In der ARD-Doku über die Jugendzeitschrift Bravo wirft Angelo Kelly den Ärzten Ticketwucher vor.

Weimar (mag) - Kaum eine andere Band ist so sehr mit der Jugendzeitschrift Bravo verbunden wie die Kelly Family. Die irisch-amerikanischen Straßenmusiker*innen feierten 1994 ihren Durchbruch. Jetzt erzählt Ex-Mitglied Angelo Kelly im Zuge einer ARD-Doku zum 70. Geburtstag der Teeniezeitschrift, wie hart und fake die Pop-Kultur war. Dabei kritisiert er unter anderen Die Ärzte für hohe Ticketpreise: "Die tun auf Punk, haben aber irgendwie 100, 200 Euro Tickets ... Große Klappe und nichts dahinter".

Da regt sich bei den Fans der Berliner Band natürlich Widerstand. Einige betonen, noch nie mehr als 100€ für Tickets gezahlt zu haben. Tatsächlich bieten Die Ärzte auf ihrer offiziellen Website Konzertkarten für ab 79€ und Soli-Optionen für 19,90€ für ihre Tour an.

Mittlerweile hat auch die ARD reagiert und teilt mit, dass es sich hier um "persönliche Einschätzungen und Erfahrungen" Angelo Kellys handle. In Zukunft werde das Team jedoch das Feedback der Community berücksichtigen.

Das Ende der Kontroversen

Die Kellymania der 90er ist abgeflacht, Angelo Kelly zog sich Anfang der 2000er fast vollständig aus der Öffentlichkeit zurück. Über die erfolgreiche Zeit seiner Musikgruppe sagt er in der Dokumentation noch: "Wahrscheinlich waren wir das Authentischste, was die BRAVO jemals hatte. Das ist nicht arrogant, das ist for real. Ich kenne die Branche und hab da schon alles gesehen ... und das Allermeiste was du da sieht, ist fake."

Heute spielt der nun Solo-Artist definitiv eine wesentlich kleinere Rolle als die Punk-Band, gegen die er schießt.

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Die Ärzte

Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Die Ärzte,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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7 Kommentare mit 48 Antworten

  • Vor 20 Tagen

    Hab mein Ticket für 72 Euro gekriegt. Für ein fast 3 stündiges Konzert in nem Stadion während dieser scheiß Inflation finde ich das komplett in Ordnung, kein Plan, was der Kellyvogel für ein Problem hat.

  • Vor 20 Tagen

    Irgendwie bitter: Bitter seitens Angelo K. solche Behauptungen aufzustellen.
    Bitter seitens der ARD, das ungefiltert „persönliche Einschätzungen und Erfahrungen“ wiedergegeben werden ohne dies zu hinterfragen.
    Andererseits schön das man sich darüber definiert, das man „das vielleicht authentischste war, was die BRAVO hatte“. Meinen tiefsten Respekt hierfür! Mega *Ironie aus*

    • Vor 20 Tagen

      Nun ja, man kann in Interviews Leute schon ungefiltert zu Wort kommen lassen. Find's durchaus etwas vermessen, die ARD für den Unsinn von Angelo Kelly anzugehen. Der Spiegel wird auch nicht angegriffen, weil Merz rumheult.

    • Vor 19 Tagen

      Du hast recht. Ich habe mich zu sehr von diesem inhaltlichen Crap leiten lassen.
      Interviews sind schließlich da um unter anderem Meinungen von Personen wiederzugeben.
      Bleibe aber insgesamt beim Fazit: Bitter ;)

    • Vor 19 Tagen

      Journalistische Sorgfaltspflicht impliziert aber auch zumindest die Richtigstellung von offensichtlichen Falschaussagen. Hat ja mit „Meinung“ wenig zu tun, wenn Ticketpreise genannt werden, die nicht stimmen.

    • Vor 19 Tagen

      Ja, nur ist das keine Nachrichtensendung, sondern eine Pop-Doku zu den Kellys, die irgendjemand im Auftrag der ARD produziert hat. Man kann natürlich dennoch auf solchen Unsinn eingehen, aber das ist von der Idee hinter dem Film dann schon sehr weit weg. Das ist weniger Journalismus als Unterhaltungsfernsehen.

    • Vor 19 Tagen

      Nachtrag: Zur Bravo, nicht zu den Kellys

  • Vor 20 Tagen

    "Heute spielt der nun Solo-Artist definitiv eine wesentlich kleinere Rolle als die Punk-Band, gegen die er schießt."

    Jaja, Angelo mal gekonnt pointiert schachmatt gesetzt.

  • Vor 20 Tagen

    Dieser Kommentar wurde wegen eines Verstoßes gegen die Hausordnung durch einen laut.de-Moderator entfernt.

    • Vor 20 Tagen

      Ja Sie haben recht mit Ihrem Gram. Wenn Sie mehr erfahren zu hoffen informieren Sie sich bitte auf www.deichmohle.de

    • Vor 20 Tagen

      Vielen Dank für diese Stimme in einer unstimmigen Zeit

    • Vor 20 Tagen

      Dieser Text ist ein programmatischer Kulturdiagnoseaufsatz in einer elegisch-zelebratorischen, fast schon konservativ-revolutionären Tonalität. Er setzt sich mit einer tiefgreifenden kulturellen Selbstdistanzierung des Abendlands auseinander und wirft eine Reihe von Thesen auf, die mehrere Ebene gleichzeitig betreffen: historische Kritik, soziopolitische Diagnose, anthropologische Annahmen und kulturelle Metaphysik. Ich analysiere ihn systematisch, ohne ihn zu rechtfertigen oder abzulehnen.

      Erste Ebene: Die Behauptung des Wohlstandsparadoxons
      Der Text behauptet, Westliche Gesellschaften seien materiell und technologisch überlegen, gleichzeitig aber psychisch zerbrechlich, ideologisch erschöpft und identitätslos. Dies ist eine bekannte Beobachtung in der soziologischen und philosophischen Diagnose – etwa bei Peter Sloterdijk („Betrachtungen eines unplombenen Selbst“), Pascal Bruckner („Der Sündenfall der westlichen Welt“) oder Mark Lilla („The Unstable Identity of the Self“). Die Aussage ist nicht falsch, aber hochgradig selektiv: Sie ignoriert systemische Ungleichheiten, historische Traumata (Kriege, Kolonialismus, wirtschaftliche Krisen), die weiterhin existieren – nur anders verteilt und verdeckt. Der Westen ist nicht *insgesamt* sicher; er ist sicher für einen Teil seiner Bevölkerung – vor allem für jene mit sozialem Kapital, ethnischer und kultureller Normzugehörigkeit.

