laut.de-Kritik
Blutleer und brav: Garage-Rock im aufgeräumten Proberaum.
Review von Kerstin KratochwillLaura-Mary Carter (Gitarre, Gesang) und Steven Ansell (Schlagzeug, Gesang) aus dem englischen Brighton machen seit über zwanzig Jahren als Blood Red Shoes Musik: "Stay Lonely" ist nun das siebte Album nach vierjähriger Pause. Carters Gesang dominiert auf den meisten Tracks den noisigen kratzigen Alternative-Rock-Sound des Duos, der oft spartanisch und situativ klingt.
Ohne Hilfe von außen und ganz in Eigenregie entstanden und geschrieben, dominiert ein DIY-Ansatz, der zunächst charmant klingt: Doch nach und nach verliert die Platte ihren Reiz. Ansells präzise und treibende Drums klingen beispielsweise zu sehr nach Arbeit, das Spielerische im Gesang und in den Melodien geht so ein wenig verloren.
Wenn beide sich die Vocals teilen, wie im vintage wippenden Garage-Rock-Song "Screams", klingen die Blood Red Shoes wie The Raveonettes in brav. Die blutgetränkten Tanzschuhe sind sauber gemacht, der Rhythmus wird gehalten, und der Chorus samt den Lyrics rund um Liebe und Leiden wirkt blutleer: "I've been running from the sound of my heartbeat, heartbeat".
Größtenteils flieht das Duo geradezu vor dem herztreibenden, post-punkigen Sound der früheren Jahre. Der Lärm scheint nur noch vom Durchsaugen des Proberaums zu stammen. Nach eigenen Angaben sollte "Stay Lonely" ein romantisches, aber melancholisches Album werden, das die Verbundenheit und Eigenständigkeit der beiden widerspiegeln soll.
"Irgendwie sind wir einsam, aber zusammen", so das Fazit der Blood Red Shoes. Und es passt, dass dies nach dem Titel einer romantischen Komödie klingt: "Zusammen ist man weniger allein". Als Soundtrack eines Mainstreamfilms, der sich einen alternativen Anstrich mit poppigem Appeal gibt, würde "Stay Lonely" jedenfalls perfekt passen.


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