laut.de-Kritik

WU LYF bleiben laut, groß und eigenwillig.

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WU LYF veröffentlichen ihr zweites Album 15 Jahre nach dem Debüt und weiterhin nach ihren eigenen Regeln. "A Wave That Will Never Break" gibt es nicht bei Spotify, Apple Music und Co., sondern über Bandcamp und die eigene Plattform. Das ist bei der Band keine zufällige Eigenheit: Schon zu Beginn ihrer Karriere machten sich die vier Musiker aus Manchester einen Namen damit, sich möglichst wenig in die Karten schauen zu lassen. Interviews waren rar, Informationen über die Band ebenfalls. Statt klassischer Musikindustrie setzten WU LYF auf Selbstverwaltung und eine eigene Plattform. 2011 erschien "Go Tell Fire to the Mountain", ein Jahr später war die Band bereits wieder Geschichte.

Auch musikalisch haben sich WU LYF nie besonders für Zurückhaltung interessiert. Die Band bezeichnet ihren Mix aus Indie-, Post- und Art-Rock selbst als Heavy Pop. Auf "A Wave That Will Never Break" wird dieser Ansatz klar, bleibt aber gewohnt groß gedacht. "Love Your Fate" macht direkt klar, wohin die Reise geht: wuchtige Gitarren, treibendes Schlagzeug und Ellery Roberts' markante, raue Stimme treffen auf große Melodien. Inhaltlich geht es um Liebe, Schicksal und die Frage, warum man sich selbst manchmal nicht genug ist.

Danach wird es stellenweise ruhiger. "Letting Go" baut sich langsam auf und lebt vor allem von seinem Spannungsbogen, während "The Fool" mit Synthies, Orgel und einem eingängigeren Refrain fast schon poppig wirkt. "Robe Of Glory" schlägt wieder in die andere Richtung: schwere Gitarren und ein deutlich düsterer, schleppender Sound. Die Songs bleiben dabei oft mehrere Minuten lang und geben sich viel Raum, bevor sie schließlich in ihre großen Höhepunkte münden.

Am deutlichsten zeigt das "Tib St. Tabernacle". Fast elf Minuten lang baut der Song seine Spannung auf, wird immer größer und endet schließlich in einem gewaltigen Rock-Finale. "Wave" nimmt danach ordentlich Tempo heraus. Akustische Gitarren, Piano und ein deutlich sanfterer Roberts machen den Song zum ruhigsten Moment der Platte. Auch hier bleibt die Sprache bei den großen Themen: Feuer, Wellen, Liebe, Verlust und die Suche nach etwas, das über das eigene Leben hinausgeht.

Thematisch ist das manchmal ziemlich pathetisch. WU LYF wollen offensichtlich nicht einfach ein paar gute Indie-Rock-Songs schreiben, sondern große Gefühle und noch größere Fragen verhandeln.
Bei "A Wave That Will Never Break" bleiben mir manche Gesten zu groß und manche Passagen zu bedeutungsschwer. WU LYF wissen genau, wie man Spannung aufbaut, Gitarren zum Krachen bringt und aus sieben Songs ein gewaltiges Album macht. Nichts davon ist völlig bahnbrechend, aber es funktioniert erstaunlich gut.

Trackliste

  1. 1. Love Your Fate
  2. 2. Robe of Glory
  3. 3. Letting Go
  4. 4. The Fool
  5. 5. Tib St. Tabernacle
  6. 6. Wave
  7. 7. At the End of the Day (It Is What It Is)

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