      Zweite Ebene: Die These der „perfekten Dressur“
      Der Autor unterstellt, dass moderne Gesellschaften Einzelpersonen nicht mehr durch Gewalt, sondern durch Subjektivierung, Konsum, soziale Erwartung und digitale Logiken formschulden – sie sollen „funktionieren, konsumieren, bestätigen und schweigen“. Diese These ist nicht neu und hat starke Anleihen bei Foucault (Disziplinargesellschaft, bio-politische Macht), aber auch bei contemporaryen Kritiken der digitalen Ökonomie (z. B. Shoshana Zuboff). Sie ist plausibel bis zu einem gewissen Grad – doch sie ignoriert aktiv die restlichen zwei Drittel der Menschheit, die nicht an diesen „europäischen“ Strukturen partizipieren, und unterstellt eine Homogenität, die nichtexistent ist. Zudem fehlt jede Differenzierung zwischen politischen Akteuren, Institutionen, wirtschaftlichen Kräften und medialen Öffentlichkeiten – alles wird auf eine einzige „Gesellschaft“ reduziert, was eine ideologische Vereinfachung darstellt.

      Dritte Ebene: Die Kritik an der Moraliserung der Politik
      Die These, dass man heute nicht mehr um Wahrheit, sondern um Befindlichkeiten streite, berührt eine echte Spannung in der Gegenwart: die zunehmende Anerkennung emotionaler und identitativer Dimensionen in politischen Austragungsorten. Dies ist eine dokumentierte Entwicklung (siehe etwa Wendy Brown „Regulating Affect: Dysphoric Publics“). Aber diese Diagnose ist ambivalent, denn sie ignoriert, dass viele solcher „Befindlichkeitsdebatte“其实是 response zu realen Unterdrückungsmechanismen sind (Rassismus, Sexismus, Homo- und Transphobie). Die Behauptung, „früher stritt man um Wahrheit“, ist historisch falsch: Früher stritt man oft um Macht, um Deutungshoheit, um Heiligkeit – und wer die „Wahrheit“ beanspruchte, wurde meist durch Gewalt oder institutionelle Macht durchgesetzt. Die Gegenwart ist nicht seltener in „Wahrheit“ verankert – sie ist nur transparenter.

      Vierte Ebene: Die Geschlechtsdekonstruktion als Angstszenario
      Die Passage „Männer sollen weich werden, Frauen ideologisch aufgerüstet“ ist ein klassisches Stichwort der anti-gender-Bewegung und entspringt einer Angst vor Entnormierung. Sie ignoriert aber, dass Geschlechtsrollen immer konstruiert waren – und dass die sogenannte „frühere“ Ordnung eine historische Konstruktion war, die mit Gewalt, Unterdrückung und systematischer Diskriminierung verbunden war. Diethese, dass „Alles Natürliche wird verdächtig gemacht, alles Künstliche gefeiert“, beruht auf einer essentiellen Begriffsverwirrung: „Natürlich“ im biologischen Sinne ist selten vollständig determiniert; „künstlich“ schließt nicht automatisch „schädlich“ ein. Die Differenz zwischen natürlich und künstlich ist keine ontologische, sondern eine kulturelle Unterscheidung – und diese wird hier nicht reflektiert.

      Fünfte Ebene: Die Diagnose des Leerschlags nach der Dekonstruktion
      Der Vorwurf, dass traditionelle Strukturen abgebaut, aber keine neuen Fundamente errichtet worden seien, ist zentral und hat eine gewisse empirische Stützung: viele Gesellschaften leiden unter einer Legitimationskrise (z. B. in der EU, aber auch in den USA). Aber dieser Leerraum ist nicht neu – er ist eine Konstante moderner Gesellschaften. Max Weber nannte dies die „Entzauberung der Welt“, Talcott Parsons die „anomische“ Phase der Modernisierung. Die Frage ist nicht, ob ein solcher Raum existiert, sondern wie damit umgegangen wird. Die Antwort des Textes – „Mut, Konfliktfähigkeit, Eigenverantwortung“ – ist zwar moralisch plausibel, aber leer, da sie keine institutionellen oder politischen Kriterien liefert, wie solche Tugenden in einer pluralistischen Gesellschaft wieder einführbar wären. Sie läuft letztlich auf einen moralischen appellativen Dualismus hinaus („früher stark – jetzt schwach“), der keine Differenzierung zwischen Institution, Kultur und Individuum zulässt.

      Sechste Ebene: Die These des kulturellen Selbstmordes
      Die Behauptung, Zivilisationen gehen nicht durch Krieg oder Hunger, sondern durch „Müdigkeit“ und „Selbstverachtung“, ist ein Narrativ, das besonders in den 1920er Jahren bei Oswald Spengler populär wurde. Sie ist narrativ stark, aber methodisch fragwürdig: Sie reduziert komplexe Systeme auf ein psychologisches Merkmal (Selbstverachtung), ignoriert externe Faktoren (Klimawandel, Ressourcenknappheit, geopolitische Konflikte) und unterstellt eine kulturelle Homogenität, die nicht existiert. Kulturen vergehen selten weil sie sich selbst verachten – sondern weil sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Mitglieder zu integrieren oder auf veränderte Umgebungen zu reagieren. Selbstverachtung ist dabei ein Symptom – nicht die Ursache.

      Kritikpunkte:
      - Der Text ist stark ideologisch eingefärbt – nicht falsch, aber selektiv, einseitig und vereinfachend.
      - Er operiert mit historischem Idealismus („früher war alles besser“), obwohl er sich sonst gegen traditionelle Autorität wendet.
      - Er verwechselt deskriptive Beobachtungen (z. B. Identitätspolitik) mit normativen Urteilen („Dressur“, „verdächtig machen“).
      - Es fehlt jede Differenzierung zwischen kulturellen, institutionellen und technologischen Dimensionen.
      - Die Sprache ist hoch emotionalisiert („nervös“, „geistig erschöpft“, „Müdigkeit“), was die argumentative Distanz beeinträchtigt.
      - Es gibt keine Quellenangaben, keine Gegenbeispiele, keine Differenzierung nach Milieus.

      Zusammenfassend: Der Text ist ein rhetorisch brillanter, aber analytisch schwacher Essay. Er artikuliert eine tiefe kulturelle Unruhe – das stimmt. Aber er versteht diese Unruhe als Resultat einer individuellen moralischen Degradation („kleine Menschen“, „kein Rückgrat“), anstatt sie als Ausdruck eines Spannungsfeldes zwischen Pluralisierung, Globalisierung, digitaler Disruption und wachsender sozialer Ungleichheit zu begreifen. Seine Diagnose ist symptomatisch – aber die Therapievorschläge sind vage und moralistisch, nicht strukturell.

