zu äußern, weil dies "Brents Andenken und dem Vermächtnis seiner musikalischen Begabung nicht gerecht würde".


Trennung und tödlicher Unfall

Brent Hinds war im August vergangenen Jahres bei einem Motoradunfall tödlich verunglückt. Der Gitarrist, ein Gründungsmitglied, hatte sich erst einige Monate zuvor im März nach 25 Jahren im Streit von Mastodon getrennt. Auf dem neuen Studioalbum ist bereits sein Nachfolger zu hören, der Kanadier Nick Johnston.

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4 Kommentare mit 5 Antworten

  • Vor 2 Stunden

    da ist doch was faul.. ich habs ja schon damals geschrieben als die Todesnachricht kam..

  • Vor 2 Stunden

    Seit wann heißt es statt "Die Hinterbliebenen" jetzt "Der Nachlass?" Wie soll ein Nachlass Vorwürfe erheben oder irgend etwas monieren? Der deutsche Rolling Stone hat das (vermutlich mit Hilfe seiner KI-Freunde) aus der amerikanschen Ausgabe übernommen, und genau aus dem Grund kann ich das Magazin nicht mehr lesen.

    • Vor einer Stunde

      Nein nein, Nachlass ist schon korrekt. Brents Wertpapiere, Bankkonten und Immobilien haben sich gemeinsam entschlossen, Mastodon zu verklagen. Die konnten die Band noch nie leiden.

    • Vor einer Stunde

      Falls die Hinterbliebenen seine Sklaven waren, sind sie jetzt auch der Nachlass. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass es so gewesen ist.

    • Vor einer Stunde

      Der Rolling Stone hat Recht (und ihr Unrecht). Das ist etwas, für das mensch zum Verstehen US-Rechtskenntnis braucht.

      Wenn jemand in den USA stirbt, wird sein „estate“ (Nachlass) eine eigenständige juristische Einheit. Diese Einheit – nicht die Erben persönlich – kann klagen und verklagt werden. Sie wird durch einen Executor (Testamentsvollstrecker) oder Administrator vertreten.

      Die Erben haben zwar ein wirtschaftliches Interesse, aber die Klage geht formal vom Nachlass aus, weil es um den Anteil des Verstorbenen geht, der noch im Nachlass liegt. Das ist besonders relevant, wenn das Testament noch nicht vollständig abgewickelt ist oder wenn es mehrere Erben gibt.

      Im Deutschen sagt man das anders: Hier würde man eher von „dem Testamentsvollstrecker im Namen des Nachlasses“ sprechen. „Der Nachlass klagt“ klingt im Deutschen unnatürlich, ist aber im Englischen die korrekte juristische Formulierung.

    • Vor 57 Minuten

      Da brat mir einer nen Storch. Danke für die Info.

  • Vor einer Stunde

    Leider sehr unangenehm alles. Aber kennt man ja, bei Geld hört die Freundschaft leider oft auf...

    Die Band zu verklagen, weil Sie Brent auf dem Cover des neuen Albums verewigt haben, ist ja mal ultra peinlich.

    Wer Hinds Verhalten in den letzten Jahren beobachtet hat kann den Rauswurf durchaus nachvollziehen. Für mich war er als Gitarrist auch genial, aber als Mensch wohl auch sehr schwierig.

    Hoffentlich endet dieses ganze Drama irgendwann und die Band kann wieder nach vorne blicken.

  • Vor 26 Minuten

    Ekelhafte Geschichte. Mancherorts kennt man keine Scham, wenn es darum geht, dich zu bereichern.