Ihr neuer Song "Bitch" setzt auf üblichen Dirty Talk und Provokation des anderen Geschlechts.
Berlin (dml) - Der größte Alptraum für das christlich-konservative Camp ist wahr geworden: Katja Krasavice und Ikkimel, die unangefochtenen Königinnen des "Fotzen"-Raps, haben sich für eine Single zusammengetan. So polarisierend diese Kombination sein mag, um so simpler ist der alles sagende Titel "Bitch".
Das dazugehörige Musikvideo bietet (wie sollte es auch anders sein) alles, was die Neuronen eines spätpubertierenden Burschens aktiviert: Bootyshots, sexy Posen und noch mehr Bootyshots. Diesmal dürfen die Männers aber nicht ran, stattdessen präferiert Ikkimel in diesem Falle den lesbischen Akt: "Katja gibt's mir doggy auf'm Bartisch / Er würde gerne join'n, aber darf nicht".
Track-Review
Zum Song an sich fühle ich mich zwiegespalten. Der Beat stellt sich als eindeutiger Schwachpunkt des Tracks heraus und klingt wie die modernisierte Version einer mittelmäßigen Slim Shady-Type-Produktion aus den frühen 2000ern. Auch die Lyrics weisen den ein oder anderen Patzer auf. Katjas Eröffnungszeilen: "Bin die geilste Schlampe in Germany mit Ikki / Wir woll'n Money und ein bisschen ficki-ficki", jagten mir durchaus einen kleinen Schrecken ein. Können wir bitte "ficki-ficki" aus dem deutschen Sprachgebrauch verbannen?
Mehr Confidence zeigt die Hook, performt von beiden: "Frau'n könn'n werden, was sie woll'n und wir wurden 'ne Bitch". Die größte positive Überraschung ist aber Ikkimel, die in ihrer Strophe einen sehr tighten Flow an den Tag legt und gleich mal nebenbei auf einen Social-Media-Diss von Fler reagiert, der sie damals als das Joghurtgetränk "Actimel" bezeichnete: "Ikkimel, Actimel, was für keine Klasse? / Frauen sollten dies, das, hört mal alle auf zu babbeln". Krasavice verteilt derweil noch ein paar Seitenhiebe gegen das Lager der sogenannten "performative males": "Er macht auf Feminist und will mich im Bett / Er ist ein Hurensohn, hab' ich längst gecheckt".
Das nächste Katja-Album
Ansonsten alles beim Alten. Thematisch erhält man den üblich provokanten Dirty Talk, den man von diesen Artists gewohnt ist. Wie viel man von diesem permanenten Sex-Gelaber ertragen kann, ist eine andere Frage. Bei "Bitch" handelt es sich bereits um die vierte Single-Auskopplung zu Katja Krasavices neuem Album "Bundeskanzlerin", das am 30. Januar erscheint.


5 Kommentare mit 7 Antworten
ich denke heute ist grosse fest für capslokk
Ne, Bruder. Katja hat ein ganz gutes Album rausgebracht, Ikkimel finde ich verglichen mit $hoki bland. Werde mir den Song anhören und ggf hier Leute fronten, die den nur aufgrund ihres beschränkten Weltbildes haten.
Ich bin von beiden kein Fan.
2026 schon richtiges schmutz Jahr
Ja, aber nicht deswegen.
Doch doch, schon ein bisschen
Ist doch ganz solide. Schön zu sehen wie stark sich female Rap seit SXTN weiterentwickelt hat, während der Rest der Deutschrap-Pimmelparty bis auf wenige Ausnahmen immer noch in 2016 festhängt.
Unterschichten-Rap von Bildungsfernen für bildungsferne Montana-Black-Fans. Hat diese Plastikbarbie schon mal etwas Geistreiches erzählt oder der Gesellschaft weitergeholfen?
Gibt es eigentlich auch Holzbarbies?
„Nach dem Abitur absolvierte sie einen Kombinations-Bachelor in Deutscher Philologie und Sozial- und Kulturanthropologie mit dem Schwerpunkt Sprachwissenschaften an der Freien Universität Berlin.“
Lösch dich.
Denke es gehört zur Autonomie einer Frau dazu, sich für das Leben einer Bitch zu entscheiden. Das ist erst einmal völlig wertfrei und völlig unabhängig von aktuellen Studien, dass gefestigte Beziehungen dann irgendwann schwierig werden können. Meine Vermutung ist daher die, dass viele Männer es immer noch nicht begriffen haben und insbesondere im hohen Alter sehr einsam werden, weil sie die Moderne verpasst haben. Den lauten Aufschrei können sie sich dann bitte sparen. Selbst schuld, liebe Männer der Schöpfung. Die Ehe™ habt ihr gecrasht, das war's jetzt - nun müsst ihr die Konsequenzen spüren.
...ach, ganz kurz noch - das wollte ich letztens schon schreiben: wenn ich das Gefühl habe, ich bin als Mann zu wenig Bitch, also langweilig, dann stelle ich mir immer vor wie die Geschlechter sich gegenseitig freundschaftlich in den Arm nehmen, um gemeinsam zu Trauern, dass sie nicht über ihre Triebe vernunftmäßig hinwegkönnen. Im Hintergrund läuft dann "Clocks" von Coldplay. Nur Liebe für Euch alle.