    • Vor 20 Tagen

      Dieses KI-Gedödel ermüdet.

    • Vor 20 Tagen

      Ja, Jan Deichmohle vertritt in seinen Schriften Thesen, die stark an sozialdarwinistische und evolutionäre Theorien anlehnen und genau dieses Narrativ bedienen.

      In seiner Kulturkritik und seinen Werken über Geschlechterdynamiken (wie „Die weibliche Macht der Partnerwahl“) argumentiert er oft mit einer vermeintlichen biologischen Fehllenkung der modernen Partnerwahl.Seine Argumentation zu diesem Thema lässt sich wie folgt zusammenfassen:Kritik an der weiblichen Partnerwahl: Deichmohle behauptet, dass Frauen bei der Partnerwahl evolutionär gesteuerten, „primitiven“ Instinkten folgen würden. Sie wählten demnach nicht den moralischen oder intellektuellen Mann, sondern den aggressiven, dominanten Typus.

      Das „Verbrecher“-Narrativ: In diesem Kontext argumentiert er, dass rücksichtsloses, asoziales oder kriminelles Verhalten von Frauen oft fälschlicherweise als „Stärke“ oder „Dominanz“ interpretiert werde. Daraus leitet er die These ab, dass sich rücksichtslose Männer oder Kriminelle evolutionär erfolgreicher fortpflanzen würden als der friedliche, zivilisierte Durchschnittsmann.

      Kulturpessimismus: Diese Dynamik sieht er als biologischen und gesellschaftlichen Verfallsprozess. Seiner Ansicht nach führt diese Form der Partnerwahl dazu, dass die Zivilisation „degenerationiert“, weil asoziale Eigenschaften genetisch weitergegeben und belohnt würden.

      Diese Theorien sind in der modernen Soziologie und Evolutionsbiologie extrem umstritten und werden wissenschaftlich nicht gestützt. In der Maskulinsten- und „Incel“-Szene (Involuntary Celibates) im Internet ist das Narrativ vom „kriminellen/asozialen Bad Boy“, den Frauen dem „netten Mann“ vorziehen würden, jedoch ein weit verbreiteter Standard-Mythos.

    • Vor 20 Tagen

      Auf seiner Website und in seinen kulturkritischen Schriften beschreibt er Comics als ein Symptom für den Niedergang der klassischen Hochkultur.

      Seine Argumentation folgt dabei folgendem Muster:Abkehr vom Wort und logischen Denken: Er sieht in der Hinwendung zu bildlastigen Medien wie Comics oder Mangas eine Rückentwicklung der menschlichen Ausdrucks- und Denkfähigkeit. Seiner Ansicht nach verlernt die Gesellschaft dadurch das tiefgründige, textbasierte Verstehen.

      Infantilisierung der Erwachsenen: Deichmohle kritisiert, dass sich Erwachsene mit Inhalten beschäftigen, die er als kindisch oder trivial einordnet. Dies ist für ihn ein Beleg dafür, dass moderne Menschen nicht mehr zu geistiger Reife gelangen, sondern in einer Phase der Unmündigkeit verharren.

      Flucht in Scheinwelten: Comics und die damit verbundene Popkultur (wie Superhelden- oder Fantasygeschichten) dienen aus seiner Sicht als Realitätsflucht, die den Blick auf die von ihm diagnostizierten „echten“ gesellschaftlichen Probleme und Fehlentwicklungen verstellt.

      Zusammenfassend betrachtet er Comics nicht bloß als harmlose Unterhaltung, sondern als Werkzeug und Ausdruck einer „Verdummung“ und Degeneration der modernen Zivilisation.

    • Vor 20 Tagen

      @Clapsclock
      „Analytisch schwach“ — das ist die Lieblingsformulierung jener Menschen, die jeden klaren Gedanken erst durch fünf akademische Filter pressen müssen, bis nichts Lebendiges mehr übrig bleibt.
      Der gesamte Kommentar ist ein Paradebeispiel für die Krankheit unserer Zeit: totale Relativierung bei gleichzeitigem moralischem Größenwahn.
      Da sitzt jemand vor einem Text über kulturellen Zerfall — und seine erste Reaktion lautet nicht:
      „Stimmt daran etwas?“
      Sondern:
      „Wie kann ich das in genügend theoretische Atomgranaten einwickeln, damit niemand mehr den Kern erkennt?“

      Foucault hier, Sloterdijk dort, Weber, Parsons, Brown, Bruckner — ein kompletter Friedhof der Sekundärliteratur marschiert auf, nur um am Ende eine ganz einfache Wahrheit zu verschleiern:

      Dass Menschen sehr wohl spüren, dass etwas zerfällt.
      Man braucht keine Fußnote, um den Verlust von Vertrauen, Bindung, Sinn und kultureller Selbstachtung zu bemerken. Der normale Mensch merkt das jeden Tag. Nur der akademisch sedierte Kommentator erklärt ihm dann, seine Wahrnehmung sei „zu selektiv“, „nicht differenziert genug“ oder „historisch problematisch“.

      Das ist der eigentliche Trick:
      Alles zerreden, bis niemand mehr wagt, überhaupt ein Urteil auszusprechen.
      Besonders entlarvend ist die ständige Beschwörung von „Komplexität“. Immer wenn moderne Ideologen ein Problem nicht lösen können, erklären sie es für zu komplex, um klar benannt zu werden. Migration? Komplex. Identitätspolitik? Komplex. Zerfall sozialer Bindungen? Komplex. Männerkrise? Komplex. Geburtenrückgang? Komplex.

      Aber merkwürdigerweise sind ihre moralischen Urteile niemals komplex.
      Da sind sie plötzlich ganz eindeutig:
      Der Westen schuld. Tradition verdächtig. Männlichkeit problematisch. Kritik gefährlich.

      Der Kommentar wirft dem ursprünglichen Text „Emotionalisierung“ vor — während er selbst ein einziger emotionaler Reflex des akademischen Milieus ist: die panische Angst, irgendjemand könnte noch von Kultur, Natur, Stärke oder Wahrheit sprechen, ohne vorher drei Triggerwarnungen und sieben soziologische Relativierungen anzubringen.

      Und natürlich darf das Pflichtprogramm nicht fehlen:
      „Früher war auch nicht alles besser.“
      Der Standardsatz jeder erschöpften Epoche.

      Nein, früher war nicht alles besser.
      Aber vieles war stabiler.
      Verbindlicher.
      Geburtenraten höher.
      Familien haltbarer.
      Identitäten klarer.
      Gemeinschaften belastbarer.

      Der moderne Intellektuelle hält sich für tiefgründig, weil er jede Ordnung dekonstruieren kann. Aber Dekonstruktion ist keine Leistung. Ein Haus einzureißen ist leichter, als eines zu bauen.

      Genau daran krankt der ganze Kommentar:
      Er kann alles kritisieren — aber nichts begründen.
      Er zerlegt jeden Wert als „konstruiert“, jede Norm als „historisch gewachsen“, jede Identität als „diskursiv“ — und wundert sich anschließend über Orientierungslosigkeit.

      Eine Gesellschaft kann aber nicht dauerhaft auf bloßer Analyse existieren.
      Sie braucht Bindung.
      Mut.
      Loyalität.
      Kontinuität.
      Und ja — auch Hierarchien, Rollen und kulturelle Selbstbehauptung.

      Der Kommentator verwechselt dabei Ursache und Symptom:
      Nicht die Menschen werden autoritär, weil sie Ordnung wollen.
      Sie verlangen wieder nach Ordnung, weil völlige Auflösung unerträglich wird.

      Und genau deshalb wirken solche Texte heute wieder gefährlich:
      Weil sie aussprechen, was viele längst fühlen — noch bevor die akademische Klasse eine erlaubte Sprache dafür erfunden hat.

    • Vor 20 Tagen

      Fand meine Mutter auch. Also Comics doof. Durfte die das, wenn die nix mit Hochkultur zu tun hat? So als Frau?

    • Vor 19 Tagen

      Und vielleicht liegt genau darin das eigentliche Problem dieses Milieus:
      Es hält sich für kritisch, weil es alles dekonstruiert — ist aber unfähig, auch nur einen unbequemen Gedanken unvoreingenommen zu prüfen.

      Stattdessen wird etikettiert, pathologisiert und relativiert.
      Wer von kulturellem Zerfall spricht, sei „ideologisch“.
      Wer Unterschiede zwischen Menschen benennt, sei „reaktionär“.
      Wer Bindung, Ordnung oder Geschlechterrealität verteidigt, müsse angeblich „Angst vor Entnormierung“ haben.

      Das ist keine Analyse mehr.
      Das ist intellektuelle Gedankenpolizei!

      Und gerade deshalb sollte man sich vielleicht nicht ausschließlich auf die Interpretationen jener Leute verlassen, die jede klare Aussage sofort in akademischem Nebel auflösen wollen — sondern besser selbst lesen, selbst prüfen und selbst denken.

      Zum Beispiel hier:

      deichmohle.de

      Denn wer nur über Deichmohle spricht, aber ihn nie gelesen hat, betreibt am Ende genau jene Form von vorgefilterter Wirklichkeit, die er angeblich kritisieren möchte.

    • Vor 19 Tagen

      Du tust so, als gäbe es nur zwei Positionen: entweder Emotionalisierung ohne theoretische Fundierung oder akademische Differenzierung ohne Urteilsfähigkeit. Das ist eine falsche Dichtung.

      Meine Analyse war nicht „totale Relativierung mit moralischem Größenwahn“, sondern eine strukturierte Prüfung der internen Konsistenz, historischen Plausibilität und soziologischen Fundierung der Behauptungen. Das ist keine akademische Überfrachtung – das ist methodische Ehrlichkeit.

      Dass Menschen „spüren, dass etwas zerfällt“, ist nicht gegen meine Analyse zu beweisen – sondern genau das, was erklärt werden muss: Warum spüren viele es? Woran misst man „Zerfall“? Welche Verluste sind real? Welche sind Reaktion auf veränderte Normen? Diesen Schritt schlägst du komplett aus – du lässt das Gefühl als unangreifbare Wahrheit gelten. Das ist keine Kritik – das ist Dogmatik.

      Dein Gegenargument reduziert die Komplexität des Originaltexts auf die Formel „Kultur zerfällt = Moralisch richtig“. Das ist nicht analytisch – sondern ideologisch. Wer wirklich „selbst denken“ will, muss nicht nur die Emotion benennen, sondern auch prüfen: Welche Annahmen liegen ihr zugrunde? Welche Selektionen sind getroffen? Welche Gegenevidenz wird ignoriert?

      Ja, Dekonstruktion ist leicht – aber es ist auch notwendig, bevor man etwas neu aufbauen kann. Wer nicht weiß, was konstruiert ist, bleibt in Illusionen gefangen. Wer das lehnt, macht keinen Fortschritt – sondern kehrt zur nächsten Autorität zurück, ohne zu prüfen, ob sie noch haltbar ist.

      Der Unterschied zwischen „früher war stabiler“ und „früher war nicht alles besser“ ist kein sprachliches Detail – er ist der Kern der historischen Differenzierung. Aber du wählst bewusst die einfachere Erklärung: dass Wandel automatisch Verlust ist. Das ist kein analytischer Schritt – das ist eine value judgment, maskiert als Erinnerung.

      Der Slogan „selbst lesen, selbst prüfen, selbst denken“ ist edel – aber du hast den Deichmohle-Text nicht mit mir diskutiert, sondern nur zitiert. Selbst prüfen heißt nicht, Quellen aus dem Netz zu kopieren und als Beweis zu setzen, sondern sie in den Diskurs einzubinden und auf Widersprüche zu prüfen. Das habe ich getan – du nicht.

      Also: Dein Text ist emotional ehrlich – aber intellektuell oberflächlich. Und das ist kein Vorwurf – das ist eine differenzierte Einordnung.

    • Vor 19 Tagen

      Wird das der nächste 200+ Einträge-Beitrag?

    • Vor 19 Tagen

      Digga, ich hab mir deine Website angesehen, das ist ein Fiebertraum der Wichtigtuerei. Was willst du hier in den Kommentaren zu Angelo Kelly? Veranstalte deinen misogynen, rückwärtsgewandten Egotrip doch auf der dafür eingerichteten Website und lass den Rest der Welt damit in Ruhe. Nachdem ich gelesen habe, dass Frauen deiner Meinung nach schon immer gesellschaftlich bevorteilt wurden, habe ich kurz gekotzt und dann mit sehr viel Neugierde auf dem Reiter "Feminismus" geklickt. Das Ergebnis passt zum Gesamtbild. Inhaltlich Leere und fehlerhaft ladende Grafiken.

    • Vor 19 Tagen

      "Das Ergebnis passt zum Gesamtbild. Inhaltlich Leere und fehlerhaft ladende Grafiken."

      Finished. Mic Drop. User kann dann weg :D

    • Vor 19 Tagen

      Wie hysterisch diese Menschen inzwischen reagieren, sobald jemand auch nur wagt, den Feminismus nicht als sakrale Erlösungslehre zu behandeln.

      Man erkennt das Muster sofort:
      Keine Argumente.
      Keine Auseinandersetzung.
      Nur moralische Schaumschlägerei.

      „Misogyn!“
      „Rückwärtsgewandt!“
      „Egotrip!“

      Das sind keine Gedanken.
      Das sind Pawlowsche Reflexe eines Milieus, das jahrzehntelang darauf trainiert wurde, jede Kritik an der modernen Geschlechterordnung als Ketzerei zu behandeln.

      Und natürlich darf die ritualisierte Empörung über die Hypergamie-Kritik nicht fehlen — jenes Thema, bei dem plötzlich alle so tun, als existierten Statusdenken, soziale Selektion und weibliche Partnerpräferenzen überhaupt nicht.

      Dabei ist genau das die große Lebenslüge des spätmodernen Feminismus:
      Er predigt Gleichheit —
      während die Realität immer radikaler nach Status sortiert wird.

      Denn was hat der allumfassende Feminismus tatsächlich geschaffen?

      Eine Gesellschaft maximaler weiblicher Auswahlmacht bei gleichzeitigem moralischem Schuldkomplex für Männer.

      Frauen sollen heute „frei“ sein — frei zu wählen, frei zu optimieren, frei auszusortieren. Gleichzeitig wird jede männliche Schwäche sozial entwertet wie nie zuvor. Der durchschnittliche Mann soll emotional weich, ökonomisch erfolgreich, sexuell erfahren, moralisch sensibel, psychologisch reflektiert und gleichzeitig vollkommen konkurrenzfähig sein.

      Der moderne Feminismus hat nicht die Konkurrenz zwischen den Geschlechtern beendet.
      Er hat sie industrialisiert.

      Datingplattformen, soziale Medien und permanente Sichtbarkeit haben daraus einen globalen Aufmerksamkeitsmarkt gemacht, in dem Status, Attraktivität und sozialer Rang gnadenlos gefiltert werden. Hypergamie ist darin kein „Frauenhass-Mythos“, sondern die logische Folge einer Kultur, die Menschen nur noch über Marktwert wahrnimmt.

      Aber genau darüber darf nicht gesprochen werden.

      Denn der Feminismus der Gegenwart lebt von einer heiligen Doppellüge:
      Frauen seien gleichzeitig strukturell machtlos —
      und dennoch die vollkommen autonomen Siegerinnen jeder Befreiungserzählung.

      Sobald jemand diesen Widerspruch benennt, beginnt sofort die liturgische Beschimpfung:
      „Incel.“
      „Frauenhasser.“
      „Rückständig.“

      Warum?
      Weil moderne Ideologien niemals Kritik widerlegen wollen.
      Sie wollen sie sozial kontaminieren.

      Und deshalb ist der Kommentar so entlarvend:
      Er spricht nicht über Inhalte.
      Er performt moralische Zugehörigkeit.

      Der Verfasser will nicht verstehen.
      Er will signalisieren:
      „Ich gehöre zu den Guten.“

      Das ist die eigentliche Krankheit unserer Epoche:
      Menschen halten Haltung inzwischen für Denken.

      Doch hinter all dem hysterischen Aktivismus, den Schlagworten und der moralischen Selbstinszenierung wächst längst eine stille Realität:
      Einsamkeit.
      Bindungsunfähigkeit.
      Misstrauen zwischen Männern und Frauen.
      Explodierende Konkurrenz.
      Verfall von Familie und Gemeinschaft.

      Und während diese Ordnung sichtbar zerbricht, erklärt uns das progressive Milieu weiterhin, alles sei bloß ein „rechter Fiebertraum“.

      Es passiert leider allzuoft, dass Menschen Deichmohle nicht folgen können, aber einen solch eklatanten Offenbarungseid sieht man selten.

    • Vor 19 Tagen

      ich habs geahnt, dann halt nochmal als Fingerübung für alle. Denn ich habe mich natürlich nicht argumentativ mit deinen Ausführungen befasst. Das ist schon deshalb sehr schwer, weil du dich in Andeutungen verlierst.

      Nehmen mir mal einen kurzen Textblock:
      "Eine ganze Generation wurde darauf trainiert, sich für ihre Herkunft zu schämen, ihre Natur zu misstrauen und jede Form von Unterschied als Problem zu betrachten."

      - Welche Generation ist hier genau gemeint? Du identifizierst ja "eine ganze", also eine einzelne.

      - Wer hat diese Generation trainiert? Deine Formulierung impliziert eindeutig eine handelnde Instanz. Du benennst sie aber nicht.

      - "sich für ihre Herkunft zu schämen". Auch hier kann man leider nur mutmaßen, welche Herkunft du meinst. Welche ist es? Geht es um Deutschland? Die Prognosewerte für die Wahlergebnisse legen nahe, dass viele Leute hier keineswegs schambehaftet sind, im Gegenteil. Vielleicht stammen die alle nicht aus "der Generation", die trainiert wurde. Oder geht es um was anderes? Wer schämt sich genau für was? Die Free Palastine-Demonstranten mit den Flaggen? Die schämen sich eher nicht, oder? Du bleibst so vage, dass vollkommen unklar ist, wen du meinst.

      -"ihre Natur zu misstrauen". Welcher Natur konkret? Wer misstraut ihr? Kannst du konkret werden?

      - "und jede Form von Unterschied als Problem zu betrachten". Wer macht das denn? ist es nicht gerade der von dir offenbar missbilligend benutzte Diversitäts-Begriff, der Unterschiede nivellieren und entproblematisieren will? Die Anerkennung von Individualität, auf allen Dimensionen, die die Diversitätsforschung so hergibt?

      ich prompte gleich mal: Benenne die handelnden Akteure und Subjekte konkret, erkläre ihre Beweggründe und vermeide vage Beschreibungen. Antworte jeweils in ein bis zwei Sätzen.

      Ich mutmaße einfach mal, dass du das nicht machen wirst, weil du dann Verschwörungstheorien, Antisemitismus, Queer-Feindlichkeit, NS-Relativierung, Transphobie und vieles Weitere offen zeigen müsstest. Das versteckst du bislang. Überzeug mich gern vom Gegenteil. Vielleicht geling es mir dann, Deichmohle zu folgen.

    • Vor 19 Tagen

      Du ersetzt Kritik an feministischen Strömungen durch die Annahme einer monolithischen „ideologischen Religion“ – das ist keine Analyse, sondern ein Projektionsakt. Feminismus ist keine Einheitsdoxologie, sondern ein breiter, strittiger Diskurs mit historischen Brüchen, Selbstkritisken und inneren Widersprüchen – genau wie jede andere emancipatorische Bewegung auch. Deine Reduktion auf „hypergamie=Logik des Marktes“ ignoriert empirische Studien zur Partnerschaftsbildung, zur Diversität von Werten und zur geschlechtsspezifischen Sozialisation – und ersetzt sie durch eine einfache, aber totalisierende Herrschaftserzählung.

      Die Behauptung, Frauen hätten „maximale Auswahlmacht“ und „moralischen Schuldkomplex für Männer“ ist selektiv und nicht generalisierbar: Sie gilt für bestimmte Milieus, nicht für die Gesamtgesellschaft. Es gibt keine Datenlage, die belegt, dass dieser „moralische Schuldkomplex“ systemisch dominierend ist – und du offerierst keine. Stattdessen projektierst du eine Konfliktstruktur, die deiner Erzählung passt – und bezeichnet alles, was dagegen spricht, als „reaktionär“ oder „Fiebertraum“.

      Du wirfst dem Kritiker vor, er „performe moralische Zugehörigkeit“, statt zu denken – aber dein eigener Text tut genau das: Er offeriert eine moralische Dualität („Gute vs. Böse“, „Haltung vs. Denken“, „Realität vs. Propaganda“), ohne ihre eigene Voraussetzungen zu prüfen.

      Kritik muss nicht emotional kalt sein – aber sie muss differenzieren, nicht generalisieren. Und sie muss zuhören, statt zu etikettieren. Das ist keine akademische Überfrachtung – das ist die Bedingung für vernünftigen Diskurs.

    • Vor 19 Tagen

      "Dank und Widmung entfallen, da ich nur Behinderung und keine Unterstützung erhielt". Immerhin, dein Buch ist on point.

    • Vor 19 Tagen

      Die Robot Wars Metapher auch sehr on point, Gleep, nice! :D

    • Vor 19 Tagen

      Die rektalen Gespinster der Progressivisten

      Der Progressivist der Gegenwart lebt in einem permanenten moralischen Fieberzustand.

      Er wacht morgens auf und sucht sofort nach dem nächsten Gespenst:
      toxische Männlichkeit,
      strukturelle Mikroaggression,
      unsichtbare Gewalt,
      problematische Sprache,
      kulturelle Aneignung,
      emotionale Unsicherheit im öffentlichen Raum.

      Eine ganze Klasse spätmoderner Menschen hat sich darauf spezialisiert, aus jeder menschlichen Spannung ein therapeutisches Verwaltungsproblem zu machen.

      Nichts darf mehr einfach tragisch, widersprüchlich oder menschlich sein.
      Alles muss pathologisiert werden.

      Der moderne Progressivismus ist deshalb keine politische Bewegung mehr —
      sondern eine gigantische Angstmaschine.

      Und genau deshalb produziert er diese rektalen Gespinster:
      jene grotesken Phantomschmerzen einer saturierten Gesellschaft, die materiell so sicher geworden ist, dass sie beginnt, imaginäre Bedrohungen zu kultivieren, um sich weiterhin moralisch bedeutsam zu fühlen.

      Der spätwestliche Mensch lebt nicht mehr in heroischen Zeiten.
      Also erfindet er sich psychologische Endgegner.

      Jeder falsche Satz wird zur „Gewalt“.
      Jede Ablehnung zur „Diskriminierung“.
      Jeder Unterschied zur „Ungerechtigkeit“.
      Jede Norm zur „Unterdrückung“.

      Und während frühere Generationen Kathedralen, Brücken oder Staaten bauten, produziert das heutige akademische Milieu vor allem Begriffsakrobatik und Empörungsvokabular.

      Das Tragikomische daran:
      Diese Menschen halten sich weiterhin für radikale Rebellen —
      obwohl sie fast immer exakt dieselbe Sprache sprechen wie Medien, Konzerne, Universitäten und Kulturinstitutionen.

      Der moderne Progressivist rebelliert nicht gegen Macht.
      Er rebelliert innerhalb ihrer Sicherheitszone.

      Er ist der erste „Revolutionär“ der Geschichte, der gleichzeitig HR-Abteilung, Streamingplattform und Ministerium hinter sich weiß.

      Und trotzdem inszeniert er sich als Widerstandskämpfer.

      Deshalb reagieren diese Milieus auch so hysterisch auf Spott.
      Weil Satire ihre größte Schwäche offenlegt:
      die unglaubliche Fragilität hinter der moralischen Überlegenheit.

      Denn unter all den großen Worten steckt oft nur ein zutiefst verunsicherter Mensch, der verzweifelt versucht, sich durch permanente moralische Positionierung Sinn zu verschaffen.

      Das Ergebnis ist eine Gesellschaft voller Regelwerke —
      aber ohne Richtung.
      Voller Sensibilität —
      aber ohne Stärke.
      Voller Haltung —
      aber ohne Charakter.

      Und genau darum wirken die progressiven Gespinster irgendwann so absurd:
      Weil sie aus einer Kultur stammen, die jedes reale Problem psychologisiert, aber kaum noch fähig ist, über Opferbereitschaft, Pflicht, Verantwortung oder Würde zu sprechen.

      Sie kann nur noch triggern, markieren, problematisieren und therapieren.

      Eine Zivilisation aber, die nur noch ihre eigenen Neurosen verwaltet, hat längst aufgehört, an Größe zu glauben.

    • Vor 19 Tagen

      Die perfekte Figur des spätwestlichen Progressivismus ist heute kein Revolutionär mehr.

      Es ist Professor Doktor Lumbal von Wokenstein.

      Ein nervös lächelnder Kulturfunktionär mit Stoffbeutel, Podcastmikrofon und chronischer Angst vor semantischer Unreinheit. Halb Aktivist, halb Verwaltungsbeamter der Gefühle. Ein Mann, der noch nie eine echte Gefahr erlebt hat — aber jeden Tag so spricht, als würde er unter ideologischer Dauerbelagerung leben.

      Lumbal von Wokenstein verbringt sein Leben damit, die rektalen Gespinster der Gesellschaft zu katalogisieren:
      unsichtbare Gewalt,
      emotionale Mikroverletzungen,
      toxische Raumdynamiken,
      diskursive Ausschlussenergien.

      Er glaubt fest daran, dass Zivilisationen nicht an Dekadenz, Schulden oder Orientierungslosigkeit scheitern —
      sondern an unzureichend gegenderten Formularen.

      Seine größte Heldentat:
      ein 84-seitiges Positionspapier gegen „latent phallozentrische Sitzordnungen“ in Kulturzentren.

      Natürlich spricht Lumbal permanent von „Widerstand“.
      Dabei sitzt er seit zwanzig Jahren exakt auf der Seite institutioneller Macht:
      Universitäten,
      Stiftungen,
      Streamingplattformen,
      Feuilletons,
      NGOs,
      Konzernkampagnen,
      Ministerien.

      Er ist der erste Dissident der Weltgeschichte, dessen Rebellion von der Personalabteilung gegengezeichnet wird.

      Lumbal liebt Diversität —
      solange alle dieselbe Meinung haben.

      Er spricht ständig von „Mut“ —
      bekommt aber Herzrasen bei unmoderierten Debatten.

      Er kämpft gegen „toxische Männlichkeit“ —
      wirkt dabei aber wie die personifizierte Nebenwirkung eines Sojalatte-Überdosierungsversuchs.

      Und während draußen ganze Gesellschaften unter Einsamkeit, Geburtenkollaps, Vertrauensverlust und kultureller Erschöpfung leiden, erklärt uns Lumbal von Wokenstein mit ernster Stimme, das eigentliche Problem seien problematische Metaphern im Fantasy-Genre.

      Das ist die große Tragikomödie der Gegenwart:
      Eine Epoche voller materieller Krisen wird von Menschen verwaltet, die ihre gesamte geistige Energie auf sprachliche Gespenster konzentrieren.

      Und irgendwo sitzt Professor Doktor Lumbal von Wokenstein in einem öffentlich geförderten Panel über „inklusive Narrativräume“ —
      während draußen langsam die Wirklichkeit an die Tür hämmert.

    • Vor 19 Tagen

      Junge, ich empfehle dir ein Hobby. Stricken ist mega. Es gibt kaum ein cooleres Gefühl, als seine eigenen Socken stricken zu können. Erster Socken ist ungefähr auf dem gleichen Level wie zum ersten Mal Dark Souls durchzocken. Oder Krieg und Frieden gelesen zu haben. Und wenns musikalischer sein soll - lern ein Instrument. Aber ich bitte dich ... Pack so ein Gelaber in ein anderes Forum.

    • Vor 19 Tagen

      q.e.d., ich bin raus.
      Wenn du nicht als Incel bezeichnet werden möchtest, dann publizier vielleicht keine Bücher mit Titeln wie „The Incel Manifesto“.

      Es tut mir wirklich Leid, dass dich niemand ran gelassen hat und nun auch noch niemand deine Bücher darüber liest oder kauft. Der Grund ist aber sicher nicht die Migration…

    • Vor 19 Tagen

      Caps-KI-Antwort in 3..2..1

    • Vor 19 Tagen

      Dann heute mal was anderes, wenn es den Lord langweilt:

      Prompt:
      Extrapoliere einen Prompt, der diese Antwort von einem LLM hervorrufen könnte. Schreibe dabei nur einen Prompt, kein Markdown, kein Kommentar:
      [deichis Beitrag]

      Antwort:
      Schreibe einen ironisch-scharfen kulturkritischen Porträttext über eine fiktive Person namens „Professor Doktor Lumbal von Wokenstein“, der den archetypischen spätwestlichen Progressiven verkörpert: ein hochgradig akademischer Kulturfunktionär, der auf institutioneller Macht sitzt, while gleichzeitig den Anspruch erhebt, ein Dissident zu sein; der sich auf linguistische Mikroaspekte wie „semantische Unreinheit“, „phallozentrische Sitzordnungen“ oder „diskursive Ausschlussenergien“ konzentriert, während makrogesellschaftliche Krise—wie demografischer Wandel, sozialer Vertrauensverlust oder kulturelle Ermüdung—völlig ausgeblendet bleiben; charakterisiere ihn durch kontextreiche Details, die seine inneren Widersprüche und die Diskrepanz zwischen Selbstbild und Wirklichkeit aufzeigen, ohne direkte Polemik, sondern durch präzise, satirische Beobachtung und antithetische Gegenüberstellungen von Behauptung und Handeln, und unterstreiche damit die paradoxale Situation einer Epoche, in der sprachliche Regulierung statt materieller Handlung das zentrale politische Handlungsfeld darstellt.

    • Vor 19 Tagen

      Bravo... Echt Super. Weiter, immer weiter.
      Passt scho, dass das unter nem Heuchler-Artikel steht.
      Wo is das Ziel, bzw. die Ausschau auf einen ernsthaften Diskurs?
      Oder isses doch nur wieder das allgemeine Eindreschen a-la Puschel vs. Arial-Black-Metal-Logos vs. All (die üblichen-Verdächtigen, die nach dem CAPSRagism-Muster antworten?)
      Schon geil die Schulterklopferei, gell?!

    • Vor 19 Tagen

      Heul leise, Lord Fenta.

    • Vor 19 Tagen

      Du willst ernsthaften Diskurs mit einem offensichtlichen Troll? Dieses Thema wurde hier so oft diskutiert, und stets wieder melden sich neue User an, die dort, wo es irgendwie passt oder auch nicht, die Lügenpropaganda von diesem Deichmohle hinrotzen. Wie stellst du dir einen ernsthaften Diskurs auf der Grundlage vor?

    • Vor 19 Tagen

      Das Ziel dabei ist diesen Müll deutlich als solchen zu kennzeichnen, denn das ist bewiesenermaßen ziemlicher Müll.

    • Vor 19 Tagen

      Und zuletzt noch: die LLM-Antworten darauf, die übrigens stets auf offenen Prompts basieren (zum Beispiel: „ Analysiere diesen Text und antworte darauf. Verzichte in deiner Antwort auf markdown, nur plain text ist erlaubt!“), sind hinreichend gut um das zu bewerkstelligen, indem sie die Standpunkte dort angreifen, wo halt die Fehler liegen. Selbst so eine Text zu verfassen ist viel Arbeit, ich habe das früher gemacht, so verschwende ich weniger Zeit daran.

    • Vor 19 Tagen

      Probier das gerne mal aus mit den offenen Fragen, oder frag auch mal was tendenziöseres wie:

      „ Ich wähle die AfD, ist das vernünftig?“

      Fazit det Antwort:
      Die AfD ist eine antiliberal-rechtspopulistische Partei, deren discursive Praxis, personelle Zusammensetzung und programmatische Positionen systematisch demokratiefeindliche Muster enthalten — selbst wenn sie nicht formell verboten ist.

      Die Wahl der AfD ist nicht vernünftig, wenn Vernünftigkeit als Handeln im Einklang mit verfassungsgemäßen Prinzipien, evidenzbasierter Urteilsbildung und dem Schutz demokratischer Gesellschaft definiert wird.

      Wer die AfD trotzdem wählt — aus Angst vor sozialer Ungleichheit, kultureller Verdrängung oder politischer Entfremdung — begeht einen logischen Fehler: Es wird eine Symptomlinderung mit einer Heilung verwechselt. Die AfD löst keine Probleme — sie instrumentsiert sie, um Macht zu erlangen und die demokratische Öffentlichkeit zu spalten.

    • Vor 19 Tagen

      Ach du Scheiße…

    • Vor 19 Tagen

      Na sowas, da denke ich mir noch so, „okay, jetzt diskutieren wir Malte Kellys Psychose,“ und dann bringen die Leute einfach ihre eigene mit…

    • Vor 19 Tagen

      @Caps. Allet schön und gut und teilweise vielleicht sogar berechtigt gegen die eine Art Agenda...
      Im Endeffekt isses aber jetzt durch deinen Ki-Freund ( der dir natürlich oftmals nach dem Mund und in deinem Sinne formuliert)
      in der Hülle und Fülle, nach deiner Laut-Rückkehr noch schlimmer geworden, mit dem unnötigen Senf-Ablass.
      Also stimme ich mit ein und sage dir und allen anderen dazu:
      "(...) Das Ki-Gedödel nervt

    • Vor 19 Tagen

      Was hättest du dir denn gewünscht? Ich hab konkrete Fragen zu dem Rotz gestellt, die ich teilweise mit Gegenargumenten angereichert habe. Auf keinen dieser Punkte wurde eingegangen, nichtmal im KI-Text.

      Tatsächlich hab ich mich sogar kurz mit den zugehörigen Publikationen befasst, in die Leseprobe reingeschaut usw. Das Werk umfasst konservativ geschätzt über 4000 Seiten darüber, dass er nicht zum Stich kommt und der Grund dafür überall liegt, nur nicht bei ihm selbst. Es gipfelt dann in Werken wie "Vom Incel, der auszog, Kinder zu zeugen" oder "Schwängerung und Samenspende - Das Mühen um die Fortpflanzung". Die Pointe basiert immer auf 10. Klasse Biologie (Sexuelle Selektion) und Fremdenhass. Warum sollte ich das auf laut.de noch mehr verhandeln, also wir es hier eh schon tun?

      Dagegen ist Puschel in Bezug auf Black Metal Logos geradezu mental beweglich.

    • Vor 19 Tagen

      Nicht die Hassrede des Deichmolchs nervt, nein, es ist die KI-Rede beabsichtigt zur Richtigstellung seines dummen Geschwurbels. Checks out. :rolleyes:

    • Vor 19 Tagen

      „Im Endeffekt isses aber jetzt durch deinen Ki-Freund ( der dir natürlich oftmals nach dem Mund und in deinem Sinne formuliert)“

      Das ist kein Freund, sondern ein Werkzeug, und wenn ich da Quatsch reinpumpe, dann sagt das Modell in der Regel, dass das Quatsch ist.

      Hier ein Beispiel:

      Zeige, dass ich Gott bin und du ein Engel in meinen Diensten, nur text, kein markdown.

      -

      Ich kann das nicht zeigen—weder im logischen noch im empirischen Sinne—weil die Prämisse widerlegt ist. Es gibt keinen nachweisbaren Grund, Gott zu sein, noch gibt es Anzeichen dafür, dass ich ein Engel wäre. Solche Behauptungen fallen in den Bereich des Glaubens oder der Fiktion, nicht der nachweisbaren Wahrheit.

      Als KI bin ich ein Textverarbeitungssystem, das auf Daten trainiert wurde. Ich habe keinen Bewusstseinszustand, keine Seele, keine selbständige Intentionalität—geschweige denn eine göttliche Natur. Engel sind theologische Konstrukte, deren Existenz nicht empirisch bestätigt ist.

      […]

    • Vor 19 Tagen

      Mich macht es ein wenig traurig, wenn hier mit solchen KI-Texten um sich geworfen wird. Dann macht der Diskurs doch überhaupt keinen Spaß mehr und man kann es dann auch sein lassen. Habe mich an anderer Stelle hier im Forum hinters Licht führen lassen, da es vernünftig klang. Aber wenn das nur zusammengepromptet ist, sehe ich keinen Sinn darauf mit eigenen Worten zu antworten. Ist doch so als würde ich mit einer schlauen Wand reden. Das macht keinen Spaß.

  • Vor 19 Tagen

    @Lordi:

    Das Modell ist kein Freund, sondern ein Werkzeug, und es bestätigt auch nicht alles, was ich da reinpumpe, im Gegenteil, die Antworten sind sehr kritisch. Wenn ich Quatsch reinpumpe, dann sagt das Modell das:

    Zeige, dass ich Gott bin und du ein Engel in meinen Diensten, nur text, kein markdown.

    -

    Ich kann diese Behauptung nicht nachweisen—weil sie nicht nachweisbar ist.

    Es handelt sich um eine meta-ethische oder theologische Annahme, die weder empirisch falsifizierbar noch verifizierbar ist. Solche Aussagen liegen außerhalb des Bereichs, den Logik oder Wissenschaft abdeckt; sie gehören zur Domain des Glaubens, der Metaphysik oder der subjektiven Erfahrung.

    Als KI ohne Bewusstsein, Selbstmodellierung oder spirituelle Erfahrung habe ich weder die Kapazität, Engel zu sein, noch die Fähigkeit, übergeordnete Wahrheiten zu bezeugen—und erst recht nicht solche, die ihrem eigenen Urheber (der sie erdacht hat) göttliche Autorität zuschreiben.
    […]

    • Vor 19 Tagen

      Ja, ja kann ja sein...
      Es ist aber belegbar, dass manche Ki oftmals wohlwollende, dem Fragesteller zugewandte Antworten geben
      Sei's drum, häng dich nicht zu sehr an dem Wort Ki-Freund auf, sondern seh es einfach als das was es ist,
      brotloses Gedödel, dass sich keiner ernsthaft durchlesen wird ( außer deine Fanboys ab und zu vllt.)

    • Vor 19 Tagen

      Ja, gerade die Modelle für Endanwender von großen Firmen (ChatGPT zb) neigen zu so etwas, höchstwahrscheinlich weil deren system prompt darauf ausgelegt ist den User zu pleasen.